Mus‘ab ibn Umayr: Ein großartiges Vorbild für die Jugendlichen – Teil 1

Mus‘ab ibn Umayr: Ein großartiges Vorbild für die Jugendlichen – Teil 1
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Wenn man sieht, wie muslimische Jugendliche nach Vorbildern unter den Fußballspielern, Berühmtheiten und solchen, die keinerlei Bedeutung in dieser Religion haben, suchen, weiß man mit Sicherheit, dass die Verantwortlichen der muslimischen Gemeinschaft ihre Pflicht gegenüber den Jugendlichen vernachlässigt haben. Ihre Religion wurde ihnen nicht erklärt, Lebensgeschichten rechtschaffener Vorfahren und frommer muslimischer Persönlichkeiten wurden ihnen nicht erzählt, die sie sich zum Vorbild hätten nehmen können, um in ihre Fußstapfen zu treten.

Dabei gibt es keine andere Gemeinschaft, die so viele Großgelehrte, Juristen, Asketen, fromme Menschen, Erfinder und kreative Visionäre hervorgebracht hat wie die muslimische. Es gab kaum eine Ära oder einen Ort in der Geschichte des Islâm, an dem es nicht große muslimische Persönlichkeiten gab.

Um den muslimischen Jugendlichen ein Vorbild zu geben, stellen wir heute einen Mann vor, der so jung ist wie sie selbst. Zwar gleich im Alter, aber dennoch ein echtes Vorbild. Ein junger Mann, der die Welt in seinen Händen hielt. Doch sein Leben in dieser Welt lenkte ihn nicht davon ab, sich auf ein Leben nach dem Tod vorzubereiten. Er lebte ein luxuriöses Leben, aber der Luxus hinderte ihn nicht daran, die Wahrheit zu akzeptieren und danach zu leben. Der Verlust von Wohlstand hinderte ihn nicht daran, die Glückseligkeit im nächsten Leben zu suchen. Er war in dieser Hinsicht ein leuchtendes Beispiel, ja so hell wie die Sonne und der Vollmond.

Er war ein Symbol für Entschlossenheit, aufrichtige Absicht, Zielstrebigkeit und Willenskraft. Er hatte eine schöne Haut, schönes Haar und ein hübsches Gesicht. Er wurde von reichen Eltern geboren, die ihn übermäßig verwöhnten, bis sein Leben als Inbegriff von Luxus und Wohlstand galt. Die Straßen von Mekka und seine Treffpunkte, der Duft von Moschus und feinen Parfüms, ein gepflegtes Haus, schicke Kleidung, köstliches Essen und Trinken, all diese Dinge könnten dir viel von ihm erzählen. Ja ganz Mekka könnte von ihm berichten ... junge Männer, die seinen Lebensstil begehrten, und junge Frauen, die schon immer nach einem solchen Verehrer suchten.

Er trug feinste Kleider und beste Düfte, und es gab keinen jungen Mann in Mekka, der charmanter, schöner, eleganter oder mehr von seinen Eltern verwöhnt wurde als er. Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte über ihn: „Ich habe noch nie jemanden in Mekka gesehen, der schöneres Haar, feinere Kleidung oder ein prunkvolleres Leben hatte als Mus‘ab ibn Umayr“ (Ibn Sa’d in At-Tabaqât).

Mus’ab nimmt den Islâm an

Mus‘ab erfuhr, dass Muhammad ibn Abdullâh den Anspruch erhob, der Gesandte Allâhs zu sein und sich mit seinen Gefährten im Haus von Al-Arqam ibn Abû Al-Arqam traf. Also ging er zu ihm, setzte sich hin und lernte von ihm. Sein Herz wurde augenblicklich vom Licht des Glaubens erleuchtet, woraufhin Allâh ihn zum Islâm führte.

Der junge Mann verbarg seinen Islâm aus Furcht, den Zorn seiner Mutter und seines Stammes auf sich zu ziehen, aber der Wohlgeruch von Moschus muss sich zwangsläufig ausbreiten. Uthmân ibn Talha, ein Mann aus seinem Stamm, sah ihn beim rituellen Gebet und erzählte dies Mus‘abs Mutter, die fast den Verstand verlor, als sie diese Nachricht hörte. Wie konnte er nur ihre Religion und die Religion seiner Vorväter verlassen, um sich diesen ärmlichen und verfolgten Menschen anzuschließen?

„Was fehlt dir? Wonach sehnst du dich? Was ist es, das ich dir nicht bieten konnte und du nun in der Religion Muhammads suchst?“ Sie setzte alles daran, ihn zu überreden! „Verlang, was immer du willst, doch verlasse die Religion Muhammads!“ Sie versuchte, ihn zu belehren, einzuschüchtern, zu bedrohen und ihm Schönes zu versprechen, aber das Herz des jungen Mannes war bereits von Glauben erfüllt.

Sie schwor: „Wenn du diese Religion nicht verlässt, werde ich unter der sengenden Sonne stehen. Ich werde keinen Schatten suchen, ich werde nicht essen, nicht trinken, mein Haar nicht kämmen, bis du diese Religion verlässt.“ Er war ihr gegenüber sehr pflichtbewusst, und sie lag ihm sehr am Herzen. Sie stand unter der glühenden Sonne, bis sie immer wieder in Ohnmacht fiel und nach Hause getragen wurde, aber der junge Mann war unnachgiebig.

Als sie seine Entschlossenheit sah, erkannte sie, dass es zwecklos war, ihn anzuflehen, also änderte sie ihre Vorgehensweise und griff zu Gewalt. Sie ordnete an, ihn in einer Ecke des Hauses einzusperren, nahm ihm alles, was sie ihm gegeben hatte, und schnitt ihn von allen materiellen Annehmlichkeiten ab, mit denen sie ihn zu überhäufen pflegte. Sie verweigerte ihm seine Grundbedürfnisse, ließ ihn verhungern und quälte ihn grausam, bis sein Gesicht blass wurde, er erheblich an Gewicht verlor und sein Körper völlig ausgelaugt war.

Als sie erkannte, dass er ihren Wünschen nie nachgeben würde und alle Hoffnung auf ihn verloren hatte, ließ sie ihn gehen, nachdem sie ihm all sein Hab und Gut abgenommen hatte. Der verwöhnteste junge Mann in Mekka war gezwungen, Armut zu erleiden. Im Schoß des Reichtums aufgewachsen musste er nun ein Leben in Armut, Not und Bedrängnis führen. Doch er hielt sich weiterhin auf den Beinen, fand Trost in der Sehnsucht nach dem Paradies und nahm die Not, die es umgibt, in Kauf.

Einmal ging er an seinen muslimischen Gefährten vorbei, während er ein Stück Stoff trug, das an ein Stück Leder genäht war, mit dem er seine zerbrechliche Figur bedeckte. Als die Gefährten ihn sahen, senkten sie ihre Köpfe aus Mitleid, da sie nicht die Mittel hatten, ihm zu helfen. Er begrüßte den Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), der diesen Gruß erwiderte und anschließend sagte: „Lob sei Allâh! Er verändert die Lebensbedingungen der Menschen! Ich sah Mus‘ab, und es gab keinen Jugendlichen in Mekka, der von seinen Eltern besser umsorgt wurde als er. Dann gab er all das auf, um Gutes zu tun und die Liebe Allâhs und Seines Propheten zu erlangen!“

Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) legte ein großartiges Zeugnis für Mus‘abs Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Liebe zu Allâh und Seinem Gesandten ab.

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