Aus der Auswanderung resultierte der neue islāmische Staat - Teil 1

Aus der Auswanderung resultierte der neue islāmische Staat - Teil 1
  • Veröffentlicht:04.11.2015
  • Kategorie:Höhepunkte
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Obwohl die Auswanderer vielen Problemen ausgesetzt waren, ließen sie sich im neuen Land nieder, denn der Erhalt der Aqîda und die Herausforderung der Verkündung des Islâm waren für sie vorrangig. Die Hidschra (Auswanderung) wurde sogar für jeden Muslim zur Pflicht, um den Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken zu unterstützen und ihm persönlich Beistand zu leisten. Als jedoch Makka erobert wurde, wurde die Hidschra beendet, da der Sinn der Hidschra in der Unterstützung der Religion und der Furcht vor der Gefahr der Nicht-Muslime besteht.

 
Eines der bedeutendsten Ergebnisse dieser Hidschra war die Gründung des ersten islâmischen Staates. Er war der erste Staat, den ein Prophet gründete. Der Islâm beinhaltet nämlich die Anbetungshandlungen sowie die Legislative und Exekutive. Die Hidschra bereitete die muslimische Gemeinschaft und die Mitmenschen darauf vor, einen vorbildhaften Staat zu gründen, dessen Ziel es ist, eine geeignete Umgebung zu schaffen, in der allein Allâh verehrt wird und eine Gesellschaft zu formen, in der die religiöse Brüderlichkeit dominiert und der vorislâmische Stammesfanatismus schwindet.
 
Die Grundlage für den Aufbau dieses Staates und dieser Gesellschaft auf neuen Fundamenten war der Gehorsam gegenüber Allâh und Seinem Gesandten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken . Im Folgenden werden die Ergebnisse der Hidschra und der Errichtung des islâmischen Staates erörtert:
 
Die Verwirklichung der reinen und alleinigen Verehrung Allâhs
 
Der Islâm verursachte eine tief greifende und umfassende Umstrukturierung der Glaubensgrundsätze. Es gab keinen Platz mehr für die Anbetung von Götzen, Sternen, sowie für Aberglauben, auch nicht für Zauberei und Wahrsagerei, oder Talismane und Geisterbeschwörungen. Vielmehr wandten sich die Bewohner des neuen islâmischen Staates in ihren Vorstellungen, ihrer Ibâda und ihrem Benehmen dem Tauhîd (der reinen Verehrung Allâhs) zu. Allâh ist ein Einziger: „Euer Gott ist ein Einziger Gott. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen.“ (Sûra 2:163) und: „Die Blicke erfassen Ihn nicht, Er aber erfasst die Blicke. Und Er ist der Feinfühlige und Allkundige.“ (Sûra 6:103)
 
Keines Seiner Geschöpfe ähnelt Ihm. Er selbst beschrieb sich mit Eigenschaften, wie Hören, Sehen, Wissen, ewiges Leben und anderen Eigenschaften, die im Qurân und der Sunna vorkommen. Jedoch können Seine Eigenschaften nicht mit den Eigenschaften Seiner Schöpfung verglichen werden: Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und Allsehende. (Sûra 42:11)
 
Der Islâm hat die Gesellschaft und den Einzelnen grundlegend verändert: Die Menschen änderten ihre täglichen Gewohnheiten und tief verwurzelten Traditionen, ihre Maßstäbe, sowie ihre Beurteilung und Sicht der Welt vollkommen. Die Gesellschaft änderte deutlich ihr Äußeres, das Aussehen und Erscheinungsbild änderten sich und neue traten hervor. Man konnte also einen klaren Unterschied zwischen dem Islâm und der Dschâhiliyya feststellen.
 
Die Araber handelten in ihrem Umgang und gesellschaftlichen Beziehungen nicht mehr willkürlich. Ihre Gewohnheiten wurden durch die Regeln des Islâm genau festgelegt und definiert, wie z.B. ihr Benehmen und auch andere Gewohnheiten wie Schlafen, Essen, Ehe, Scheidung und Kauf und Verkauf. Die Traditionen beeinflussen ohne Zweifel den Menschen und es fällt ihm schwer, von seinen Gewohnheiten abzulassen und völlig neue anzunehmen. Der tiefe Glaube jedoch, den der Islâm in die Herzen der Menschen setzte, ermöglichte ihnen, sich von allen vorislâmischen Gewohnheiten zu lösen und den islâmischen Charakter in all seinen Facetten anzunehmen. Sie gewöhnten sich daran, Allâh allein zu verehren, sowie sie sich an das Gebet und das Fasten, an die Pilgerfahrt und die Zakâ, sowie an die Bemühung um den Islâm gewöhnten und dass man mit jenen guten Taten nur das Jenseits anstrebt. Sie gewöhnten sich daran die Nähe zu Allâh durch das Gedenken an Allâh und Dankbarkeit, durch die Geduld bei Prüfungen, die aufrichtige Reue, Bittgebete und den Wunsch nach der Barmherzigkeit Allâhs und Seiner Güte zu erlangen, sowie dadurch, dass das Herz von Tauhîd, Aufrichtigkeit und Hoffnung erfüllt wurde.
 
Die Menschen gewöhnten sich auch daran, ihre täglichen Arbeiten in der Gesellschaft, Wirtschaft und in der Politik nur für Allâh zu vollbringen, da das Prinzip der Verehrung alle Teile des Lebens beeinflusst und mit reiner Absicht vollbracht werden muss. Die Muslime schafften es, von ihren schlechten Gewohnheiten abzulassen, die der Islâm verbot, wie Alkohol, Zins, falsche Heiraten, schlechte Charakterzüge wie z.B. Lügen, Betrug, üble Nachrede, Neid, Hochmut, Ungerechtigkeit usw.
 

So formte der islâmische Staat, den der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken gründete, eine fromme Gesellschaft, deren Einzelpersonen danach strebten, die Erde sowohl geistig als auch materiell zu bereichern, um die ewigen Wonnen Allâhs zu erlangen.

 

Aus der Auswanderung resultierte der neue islamische Staat - Teil 2

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