Die vorbeugenden und heilenden Wunder der rituellen Gebetswaschung – Teil 1

Die vorbeugenden und heilenden Wunder der rituellen Gebetswaschung – Teil 1
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„Und er redet nicht aus (eigener) Neigung. Es ist nur eine Offenbarung, die eingegeben wird“ (Sûra 53:3-4).

Ich muss etwas gestehen. Für die Verrichtung der rituellen Gebetswaschung habe ich mir nie wirklich ausreichend Zeit genommen, wie ich es hätte tun sollen. Mit „tun sollen“ meine ich die gründliche Sorgfalt, zu der unser Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) aufforderte. Als ich allerdings Recherchen für diesen Artikel betrieb, fühlte ich mich, gelinde gesagt, ziemlich töricht.

Ich vergeudete nicht nur die Möglichkeit, mehr Belohnung für das Vervollständigen der rituellen Gebetswaschung zu erlangen, sondern ließ zudem goldene Gelegenheiten verstreichen, meine Gesundheit und mein allgemeines Wohlbefinden zu verbessern.

Ein tägliches Ritual

Vor vierzehn Jahrhunderten stellte uns unser Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) – der ein wandelndes Lexikon war, wenn ich ihn so beschreiben darf – ein Rezept aus, das 26 Waschbewegungen enthält, die fünfmal täglich verrichtet werden müssen. Dies entspricht insgesamt 130 Waschbewegungen, um eine optimale Gesundheit zu gewährleisten.

„O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch das Gesicht und die Hände bis zu den Ellbogen und streicht euch über den Kopf und (wascht euch) die Füße bis zu den Knöcheln. Und wenn ihr im Zustand der Unreinheit seid, dann reinigt euch. Und wenn ihr krank seid oder auf einer Reise oder jemand von euch vom Abort kommt oder ihr Frauen berührt habt und dann kein Wasser findet, so wendet euch dem guten Erdboden zu und streicht euch damit über das Gesicht und die Hände. Allâh will euch keine Bedrängnis auferlegen, sondern Er will euch reinigen und Seine Gunst an euch vollenden, auf dass ihr dankbar sein möget“ (Sûra 5:6).

Bevor ein Muslim seine Gebete verrichtet, vollzieht er die im vorstehenden Vers erwähnten Bewegungen der rituellen Gebetswaschung sowie weitere, die der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) ergänzte.

Demnach beinhaltet die rituelle Gebetswaschung das Waschen der Hände, der Arme bis zu den Ellbogen, des Mundes, der Nasenlöcher und der Füße bis zu den Knöcheln, alles jeweils dreimal. Über die Innenseite und die Rückseite der Ohren sowie den Teil des Kopfes über der Stirn wird einmal gestrichen.

Wenn dies fünfmal am Tag getan wird, reinigt dies nicht nur die lebenswichtigen Körperteile von Staub und Schmutz, sondern „besänftigt“ und erfrischt diese zudem.

Interessanterweise ermunterte uns der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) außerdem dazu, die rituelle Gebetswaschung vor dem Schlafengehen zu verrichten. Dasselbe Ritual wird von Yoga-Experten empfohlen, die sagen, dass das Waschen wichtiger motorischer und sensorischer Körperteile wie Hände, Augen, Beine, Mund und Geschlechtsorgan vor dem Schlafen mit kaltem Wasser den Körper entspannt und ihn auf einen tiefen Schlaf vorbereitet.

Stimulieren des Biorhythmus 

In einem Artikel namens „Die Rituale der Muslime und deren Auswirkung auf die Gesundheit des Menschen“ spricht Dr. Magomed Magomedov, Assistent am Institut für allgemeine Hygiene und Ökologie des Menschen an der medizinischen Staatsuniversität Daghestan, darüber, wie die rituelle Gebetswaschung den Biorhythmus des Körpers und besonders biologisch aktive Stellen (BAS) stimuliert. Dies entspricht fast genau dem Konzept der chinesischen Reflextherapie.

Heute wissen wir, dass der Mensch ein komplexes System aus elektromagnetischen Feldern, Energiebahnen, Biorhythmen und so weiter ist. Die inneren Organe des Menschen stellen ihrerseits ein nicht weniger komplexes bioenergetisches Ganzes dar. Sie alle besitzen unauflösbare mehrkanalige gegenseitige Verbindungen mit der Haut, die spezielle Stellen beherbergt, deren Funktionen Kontrollknöpfen und Aufladesteckplatten gleichen, die für bestimmte Organe verantwortlich sind. Diese Stellen werden biologisch aktive Stellen (BAS) genannt.

