Informierung im Islâm

Informierung im Islâm
  • Veröffentlicht:05.12.2011
  • Kategorie:Erkenntnisse
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Haddsch:

 
Beim Gespräch über den Haddsch sprechen wir weder darüber, dass er eine der fünf Elementarpflichten des Islâm ist, noch darüber, dass er zu den Arten der Annäherung an Allâh gehört, noch über dessen großartige Weisheit beim Versammeln des Wortes der Muslime aus aller Welt noch über das Ziel, für das ihn Allâh festgelegt hat, so dass man dadurch der wahren Religion folgt; vielmehr ist das Ziel das Sprechen über den Haddsch unter dem Aspekt, dass er das bedeutendste Mittel des einladenden Aufrufs zum Islâm bildet, weil er mit vielen Informationserscheinungsformen und aufrufenden Formen verbunden ist.
 
Der Haddsch gehört zu den Informationsmitteln des Islâm, da er die größte globale Konferenz und die großartigste Versammlung ist, in der sich die Muslime aus der ganzen Welt treffen, und zwar gemäß der Aussage Allâhs des Erhabenen: "Und rufe unter den Menschen zum Haddsch auf, dass sie zu dir kommen zu Fuß und mit jedwedem Transportmittel aus jedweder fernsten Gegend!" (Sûra 22:27).
 
Allâh der Erhabene hält zur größten und gewaltigsten Versammlung an und ruft zu dieser auf. Die großartigste Konferenz ist am Tag der größten Pilgerfahrt, an dem die Muslime von jedem Ort dem Ruf Allâhs Folge leisten, mit ihren Herzen zu Allâh zu wandern, ihre Familien und Verwandten zu lassen und sich nur für das anbetende Dienen gegenüber Allâh zu treffen, und zwar auf die Weise, die Er für sie festlegt und von der sie nie abweichen.
 
Der Haddsch hat den größten Einfluss auf die Muslime, und zwar festigt er deren Dogma und pflanzt den Glauben und die innere Ruhe in ihre Herzen. Der Gesandte  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken entschloss sich, den Haddsch zu verrichten, um die Zeremonien des Haddsch und der Umra sowie deren Formen, die als aufrufende Formen gelten, zu erklären und zum Islâm einladend aufzurufen. Die erste aufrufende Form ist die Talbiya-Form, die die Muslime Allâh dem Erhabenen gegenüber anflehend rufen.
 
Zu den Erscheinungen des islâmischen einladenden Aufrufs, die mit dem Haddsch verbunden sind, gehört Folgendes:
 
1. Der siebenmalige Tawâf (Umschreiten) um die Ka'ba.
 
2. Das Verweilen in der Arafat-Ebene: Dies gilt als eine großartige Zusammenkunft, zu der die Muslime aus aller Welt kommen.
 
3. Die Talbiya (beim Haddsch oft zu wiederholende Worte) und der Takbîr (die Worte „Allâh ist größer“), einige Kennworte, die die Muslime anfeuern; zudem liegt in deren Wiederholung eine Informationsmethode für die Festigung des Bewusstseins für Monotheismus und Gehorsamkeit Allâh dem Erhabenen gegenüber.
 
4. Werfen der Kieselsteine: Eine wirksame Informationsmethode für die Festigung des Bewusstseins für das Bekämpfen des Satans.
 
5. Der Sa'î (Lauf zwischen Safâ und Marwa): Ein wunderbares Aufruf-Werk, das ein großartiges Ziel verwirklicht, durch das die Muslime von der Religion abhängiger werden und an ihr festhalten.
 
Der Haddsch hat eine tiefgreifende Auswirkung, mit der die Muslime abhängiger vom Gesandten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken werden und sich an ihn halten, da der Haddsch zu den größten Informationsmitteln des Islâm gehört. Er ist eine Elementarpflicht des Islâm. Die Muslime können dieses Informationsmittel als eine islâmische Zusammenkunft verwenden, in der sie ihre Meinungen, Gedanken und Fragen darlegen. Hat der Haddsch andere Vorteile außer als eine Anbetungshandlung zu sein?
 
Zweifelsohne sind die guten Versammlungen zu jeder Zeit respektive an jedem Ort nicht frei von Vorteilen, die das Wohl für den Menschen mit sich bringen. Zu diesen Vorteilen gehören der Handel und Austausch von materiellen Waren, zu diesen Vorteilen gehören auch die Information und der Austauch von Informationen und geistigen Materialien. Der Haddsch ist doch einer der großen berühmten Märkte bei den alten und neuen Nationen, wobei sich diese Märkte jedoch nicht auf die kommerziellen Waren ohne die ideellen Waren beschränken.
 
