Mein Kind weint ständig – Wie kann ich das unterbinden?

 Mein Kind weint ständig – Wie kann ich das unterbinden?
  • Veröffentlicht:11.12.2016
  • Kategorie:Kinder
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Kinder fragen oft nach Dingen, die sie benötigen, und zwar mit einer unterschwelligen Spannung in ihrer Stimme, wenn sie nicht die Möglichkeit haben, vorherige Spannungen durch Weinen und Toben (Wutanfälle) zu verarbeiten, was eine Freisetzung der aufgestauten Frustration darstellt. 

 

Zuerst sollte man allerdings zuhören und sehen, ob es ein legitimes Bedürfnis gibt, das erfüllt werden muss.

 

Wenn kein legitimes Bedürfnis vorhanden ist, sondern lediglich eine Stimme der „Verzweiflung“ um etwas, was dein Sohn nicht braucht, kann es hilfreich sein eine „entwicklungsorientierte Grenze“ festzulegen. Dies kann und sollte ohne Grobheit getan werden. Vielmehr solltest du die Funktion des „Beraters“ für deinen Sohn übernehmen!

 

Nachdem du dir seine angespannte, verzweifelt klingende Forderung angehört hast, kannst du einfach mit einer warmen Stimme und mit einem warmen fürsorglichen Ausdruck eine Grenze festlegen, indem du sagst: „Mein Liebling, nicht jetzt, vielleicht später!“ Als Nächstes „höre“ einfach „zu“, bis die verzweifelten Gefühle, die seine Fügsamkeit verhindern, herauskommen und er wahrscheinlich weinen oder toben wird. Deine Funktion besteht nun darin, bis zur Beendigung zuzuhören, bis all seine Gefühle herauskommen und er dann sein gutes Urteilsvermögen wiederhergestellt und das Produkt, das er gerade noch scheinbar verzweifelt benötigte, wahrscheinlich sogar vergessen hat. 

 

Um deinem Sohn diese wundervolle Hilfestellung und Unterstützung zu bieten, wirst du dich im Voraus darauf vorbereiten müssen, eine beträchtliche Menge an Zeit in diese „Zuhör“-Periode zu investieren! Sei nicht überrascht, wenn er eine gute Stunde oder sogar mehr braucht, um sich abzureagieren, sprich bis zur Erschöpfung zu weinen und zu toben! Besonders wenn er vorher noch nie die Möglichkeit hatte, Gefühle auf diese Weise loszuwerden.

 

Wenn es dir gelingt, seinen Gefühlen eine gute Zeit lang zuzuhören, wirst du entdecken, dass diese Momente des Grenzensetzens immer weniger werden, da er Stress ablässt. Dies ist der Ursprung des Heultones, den du gehört hast. Indem du Zeit vorsiehst, diese weiche entwicklungsorientierte Grenze festzulegen, hilfst du deinem Sohn, die Spannungen zu beheben, die ihm sonst in seinem weiteren Leben „zusetzen“ könnten. Fühle dich zufrieden und sei stolz auf deine Leistung und liebende Unterstützung, mit der du deinen Sohn von innerer Anspannung befreist!

 

Du kannst auch einen Erwachsenen einladen, der dir zuhört, was dir ermöglicht zu weinen und zu lachen und über das zu reden, was eine derartige Hilfeleistung für deinen Sohn in dir bewirkt. Die starken Gefühle und das Luftablassen deines Sohnes werden dir, obwohl heilend für deinen Sohn, unangenehm sein, und zwar auf Grund der Gefühle, die du niemals verarbeiten konntest. Sein Weinen und Wüten werden dir die Gelegenheit bieten, deine eigenen nicht verarbeiteten Gefühle zu verarbeiten. Denke daran, dass deine Eltern diese Information wahrscheinlich nicht hatten, um dir zu erlauben, so zu weinen, wie ein Kind es benötigt! Deshalb wird das Weinen deines Kindes nun deine Gefühle zur Verarbeitung hervorbringen. Und wenn du selbst weinst, wirst du ein immer besserer Zuhörer für die tiefen Gefühle, die dein Sohn dir soeben zeigen will.

 

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