Die Weisheit in der Erwählung der Araber und deren Halbinsel als Wiege des Islâm

Die Weisheit in der Erwählung der Araber und deren Halbinsel als Wiege des Islâm
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Bevor wir auf die Frage eingehen, welche Weisheit dahinter steckt, dass die Araber und ihre Halbinsel als Wiege für den Islâm auserwählt wurden, ist es von Nutzen einen flüchtigen Blick auf die Situation der damaligen Völker zu werfen. Waren diese Völker zum Erhalt einer weltweiten Botschaft bereit, die die Menschheit vom Weg des Irrglaubens und der Finsternis, in der sie tappten, auf den Weg der Wahrheit und der Rechtschaffenheit führt? Im Lichte der Antwort kommen wir auf die Faktoren und Umstände, die die Araber und deren Halbinsel für die Erhaltung der islâmischen Botschaft bereit und tauglich machten.

 

Die Welt wurde von den Persern und Römern regiert, wie schon vorher von den Griechen und Indern. Die Perser richteten sich nicht nach einer wahren Religion oder wahrhaften Richtung. Sie waren Feueranbeter, die die Grundprinzipien des Zoroastrismus und Mazdaismus angenommen hatten. Diese beiden wichen von der natürlichen Veranlagung und der Rechtschaffenheit ab und folgten einer rein materiellen Philosophie, die überhaupt keine natürliche Veranlagung anerkennt und keine Religion toleriert. Der Zoroastrismus bevorzugte es beispielsweise, dass ein Mann seine Mutter, seine Tochter oder seine Schwester heiratet. Zur Philosophie des Mazdaismus gehören die freizügigen Beziehungen mit Frauen und das Kollektivrecht des Vermögens, das heißt, alle Menschen teilen es sich, wie es der Fall bei Wasser, Luft, Feuer oder Weiden ist.

 

Was die Römer betrifft, so waren sie in keinem besseren Zustand. Sie glaubten zwar an die Botschaft Jesu, wichen aber von ihrer wahren Glaubenslehre ab, indem sie sie verfälschten und einige Wahrheiten vertuschten. Deshalb versank ihr Reich in Sittenlosigkeit, Unanständigkeit und Dekadenz - und auch wegen der Steuererhebung in wirtschaftlicher Willkür, kolonialistischer Neigung, Streitigkeiten mit den syrischen und ägyptischen Christen und ihres blinden Vertrauens auf ihre militärische Macht sowie ihrer willkürlichen Abänderungen des Christentums gemäß ihrer Interessen und Neigungen.

 

Auf Grund dessen waren die zwei größten Mächte der damaligen Welt für die Führung der Menschheit in eine wahre Religion nicht fähig. Ebenso waren sie der Erhaltung einer weltweiten Botschaft, die die Menschheit aus der Enge des Diesseits in die Weite des Jenseits sowie aus der Ungerechtigkeit der Menschen in die Gerechtigkeit des einzigen Gottes befreit, nicht mächtig.

 

Was Griechenland und die Völker Europas anbelangt, so führten sie ein barbarisches Leben, dienten Götzen und verehrten Naturgewalten. Des Weiteren versanken sie in Aberglauben und Legenden, die überhaupt nichts nutzen, weder in der Religion noch im Leben.

 

Die anderen Völker in Indien, China, Japan und Tibet glaubten ihrerseits an den Buddhismus, eine heidnische Religion, deren Götter durch viele Götzen symbolisiert wurden und für die sie Tempel errichteten. Ferner glaubten sie an die Reinkarnation.

 

Außerdem gab es noch die Juden, die auf As-Schâm, den Irak und den Hidschâs verteilt waren. Sie verfälschten die Religion Mose, indem sie Gott als den alleinigen Gott der Juden ansahen, Geschichten über ihre Propheten erdichteten und deren Ruf verunglimpften. Sie hielten es für erlaubt, Andere zu betrügen und von ihnen Zinsen zunehmen, wohingegen sie dies untereinander verboten. Infolge dieser Sittenlosigkeit, Verwirrung und Irrwege entstanden Unheil und Elend sowie eine wilde Kultur, die auf rein materiellen Werten basierte und von den ideellen Werten weit entfernt war, die ihren Ursprung in der göttlichen Offenbarung hatten.

 

Die Arabische Halbinsel war hingegen von diesen Streitigkeiten, kulturellen Irrwegen und Korruptionen isoliert, da sie von Zivilisation und Wohlstand weit entfernt war, was wiederum den Einfluss der moralischen Dekadenz sowie der militärischen und philosophischen Willkür auf ihre Gegend hemmte. Ob ihrer Abweichungen war sie der natürlichen menschlichen Veranlagung am nächsten und zur Annahme der wahren Religion am ehesten bereit. Außerdem waren ihre Einwohner für ihre noble Gesinnung bekannt, wie für die Hilfsbereitschaft, Großzügigkeit, Keuschheit, Selbstachtung, Vertrauenswürdigkeit und Treue. Noch hinzu kommt ihre ausgezeichnete geografische Lage. Sie lag in der Mitte der erwähnten Völker. Diese geografische Lage und die damaligen Verhältnisse ermöglichten eine mühelose Übermittlung und Verbreitung des Guten unter allen Völkern.

 

Damit zeigte sich klar und eindeutig die göttliche Weisheit, warum die Araber und deren Halbinsel als Ausgangspunkt für den Islâm auserwählt wurden. Es war ein Ort, dessen Bewohner Analphabeten waren und deren Denkweisen von den verfälschten Philosophien unberührt geblieben waren. Deshalb war sie der Annahme der Wahrheit und der Ergebenheit ihr gegenüber am nächsten. Mit der Wahl der Arabischen Halbinsel als Ausgangspunkt für den Islâm war beabsichtigt, eventuelle Vorstellungen zu zerstreuen, dass diese Botschaft ein Ergebnis geistiger Erfahrungen oder philosophischer Ideen sein könnte. Das Vorhandensein des ehrwürdigen Hauses, das Allâh zum ersten Anbetungsort und zu einem Ort der Einkehr für die Menschen sowie zu einem sicheren Ort gemacht hatte, und die arabische Sprache mit deren spezifischen Merkmalen kommen noch hinzu.

 

Hierbei wollen wir darauf hinweisen, dass Allâh die Araber als Pioniere dieser Botschaft auserwählte, doch ist es mehr eine verantwortungsvolle Beauftragung, als eine Ehrung, da derjenige, der die Botschaft Allâhs als erster erhält, damit beauftragt ist, sie zu verbreiten und daran festzuhalten.

 

Ebenso ist es keine Begünstigung der Araber. Denn alle Menschen stammen von Adam ab, und Adam ist aus Erde. Der Edelste bei Allâh ist derjenige, der am gottesfürchtigsten ist. Deshalb gab es im Islâm Bilâl, den Abessinier, und Salmân, den Perser.

 

Wegen dieser und noch vieler anderer Gründe waren die Araber das geeignetste Volk, um das Siegel der Propheten zu beherbergen. Ihre Halbinsel war der geeignetste Ort für den Empfang der letzten Himmelsbotschaft. Aller Lobpreis gebührt Allâh, Der die Araber mit dieser großen Religion ehrte und ihre Halbinsel damit auszeichnete, dass Er sie zum Ort der Manifestation der deutlichen Offenbarung machte.

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