Der Magen: Das schlimmste Gefäß

Der Magen: Das schlimmste Gefäß
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Die prophetische Lehre enthält Umgangsformen für Muslime in Bezug auf Essen und Trinken. Diese Umgangsformen verleihen dem Gesellschaftsleben einen ästhetischen und verhaltensbezogenen Aspekt. Außerdem werden dadurch die Mahlzeiten, die Nahrungsmenge und die Art des Verzehrs näher bestimmt. Diese Verhaltensregeln stehen nachweislich im Einklang mit den Erkenntnissen der modernen Präventivmedizin und der Gesundheitsforschung. Der Islâm ist der modernen Medizin und Wissenschaft in dieser Hinsicht wohl um viele Jahrhunderte voraus. Eine dieser Verhaltensregeln besagt, dass ein Muslim nur essen sollte, wenn er hungrig ist, und wenn er isst, sollte er nicht so viel essen, dass er völlig satt wird. Es reicht aus, wenn der Sohn Adams ein paar Bissen zu sich nimmt, um seinen Rücken gerade zu halten (d. h. um den Körper zu stärken). Es existieren viele andere Verhaltensregeln in Bezug auf Speise und Trank, die ähnlich lauten.

Da unsere Essgewohnheiten einen Einfluss auf die Gesundheit ausüben, zeigte uns der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) auf, welche Haltung wir beim Essen und Trinken am besten einnehmen sollten. Dabei verbot er bestimmte Haltungen, die dem Körper schaden, wie das Essen oder Trinken im Stehen oder Liegen. Er (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) empfahl auch, sich während der Mahlzeiten zu unterhalten, um die Herzen der Tischgenossen zu erfreuen. Dies erhöht die Freisetzung von Verdauungssäften und trägt dazu bei, einen größtmöglichen Nutzen aus dem Essen zu ziehen.
Eine der Überlieferungen, die das wunderbare Wesen der Sunna des Propheten in diesem Zusammenhang darlegen, ist der folgende Bericht von Al-Miqdâd ibn Ma‘d Yakrib (möge Allâh mit ihm zufrieden sein). Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Der Mensch füllt kein schlimmeres Gefäß als den eigenen Magen. Dem Sohn Adams genügen einige (wenige) Bissen, um ihn am Leben zu erhalten. Doch wenn es unbedingt sein soll, dann sollte er ein Drittel (des Magens) für das Essen, ein Drittel für das Trinken und ein Drittel für eine unbeschwerte Atmung (leerlassen)” (At-Tirmidhî, hasan Hadîth).
 
Drei Stufen des Essens
Imâm Ibn Al-Qayyim (Allâh erbarme sich seiner) sagte: „Es gibt drei Formen des Essens: (1) notwendiges Essen, (2) moderates Essen und (3) übermäßiges Essen. Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) teilte uns mit, dass es für einen Menschen ausreicht, ein paar Bissen zu essen, damit die Kraft nicht schwindet. Wenn er jedoch mehr essen möchte, dann soll er nur so viel essen, dass ein Drittel seines Magens mit Speise gefüllt ist. Ein weiteres Drittel reserviert er für das Trinken und das letzte Drittel sollte für eine unbeschwerte Atmung leergelassen werden. Dies ist für Körper und Herz am sinnvollsten. Ist der Magen jedoch mit Nahrung gefüllt, hat er nicht genug Platz für Flüssigkeiten. Lässt man dem Körper nun auch noch Flüssigkeiten zukommen, bleibt sehr wenig Platz zum Atmen. Die Folge ist, dass der Mensch an Faulheit und Müdigkeit leidet …“
Imâm Al-Ghazâli (Allâh erbarme sich seiner) sagte: „Einer der Nachteile der Völlerei ist, dass sie die Sünde, insbesondere die sexuelle Begierde, verstärkt. Die Gottesfurcht mag einen Menschen daran hindern, Unzucht zu treiben. Doch wird er nicht in der Lage sein, seine Augen zu bändigen. Gelingt es ihm, seine Augen zu bändigen und seinen Blick zu senken, so wird er seine Gedanken nicht zügeln können. Möglicherweise wird er schlechte Gedanken entwickeln und sündige Selbstgespräche führen, die seine Begierde wecken. Dies beeinträchtigt seine Beziehung zu Allâh.“
Nach Auffassung der modernen Medizin gleicht der obere Teil des Magens einer mit Luft gefüllten Tasche, die sich unterhalb des Zwerchfells befindet. Solange dieser Teil mit Luft gefüllt ist, ist die Bewegung des darüber liegenden Zwerchfells und damit die Atmung leicht. Wenn diese Tasche jedoch mit Speise und Trank gefüllt ist, wird die Bewegung des Zwerchfells behindert und die Atmung erschwert. Außerdem kann die Wirbelsäule nur dann vollständig aufgerichtet werden, wenn die Magenbewegung reibungslos verläuft. Dies ist nicht möglich, wenn der Magen mit zu viel Nahrung gefüllt ist.
 
