Al-Barâ ibn Mâlik

Al-Barâ ibn Mâlik
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Es handelt sich um Al-Barâ ibn Mâlik  möge Allah mit ihm zufrieden sein, den Bruder von Anas ibn Mâlik  möge Allah mit ihm zufrieden sein; Letzterer war ein Diener des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken . Al-Barâ war einer der größten Helden. Er schwor dem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken unter einem Baum (bei Al-Hudaibîya) die Treue. Er beteiligte sich am Feldzug von Uhud sowie an den nachfolgenden Feldzügen. Er lebte als Kämpfer auf dem Wege Allâhs.

 

Sein einziger Wunsch war als Märtyrer zu sterben. Eines Tages trat zu ihm sein Bruder Anas  möge Allah mit ihm zufrieden sein, während er dichtete. Seine Stimme war besonders schön. Anas  möge Allah mit ihm zufrieden sein fragte ihn: "Mein Bruder, singst du Gedichte, obwohl Allâh dir etwas Besseres gab: den Qurân!“ Al-Barâ  möge Allah mit ihm zufrieden sein entgegnete ihm: "Fürchtest du, dass ich im Bett sterbe? Nein, bei Allâh! Allâh wird mir nicht die Ehre verwehren als Märtyrer zu sterben ...“



Er beteiligte sich an den Apostatenkriegen, in denen er sich als besonders tapfer erwies und die Augenzeugen seiner Taten erstaunte. Am Tag der Yamâma-Schlacht wartete er wie die Anderen auf die Anweisung Châlids ibn Al-Walîd zu marschieren. Kaum rief Châlid  möge Allah mit ihm zufrieden sein "Allâhu Akbar!" aus, brachen die Muslime mit diesem Ruf auf und mit ihnen Al-Barâ ibn Mâlik, der den Tod suchte.

 

Al-Barâ  möge Allah mit ihm zufrieden sein kämpfte gegen die Anhänger des falschen Propheten Musailima und es fiel Einer nach dem Anderen vor ihm zu Boden. Die Truppen Musailimas waren jedoch nicht schwach und nicht wenige. Sie waren vielmehr das gefährlichste Heer überhaupt, gegen das die Muslime in den Apostatenkriegen gekämpft hatten. So standhaft verteidigten sie sich gegenüber den Muslimen, dass sie fast die Oberhand gewonnen hätten und aus ihrer Verteidigung ein Angriff wurde. Angst schlich sich in die Reihen der Muslime, weshalb Châlid zu Al-Barâ  möge Allah mit ihm zufrieden sein eilte und ihn bat: "Halte eine Ansprache, Barâ!“ Er ermunterte die Muslime zum Kampf, indem er rief: "Bürger Madînas! Heute gibt es kein Madîna mehr! Es bleiben nur noch Allâh allein und das Paradies!“ Er bestieg sein Reittier und stürmte in die Richtung der Feinde, gefolgt von den Muslimen, die nun sehr kühn kämpften, bis sie die Oberhand gewannen. Die Feinde ergriffen die Flucht und verschanzten sich in einem Garten mit hohen Mauern, der Musailima gehörte.

 

Die Muslime standen vor den Mauern des Gartens und machten sich Gedanken, wie sie diese Festung erobern konnten. Da tauchte Al-Barâ  möge Allah mit ihm zufrieden sein wieder auf und rief: "Ihr Muslime, werft mich hinein!“ Die Muslime warfen ihn hinein. Er kämpfte solange, bis er das Gartentor öffnen konnte und die Muslime hineingelangten und die Anhänger Musailimas bekämpften. Sie gewannen den Kampf. Doch blieb der Wunsch von Al-Barâ  möge Allah mit ihm zufrieden sein - der Märtyrertod - noch unerfüllt, obwohl er sich in die Festung hatte werfen lassen. Doch gewährte es ihm Allâh noch nicht.

 

Al-Barâ ibn Mâlik  möge Allah mit ihm zufrieden sein kehrte mit mehr als 80 Wunden an seinem Körper zurück, teils durch Schwerthiebe und teils durch Pfeilwunden. Man brachte ihn in sein Zelt, wo er ärztlich behandelt wurde. Die Aufgabe seiner Behandlung übernahm einen ganzen Monat lang Châlid persönlich.

 

Kaum war Al-Barâ  möge Allah mit ihm zufrieden sein von den Wunden der Yamâma-Schlacht genesen, schloss er sich den Truppen der Muslime an, die zum Kampf gegen die Perser aufbrachen. Eines Tages bedienten sich die Perser eines grausamen Mittels: Sie warfen an Ketten gebundene glühende Eisenhaken auf die Muslime. Diese Haken waren desjenigen Unglück, den sie trafen. Einer dieser Haken traf Anas ibn Mâlik  möge Allah mit ihm zufrieden sein. Er konnte sich davon nicht befreien. Als ihn Al-Barâ  möge Allah mit ihm zufrieden sein sah, eilte er zu ihm, nahm die Kette in die Hand und zog sie solange nach unten, bis sie riss. Er betrachtete dann seine Hände und sah, dass seine Knochen zu sehen waren und sein Fleisch fast völlig versengt war. So konnte er Anas  möge Allah mit ihm zufrieden sein retten.

 

Al-Barâ  möge Allah mit ihm zufrieden sein kämpfte weiter, wobei er die Hoffnung auf den Märtyrertod nie aufgab. Dann kam die Schlacht von Tustur, in der die Muslime gegen die Perser kämpften. Hier erfüllte sich der Wunsch von Al-Barâ  möge Allah mit ihm zufrieden sein.

 

Die Perser stellten ein großes Heer auf. Sie kamen von jedem Ort her, um den Muslimen entgegenzutreten. Umar ibn Al-Chattâb  möge Allah mit ihm zufrieden sein, der Fürst der Gläubigen, schrieb seinen zwei Statthaltern in Kûfa und Basra, Truppen nach Ahwâz zu schicken. Diese Truppen schlossen sich dem Heer in Ahwâz an. Es war eine furchtbare Schlacht: Der Kampf begann wie üblich mit Duellen. Al-Barâ trat das Duell an. Dann stürmten die Heere aufeinander los und zu beiden Seiten fielen viele Männer. Die Muslime standen kurz vor einer Niederlage.

 

Da näherten sich einige Prophetengefährten  möge Allah mit ihnen zufrieden sein Al-Barâ  möge Allah mit ihm zufrieden sein und sagten zu ihm: "Erinnerst du dich an den Tag, als dich der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken mit den Worten meinte »Manchem Zerzausten und Verstaubten, der nur zwei alte Kleidungstücke trägt, erfüllt Allâh alles, was er von Ihm erfleht? Zu diesen gehört Al-Barâ  möge Allah mit ihm zufrieden sein.« (At-Tirmidhî). Sie baten ihn darum, Allâh um Sieg zu bitten. Er hob seine Hände gen Himmel und betete: "O Allâh, lass uns sie besiegen! O Allâh, besiege sie! O Allâh, verhilf uns zum Sieg! O Allâh, erlaube mir, mich Deinem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken anzuschließen!“

 

Dann zog er los, bestieg sein Ross, griff die Perser an und streckte einen ihrer Adligen nieder. Allâh verhalf den Muslimen zum Sieg gegen die Perser. Doch Al-Barâ  möge Allah mit ihm zufrieden sein fiel in der Schlacht nach einem langen kampferfüllten Leben, in dem er alles, was er besaß, dafür ausgab. Er verstarb zur Zeit des Kalifats von Umar ibn Al-Chattâb  möge Allah mit ihm zufrieden sein im Jahre 20 der Hidschra.

 

 

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