Geschichte des Qurân-Drucks - Teil 2

Geschichte des Qurân-Drucks - Teil 2
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Nach der Ausführung dieses Drucks kam es zur Gründung eines Komitees unter Leitung des Großscheichs der Azhar, der zahlreiche weitere Gelehrte angehörten: Scheich Abdulfattâh Al-Qâdî, Scheich Muhammad Alî An-Naddschâr, Scheich Alî Muhammad Ad-Dabbâ und Scheich Abdulhalîm Basyûnî. Dieses Komitee überprüfte die Auflage sorgfältig auf der Grundlage der wesentlichsten Werke zu Lesart, Schreibung, Qurân-Zeichensetzung und Erläuterung des Qurân und der Qurân-Wissenschaft. Fehler und Mängel der Schreibung und Vokalisierung des ersten Drucks wurden so behoben und ein zweiter genauestens editierter Druck wurde angefertigt.

 

Mit der Weiterentwicklung der Drucktechnik und deren Verbreitung folgten weitere Drucke in mehreren Städten der islâmischen Welt, auch im Westen der arabischen Welt, der im Qurân-Druck dem arabischen Osten alsbald folgte. Wann genau mit dem Druck in den westlichen Ländern der arabischen Welt begonnen wurde, ist nicht genau bekannt; man weiß jedoch, dass die im Maghreb tradierte Zeichensetzung von Al-Charrâz (bzw. Ad-Dânî) verwandt wurde.

 

Der Qurân-Druck im Königreich Saudi-Arabien

 

Der Beginn des Qurân-Drucks reicht hier ins Jahr 1369 n. H. zurück. In diesem Jahr erschien der unter dem Namen Mushafu Makkati Al-Mukarrama bekannte Qurân-Druck, der von der Firma Mushafu Makkati Al-Mukarrama gedruckt wurde.

 

Professor Abdulquddûs Al-Ansârî weist in einem Beitrag in der Zeitschrift Manhal darauf hin, dass die Idee für diesen Druck auf den damaligen Direktor der staatlichen Druckerei Ummu Al-Qurâ, Professor Muhammad Sa‘îd Abdulmaqsûd, zurückgeht, der jedoch vor dessen Realisierung starb. Verwirklicht wurde das Vorhaben dann von den Professoren Muhammad Alî Maghribî, Ibrâhîm Nûrî und Abdullâh Bahmadain. In einer zusammenfassenden Darstellung über diese Qurân-Ausgabe in der Zeitung Ummu Al-Qurâ heißt es, dass er, als die Idee für diesen Qurân-Druck herangereift war, die Firma Mushafu Makkati Al-Mukarrama gründete, der Muhammad Surûr As-Sabân, Abdullâh Bahmadain (als Direktor), Ibrâhîm Nûrî, (Aufsichtsführender), Muhammad Alî Maghribî (Finanzaufsicht) und Muhammad Libnî angehörten.

 

Die Firma erwarb ein Gebäude in Makka und kaufte eine moderne Druckmaschine aus Amerika, die einen Druck des Qurân in verschiedenen Größen ermöglichte. Sie beauftragte Ingenieure damit, die Maschine zu montieren.

 

In den Jahren des Zweiten Weltkrieges einigte man sich mit dem renommierten Kalligrafen Professor Muhammad Tâhir Al-Kurdî auf die Niederschrift des Qurân gemäß den Regeln der Qurân-Schreibung nach Uthmân. Er vollbrachte dieses Werk bestens. Nach der Fertigstellung wurde diese Niederschrift von einer Gruppe von Gelehrten aus Makka überprüft: Ahmad Hâmid At-Tîdschî, Professor für die Lesarten des Qurân an der Al-Falâh-Schule in Makka, Scheich Abduzzâhir Abu As-Samh, Imâm und Prediger der Haram-Moschee, Muhammad Ahmad Schatâ, zweiter Assistent des für den Unterricht verantwortlichen Direktors in Makka, und Ibrâhîm Sulaimân An-Nûrî, Inspektor des Unterrichtsdirektoriums in Makka. Danach wurde dieser Mushaf von den Gelehrten der Azhar überprüft und bestätigt. Die höchste Autorität in Hinblick auf die Qurân-Rezitation war damals Scheich Muhammad Alî Ad-Dabbâ, der den Druck bestätigte und sein offizielles Siegel darunter setzte.

 

Nach fünf Jahren intensiver Arbeit an Manuskript und Korrektur wurde dieser Qurân-Druck im Jahre 1367 n. H. fertiggestellt. Sein Druck in einer Großausgabe begann in der Nacht des 17. Dhû Al-Qa‘da 1368 n. H. und endete am 7. Rabî‘u Al-Awwal 1369 n. H. Darauf wurde ein weiterer Druck in kleinerem Format angefertigt und es folgten Drucke in verschiedenen Größen.

 

Die Zeitung Ummu Al-Qurrâ beschreibt diesen Mushaf folgendermaßen:

 

1. Jede Seite beginnt mit dem ersten Vers, ebenso befindet sich der letzte Vers am Seitenende.

 

2. Jeder dreißigste Teil beginnt auf der ersten (rechten) Seite, ebenso endet jeder auf der letzten (linken) Seite.

 

3. Jeder dreißigste Teil umfasst 20 Seiten, außer Ammâ (der Letzte der 30 Teile).

 

4. Die einzelnen Abschnitte, deren Hälften und Viertel sind mit halbmondförmigen Klammern gekennzeichnet.

 

5. Die Niederwerfung ist durch ein Ka‘ba-Symbol gekennzeichnet.

 

6. Die Ornamentik, die auf der ersten Seite die erste Sûra (Al-Fâtiha) und auf der zweiten Seite den Beginn der zweiten Sûra umgibt, besteht aus dem Wort „Makka“ in kufischer Schrift.

 

7. Am Ende des Mushaf befindet sich ein Bittgebet, das nach dem vollständigen Lesen des gesamten Qurân gesprochen wird und aus einzelnen überlieferten Bittgebeten besteht.

 

Das Echo innerhalb und außerhalb des Königreichs war enorm und die Freude von König Abdulazîz  Allah   erbarme sich seiner über das Erscheinen dieses Drucks war groß. Er gewährte, wie auch die Emire und Minister des Königreichs, den Mitarbeitern großzügige materielle und ideelle Unterstützung. Ebenso fand der Druck Lob und Anerkennung der Muslime außerhalb des Königreichs und wurde in der Presse einiger Länder lobend hervorgehoben.

 

30 Jahre nach dem Erscheinen der makkanischen Ausgabe erschien 1399 n. H. ein weiterer Druck in Dschidda. Dieser wurde nach Überprüfung durch die dafür zuständigen Autoritäten des Königreichs Saudi-Arabien von der Druckerei Ar-Rauda hergestellt. Dieser Druck wurde unter Aufsicht des Vorstandes der Druckerei, allen voran Professor Abdullâh Bâ‘kadah, Direktor der Druckerei, und seiner Kollegen Muhammad Tarmûm und Muhammad Baldschûn durchgeführt.

 

Im Monat Muharram des Jahres 1405 n. H./1984 n. Chr. wurde die Eröffnung der bisher größten Qurân-Druckerei der Welt in Madîna bekannt gegeben. Dies war die erste seitens der Regierung unternommene Eröffnung einer Druckerei im Dienste des Qurân und dies zum Nutzen von Millionen Muslimen weltweit.

 

Geschichte des Qurân-Drucks - Teil 1

 

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