Eine prägnante Erklärung, die die Grundlagen der Medizin vereint
Ein amerikanischer Arzt nahm den Islâm an. Als er nach dem Grund für seinen Übertritt gefragt wurde, sagte er: „Ich habe den Islâm wegen eines einzigen Hadîth angenommen.“ Er wurde gefragt, um welchen Hadîth es sich handele. Der Arzt sagte: „Es handelt sich um folgenden Ausspruch des Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): ‚Der Mensch füllt kein schlimmeres Gefäß als den eigenen Magen. Dem Sohn Adams genügen einige Bissen, um ihn am Leben zu erhalten. Doch wenn es unbedingt sein soll, dann sollte er ein Drittel (des Magens) für das Essen, ein Drittel für das Trinken und ein Drittel für eine unbeschwerte Atmung (leerlassen).‘ Das sind die Grundlagen der Medizin! Würden sich die Menschen an diese Grundsätze halten, so würden sie kaum krank werden.”
In einer hierzu passenden Anekdote unterhielten sich ein deutscher Arzt und ein muslimischer Journalist in einem Krankenhaus. Der deutsche Arzt fragte den muslimischen Journalisten: „Warum sind Muslime im Hinblick auf Forschung und Entwicklung rückständig?“ Der Journalist – der nur dem Namen nach Muslim war – antwortete: „Der Grund für den Rückstand ist der Islâm!“ Der Arzt nahm ihn an der Hand und brachte ihn zu einer Wand, an der eine Tafel hing. Er bat ihn zu lesen, was auf der Tafel geschrieben stand. Es war der Hadîth des Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): „Der Mensch füllt kein schlimmeres Gefäß als den eigenen Magen …“ Am Ende des Hadîth stand: Muhammad, der Sohn Abdullâhs. Der deutsche Arzt fragte den muslimischen Journalisten: „Kennen Sie diesen Mann?“ Er sagte: „Ja, er ist unser Prophet.“ Der Arzt erwiderte: „Ihr Prophet sprach diese wunderbaren Worte, während Sie mir zu erklären versuchen, dass der Grund für den Rückstand der Muslime der Islâm sei!“ Der deutsche Arzt beendete das Gespräch mit den Worten: „Die Menschen hatten früher die Möglichkeit, Muhammad in Fleisch und Blut zu erleben. Er weilt zwar nicht mehr unter uns, doch seine Lehren sind immer noch lebendig und können befolgt werden!“
Fachärzte vertreten in Einklang mit diesem Hadîth die Auffassung, dass der übermäßige Verzehr von Lebensmitteln die einzig wahre Ursache für Fettleibigkeit ist. Diese führt zu vielen Gesundheitsproblemen, wie z. B.: Arteriosklerose, Herzkrankheiten, Fettleber, Gallensteine, Diabetes, Krampfadern, Herzinfarkt, rheumatoide Arthritis in den Knien, Bluthochdruck sowie psychische Störungen und soziale Folgen, unter denen manche Menschen infolge von Fettleibigkeit leiden. Zahlreiche Kliniken setzen das Fasten als wirksame Diätmethode ein, um das Gewicht von Patienten zu reduzieren, bei denen keine andere Methode zur Gewichtsabnahme greift.

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