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Gute und böse Omen auf der Waagschale der Glaubenslehre Teil 2

Gute und böse Omen auf der Waagschale der Glaubenslehre Teil 2

Die Vogeldeutung und böse Omen

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) verbot die Vogeldeutung (Tiyara) – also Aberglauben – und erklärte dies zu einer Form der Vielgötterei (Schirk). Dies liegt daran, weil die Araber vor dem Islam glaubten, dass Vögel ihnen Glück brächten oder Schaden von ihnen abwehrten, wenn sie entsprechend handelten. Sie stellten somit Allah, dem Mächtigen und Erhabenen, eine andere Macht zur Seite. Dies bedingt, dass das Herz sich nicht an Allah bindet, sondern an Geschöpfe, außerdem ist dieser Art Aberglaube typisch für Polytheisten. Von ´Abdullâh ibn Mas´ûd,  möge Allah mit ihm zufrieden sein, wird überliefert, dass der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Die Vogeldeutung ist Götzendienst, die Vogeldeutung ist Götzendienst, die Vogeldeutung ist Götzendienst.“ (Überliefert von Abû Dâwûd).

Ibn Hadschar schreibt in „Fath Al-Bârî“: „Die Tiyara […] ist der Pessimismus.“ Und Ibn Al-Athîr schreibt in „An-Nihâya fî Gharîb Al-Hadîth wa Al-Athar“: „Die Tiyara – oder Tîra – ist der Glaube, dass etwas ein böses Omen sei.“ An-Nawawî schreibt: „Die Vogeldeutung ist Götzendienst, das heißt: Der Glaube, dass sie nutzen oder schaden, wenn sie entsprechend handeln und dabei an ihre Wirkung glauben, ist Götzendienst, denn wer dies glaubt, schreibt den Vögeln eine Macht über Handlungen und das Schaffen dieser Umstände zu. […] Tatayyur ist der Glaube an schlechte Omen, das Wort bedeutet eigentlich unerwünschte Aussage, Handlung oder ein negatives Ereignis.“

Al-Munâwî schreibt in „Fayd Al-Qadîr“: „‚Die Vogeldeutung ist Götzendienst‘, das heißt, sie gehört zum Götzendienst. Denn die Araber glaubten, dass das, womit sie böse Omen verbanden, eine Ursache sei, die das Eintreten negativer Ereignisse bewirkt. Nur die Ursachen zu beachten, ist eine verborgene Form des Schirk, und somit erst recht, wenn dazu noch grobe Unwissenheit und Aberglaube kommen. Wer glaubt, dass jemand unabhängig von Allah nützt oder schadet, der gesellt Allah etwas bei.“

Ibn ´Abd Al-Barr schreibt in „At-Tamhîd“: „Wer Vogeldeutung beachtet, der sündigt, und seine Sünde liegt bei ihm selbst in seinem Beachtens der Vogeldeutung – wegen des Verlassens des Vertrauens (Tawakkul) und des klaren Glaubens. Denn er wird im Grunde von dem, womit er Vogeldeutung verbindet, heimgesucht, weil es keine wirklichen Vogeldeutung gibt und nichts außer dem geschieht, was Allah in Seinem vorausgegangenen Wissen wollte. Was ich in diesem Kapitel vertrete, ist: die Übergabe der Angelegenheit an Allah, den Mächtigen und Erhabenen, und das Aufgeben der endgültigen Festlegung auf Unglück durch Allah bei irgendetwas.“ Und Al-Qurtubî schreibt: „Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) verabscheute die Vogeldeutung, weil sie zu den Handlungen der Götzendiener gehören und weil sie eine schlechte Meinung von Allah, dem Mächtigen und Erhabenen, hervorrufen.“

Ibn Taymiya schreibt in „Madschmû´ Al-Fatâwâ“: „Die Vogeldeutung bestehen darin, dass jemand eine Sache im Vertrauen auf Allah tut oder sich dazu entschließt und dann ein verhasstes Wort hört wie ‚Möge es nicht vollendet werden‘ oder ‚Möge es nicht gelingen‘ und Ähnliches, sodass er dies als Omen betrachtet und die Sache aufgibt – dies ist verboten.“ Ibn Al-Qayyim schreibt in „Miftâh Dâr as-Sa´âda“: „Er (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) machte seiner Umma die Angelegenheit klar und legte ihr die Falschheit der Wahrsagerei dar, damit die Menschen wissen, dass Allah, der Lobpreiswürdige, so etwas nicht als Zeichen für das Schicksal oder als Ursache für Schlimmes bestimmte, damit ihre Herzen Ruhe finden und sie die Einzigartigkeit verinnerlichen, mit der Er Seine Gesandten entsandte, Seine Bücher herabsandte, für sie die Himmel und die Erde erschuf und die beiden Wohnstätten – das Paradies und die Hölle – bevölkerte.“

Der Scheich Ibn Bâz schreibt in „Al-Qaul Al-Mufîd ´alâ Kitâb At-Tawhîd“: „Die Worte: ‚Die Vogeldeutung‘ beziehen sich auf sichtbare oder hörbare schlechte Omen. Es heißt auch, das böse Omen bekannter Dinge, ob diese nun sichtbar oder hörbar sind, ob Zeit oder Ort, diese Erklärung ist allgemeiner. Das Omen umfasst demnach auch Dinge, die weder sichtbar noch hörbar sind, wie Omen, die mit Zeiten in Verbindung gebracht werden. Das Wort Tatayyur bedeutet eigentlich Omen, doch wurde er den Vögeln zugeschrieben, weil die Araber damals meistens Omen mit Vögeln verbanden. Ansonsten bedeutet Tatayyur allgemein: ein Omen in Verbindung mit Gesehenem, Gehörtem oder Bekanntem. Die Araber verbanden Omen mit Vögeln, mit der Zeit, mit dem Ort und mit Personen. Dies ist eine Form von Schirk, wie der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte. Wenn der Mensch sich dem Glauben an Omen öffnet, verengt sich seine Welt und er stellt sich alles als Unglück vor. Das Omen soll dem Menschen gar nicht in den Sinn kommen, denn es vergällt ihm sein Leben. Es ist daher verpflichtend, dem Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) zu folgen, der gute Vorzeichen mochte. Der Mensch soll daher positiv denken und nicht an schlechte Omen glauben.“

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