Während Dr. Magomedov in seinem faszinierenden Artikel die Übereinstimmungen zwischen der rituellen Gebetswaschung und der chinesischen Wissenschaft der Reflexzonenmassage aufzeigt, erklärt er auch die Hauptunterschiede. Um ein Arzt im Bereich Reflexzonenmassage zu werden, sagt er, muss man 15 bis 20 Jahre studieren, was mit den einfach zu erlernenden Techniken der rituellen Gebetswaschung nicht zu vergleichen ist. 

Ein weiterer Vergleich zeigt, dass die Reflexzonenmassagentherapie hauptsächlich dazu genutzt wird, um Krankheiten zu behandeln, und nur sehr selten zur Vorbeugung, während die rituelle Gebetswaschung, wie wir sehen werden, großen vorbeugenden Nutzen besitzt.

Ferner gibt es einen weiteren Nachteil der Reflexzonenmassagentherapie, sagt er, der bei der rituellen Gebetswaschung nicht vorhanden ist. Der Patient bekommt ein Trauma, weil die Ärzte Kauterisation anwenden.

„Der Großteil der stärksten BAS wird beim muslimischen Ritual gewaschen. Nicht der Arzt, der viele Jahre studiert hat, verrichtet dies, sondern jeder Muslim selbst. Zudem ist ein Muslim durch das fünfmalige tägliche Gebet dazu verpflichtet, die Präventivmaßnahmen gegen Krankheiten vorab zu treffen.“

Laut Dr. Magodemov behauptet die chinesische Medizin, dass es über 700 BAS gibt, wobei 66 davon Schnellreflextherapieeffekte besitzen und drastische (oder Angriffs- oder antike oder wichtigste Elementar-) Stellen genannt werden. 

Von diesen 66 Stellen befinden sich 61 in Bereichen, die bei der rituellen Gebetswaschung erforderlich sind, während sich die restlichen fünf zwischen dem Fußknöchel und dem Knie befinden (ein Bereich, dessen Waschung gemäß prophetischen Überlieferungen wünschenswert ist).

Auf diese Weise wird die rituelle Gebetswaschung zu einer Art Behandlungskomplex, der die Wasserdruckmassage der BAS, sprich deren thermische und physische Stimulation miteinschließt.

Die BAS im Gesicht (die bei der rituellen Gebetswaschung gewaschen werden) „laden“ Organe wie Gedärme, Magen und Blase „auf“. Daneben haben sie eine positive Wirkung auf das Nerven- und Fortpflanzungssystem, sagt Dr. Magomedov in seinen Forschungsergebnissen und ergänzt, dass die BAS verantwortlich für das Knochensystem, die Gedärme, das Nervensystem, den Lendenbereich, den Magen, die Bauchspeicheldrüse, die Gallenblase, die Schilddrüse und den Solarplexus sind. Weitere BAS befinden sich auf dem rechten Bein – ein weiterer Bereich, den die rituelle Gebetswaschung miteinschließt.

Das linke Bein enthält die BAS, die verantwortlich für die Hirnanhangsdrüse ist – das Hirnorgan, das die Funktion der Hormondrüse reguliert und das Wachstum steuert. In der Ohrenschnecke befinden sich Hunderte von BAS, die „die Funktion fast aller Organe in Einklang bringen, hohen Blutdruck senken, sowie Zahn- und Halsschmerzen lindern.“ Die rituelle Waschung der Ohren wird als Sunna (prophetische Tradition) betrachtet.

Ein weiterer Aspekt, den Dr. Magomedov hervorhebt, besteht darin, dass die prophetische Tradition die Wichtigkeit des Massierens und des Anwendens von Druck bei der rituellen Gebetswaschung betont, was eine wissenschaftlich fundierte Erklärung hat.

Dr. Magomedov sagt, dass seine Forschungsarbeiten durch seinen ernsten Glauben daran motiviert wurden, dass die fünf täglichen rituellen Gebete der Muslime nicht nur an einen „unanfechtbaren spirituellen Effekt“ gebunden sind, sondern „obendrein an einen rein körperlichen Heilungseffekt“.

Frühere Forschungsarbeiten in der Sowjetunion betrachteten BAS als wertlos, da sie glaubten, dass „der Mensch vermeintlich weder eine Seele noch einen energetischen Körper besitze, weil das Gegenteil im Widerspruch zur materialistischen (atheistischen) Ideologie jener Zeit gestanden hätte“, sagt Magomedov.

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