Die Muslime sollen dieses anbetende Dienen nutzen und von ihm auf richtige Weise profitieren und aus ihm Nutzen ziehen, da es eine Chance ist, die sich ihnen beim Haddsch bietet, damit die Muslime aus diesem starken Informationsmittel Nutzen ziehen. Vielleicht ist dies das, was Allâh der Erhabene in Seiner folgenden Aussage meint: "Damit sie Zeuge von Vorteilen für sich werden." (Sûra 22:28). 
 
Ukâz-Markt:
 
Die Märkte bei den Arabern waren nicht nur Zentren kommerziellen Austausches, sondern auch eine Messe der geistigen und literarischen Waren. Bei diesen Märkten konnte es geschehen, dass ein Stamm den Krieg gegen einen anderen Stamm erklärte. Auf ihnen lernten sich die Menschen kennen und auf ihnen befanden sich Dichter. Jeder Stamm wählte einen Dichter, der seine Dichtung vortrug, damit man sie beurteilte, wie der Dichter An-Nâbigha und andere. Zu diesen Märkten gehörte der Ukâz-Markt, der im Lauf der Geschichte als der großartigste Markt der Araber in der vor-islâmischen Zeit der Ignoranz gilt, weil der Ukâz-Markt die öffentliche Messe der Araber in der vor-islâmischen Zeit der Ignoranz und eine offizielle literarische sprachliche Versammlung war. Dabei gab es auch Beurteilende, für die man Zelte in Form von Kuppeln aufstellte; dann zeigte ihnen jeder Dichter seine Dichtung und seine Literatur. Was diese Beurteilenden für gut hielten, war das Gute, und was sie ließen, war das Falsche.
 
Die Märkte waren ferner eine Messe vieler Sitten der Araber und deren sozialen Lagen. Hier hielt Qis ibn Sâ'ida eine Rede vor den Leuten und erwähnte den Schöpfer und wies sie an, Gutes zu tun, und dort gab es auch allgemeine politische Foren, bei denen die Stämme viele Angelegenheiten darlegten. Wer jemandem Asyl gewähren wollte, erklärte dies mit lauter Stimme auf dem Ukâz-Markt, damit alle Leute dies hören konnten. Wer den Krieg gegen einen Stamm erklären wollte, erklärte ihn ebenfalls auf dem Ukâz-Markt.
 
Diesen Markt veranstaltete man damals unter den Arabern und er hatte auch manchmal die Aufgabe offizieller Erklärungen in der heutigen Zeit. Wer ein tadelnswertes unehrenhaftes Verhalten hatte, das vom Verhaltenscodex der Araber abwich, den stellten die Araber an den Pranger auf dem Ukâz-Markt, damit die Leute ihn kannten und dann mieden.
 
Viele arabische Stämme lebten in Ukâz. Sie rühmten sich dort, stritten sich einander und prahlten gegenseitig Ukâz lag zwischen Makka und Tâif. Diesen Markt veranstaltete man im Monat Dhû Al-Qi'da. Ihn besuchten die Stämme Quraisch, Hawâzin, Ghatfân, Chuzâ'a, Al-Ahâbîsch und Gruppen aus dem Irak, aus Bahrain, aus Al-Jamâma, aus Oman, aus dem Jemen und aus allen Städten der Arabischen Halbinsel. Auf diesem Markt gab es weder Steuern noch einen Zehnten, denn er befand sich nicht im Besitz eines Emirs.
 
Der Gesandte Allâhs Möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken stand in Ukâz drei Jahre nach seiner Entsendung, um die Leute zum Guten, zur Rechtleitung und zum Glauben einladend aufzurufen; da überkam ihn eine tiefgreifende Trauer um sein Volk, das an Allâh nicht glauben wollte, und er entschloss sich, sich zu jedem Stamm an dessen Wohnort und zu jeder Gruppe in deren Region zu begeben, um ihnen diese Religion darzulegen.
 
Wir schlussfolgern, dass es für die Kommunikation und Information viele Arten in den alten Umfeldern gab, da der Mensch sowohl die Information als auch den Aufruf kannte, aber mit unterschiedlichen Formen; auch kannte er Informationsmittel, die zu deren Umgebung und zum Ort deren Entstehung passten.
 
Dementsprechend können wir die den Sachverhalt der Auswirkung der Märkte der Araber, die Mittel deren Informationen und deren Bedeutung als ein Mittel der alten Information begreifen.

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