Ein Mann von höchster Rücksichtnahme

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Bereits in jungem Alter nahm der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) erstaunlich Rücksicht auf seine Mitmenschen. Trotz des Fehlens einer dauerhaften Vaterfigur und vieler Unannehmlichkeiten, die er in seiner Jugend ertragen musste, nahm der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) stets auf seine Mitmenschen Rücksicht und stand denen zu Diensten, die zu seinem Umfeld gehörten. 

Nach dem Tode seines Großvaters wurde er zu seinem Onkel Abû Tâlib geschickt, um bei ihm zu leben. Abû Tâlib hatte viele Kinder, doch er behandelte den Propheten Muhammad (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) immer wie sein eigenes und verwehrte ihm nichts, was er benötigte. Er war bekannt für seine Großzügigkeit und speiste immerzu Menschen, die zur Verrichtung der Pilgerfahrt kamen. In Folge seiner außerordentlichen Großzügigkeit war Abû Tâlib arm und hatte damit zu kämpfen, seine Familie zu ernähren. Im jungen Alter von 13 Jahren entschloss sich unser geliebter Gesandter (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) dazu, keine Last mehr auf den Schultern seines Onkels sein zu wollen und nahm sich vor, für sich selbst zu sorgen. Zu einer Zeit, in der die Arbeit als Hirte als niedrig und wenig einträglich angesehen wurde, opferte der junge Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sein eigenes Ansehen und wurde Hirte, wobei er einen niedrigen Lohn erhielt.

Er tat alles in seiner Macht Stehende, um sicherzustellen, dass sein Onkel nicht damit zu kämpfen hatte, ihn zu ernähren, und sorgte für sich selbst. Er blieb geduldig und stieg in der Erwerbsbevölkerung auf, bis er im Alter von 25 Jahren Geschäftsmann wurde. Zu dieser Zeit und in einer äußerst chauvinistischen Gesellschaft stellte Chadîdscha (möge Allah mit ihr zufrieden sein) ihn in ihre Dienste ein. Genauso wie sein Ego ihn nicht davon abgehalten hatte einem niederen Beruf nachzugehen, als er diesen benötigte, hielt ihn sein Ego diesmal nicht davon ab, für eine erfolgreiche Frau zu arbeiten, die er dann später heiratete.

Als er Chadîdscha (möge Allah mit ihr zufrieden sein) schließlich geheiratet hatte, vergaß er die Großzügigkeit seines Onkels nicht. Es genügte ihm nicht, dass er sich selbst versorgt hatte, als er bei seinem Onkel lebte. Er wollte zudem etwas zurückgeben. Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) ging zu Abû Talib zurück und brachte eine edle und würdevolle Bitte hervor. Er bat um eines der Kinder Abû Tâlibs, um es aufzuziehen und zu versorgen, genauso wie sein Onkel es einst für ihn getan hatte. Abû Tâlib stimmte zu und gab ihm Ali, der später zu einer großen Persönlichkeit des Islâm wurde.

In einem Alter, in dem viele junge Männer nur an sich selbst denken, nutzte der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) bereits jede Gelegenheit, um anderen das Leben zu erleichtern. Wäre er nicht zurückgekehrt, um einen seiner Cousins aufzuziehen, wäre Abû Tâlib nicht verletzt gewesen. Abû Tâlib erwartete eine derartige Geste nicht; vielmehr entsprang sie dem reinen und selbstlosen Herzen des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken). Er war gewiss ein Mann von Rücksichtnahme, der um nichts als Gegenleistung bat.

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