Die enge Beziehung zwischen mn und Moral Teil 3

Die enge Beziehung zwischen mn und Moral  Teil 3
  • Veröffentlicht:08.09.2021
  • Kategorie:Allh
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Der Hadîth bedeutet – und Allâh weiß es am besten –, dass ein solcher Sünder im Allgemeinen zwar Mu’min ist, aber sein Îmân unvollständig ist, wegen der großen Sünde, die er begangen hat, und weil er sich nicht davon zurückgehalten hat. Daraus folgt aber nicht, dass er gar keinen Îmân an Allâh den Erhabenen hätte. Daher sagte der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): „Wenn ein Anbeter Allâhs Zinâ (Ehebruch, Unzucht) begeht, verlässt ihn der Îmân und hängt wie ein Schattendach über seinem Kopf, und wenn er damit aufhört, kehrt sein Îmân zu ihm zurück.“

In der Tat verhält sich ein guter moralischer Charakter komplementär zum Îmân eines Mu‘mins, was auf die enge Beziehung zwischen beiden hinweist. Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Diejenigen mit dem vollkommensten Îmân sind diejenigen, die den besten Charakter haben.“ Schaich Al-Islâm Ibn Taymiyya (Allâh erbarme sich seiner) sagte: „Er (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) hat hier erklärt, dass die Vollkommenheit des Îmâns in der Vollkommenheit des moralischen Charakters liegt.“ Der Prophet betonte auch, dass es für das vollkommene Festhalten am Islâm unerlässlich ist, keinen Menschen mit der Hand oder der Zunge zu verletzen, und die Rechte anderer in Bezug auf ihr Leben und ihren Reichtum zu respektieren. Dies gehört zu den religiösen Verpflichtungen und den Anforderungen und Merkmalen des Îmâns. Es handelt sich hierbei um große moralische Werte, was auf ihren Zusammenhang mit dem Îmân hinweist.

Er (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Ein (wahrer) Muslim ist derjenige, bei dem die Muslime vor dem Bösen seiner Zunge und seiner Hand sicher sind, und ein Muhâdschir (Auswanderer; wörtl. „wer etwas verlässt“) ist derjenige, der sich abwendet, von dem, was Allâh für verboten erklärt hat.“ Die Version bei At-Tirmidhî und An-Nasâ‘î enthält den Zusatz: „(…) und Mu’min ist derjenige, vor dem die Menschen sicher sind in Bezug auf ihr Blut und Vermögen.“

Abû Uthmân As-Sâbûnî (Allâh erbarme sich seiner) betonte, dass eines der Prinzipien des Bekenntnisses der Ahl As-Sunna wa Al-Dschamâa (Sunniten) das Festhalten an edlen Moralvorstellungen und erhabenen Attributen ist. Dies beweist, dass solche moralischen Qualitäten von ihrem gesunden Aqîda-Verständnis ausgehen, das sie von anderen abweichenden Gruppierungen unterscheidet. Die Ahl As-Sunna wa Al-Dschamâa rufen zur Stützung der Verwandtschaftsbande in ihren verschiedenen Formen auf, verbreiten den Friedensgruß, speisen die Menschen, sind barmherzig zu den Armen, Bedürftigen und Waisen, kümmern sich um die Angelegenheiten der Muslime und enthalten sich vom Unrechtmäßigen in Bezug auf Speise und Trank, Kleidung, Heirat und Ausgaben. Sie nehmen an wohltätigen Handlungen teil, gebieten das Gute und untersagen das Böse, suchen überall nach Möglichkeiten, gute Taten zu vollbringen, hüten sich vor den bösen Folgen von Gier und legen sich gegenseitig Wahrheit und Geduld ans Herz.“

Ibn Al-Qayyim (Allâh erbarme sich seiner) sagte: „Einen guten moralischen Charakter zu haben, ist das eigentliche Wesen der Religion des Islâm, und es ist eine der Wahrheiten des Îmâns und der Bestimmungen des Islâms.“ Und: „Die Religion gründet auf Moral. Und wer von besserem moralischen Charakter als du ist, der hat auch mehr Religiosität.“ Der Dichter Abû Al-Atâhiyya sagte: „Weltliches ist wertlos ohne Religion, und Religion ist nichts anderes als Moral und Edelmut.“

Im Qurân, dem Buch unseres Herrn, finden wir eine starke Verbindung zwischen Aqîda und Moral. Allâh der Erhabene sagt: „Sag: Kommt her! Ich will euch verlesen, was euer Herr euch verboten hat: Ihr sollt Ihm nichts beigesellen und zu den Eltern gütig sein. Und tötet nicht eure Kinder aus Armut – Wir versorgen euch und auch sie. Und nähert euch nicht den Abscheulichkeiten, was von ihnen offen und was verborgen ist. Tötet nicht die Seele, die Allâh verboten hat (zu töten), außer aus einem rechtmäßigen Grund! Dies hat Er euch anbefohlen, auf dass ihr begreifen möget. Und nähert euch nicht dem Besitz des Waisenkindes, außer auf die beste Art, bis es seine Vollreife erlangt hat. Gebt volles Maß und Gewicht in Gerechtigkeit. Wir erlegen keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag. Und wenn ihr euer Wort gebt, dann seid gerecht, auch wenn es um einen Verwandten geht. Und haltet euren Bund gegenüber Allâh. Dies hat Er euch anbefohlen, auf dass ihr (es) bedenken möget! Und (Er hat euch anbefohlen:) Dies ist Mein Weg, ein gerader. So folgt ihm! Und folgt nicht den (anderen) Wegen, damit sie euch nicht von Seinem Weg auseinanderführen! Dies hat Er euch anbefohlen, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget!“ (Sûra 6:151-153).

Dies ist der allumfassende moralische Bund, zu dem sich der Mu’min verpflichten muss, um dem geraden Weg Allâhs des Erhabenen zu folgen. Somit ist er ein fester und untrennbarer Bestandteil der islâmischen Aqîda. Ibn Sa‘dî (Allâh erbarme sich seiner) erklärte diese Bedeutung deutlich, indem er sagte: „Zu den Früchten des wahren Îmâns gehört, dass er den Wunsch, nach mehr guten und rechtschaffenen Taten verstärkt und zu Barmherzigkeit und Mitgefühl gegenüber der Schöpfung aufruft. Solche Taten werden durch den Îmân eines Menschen und das, was er von der reichlichen Belohnung bei Allâh erwartet, ausgelöst. (…) Zu den Früchten des wahren Îmâns gehört auch, dass dieser alle Übel und jegliche Unmoral, seien diese offenkundig oder verborgen, untersagt und vor allem Verabscheuungswürdigen warnt. (…) Kann eine solch edle Moral ohne Îmân erreicht werden? Bewahrt etwas anderes als der Îmân den Menschen vor Sittenlosigkeit, die ihn ins Verderben führt? Haben nicht das Streben nach materiellen Dingen sowie irdische und animalische Begierden den Untergang vieler Menschen verursacht, als der Geist des Îmâns verloren ging? Würden Vertrauen und Rechte bei fehlendem Îmân hochgehalten und geehrt werden? Können Herzen sich der Standhaftigkeit erfreuen und Seelen in Zeiten der Not Sicherheit finden durch etwas anderes als den Îmân? Können die Herzen mit der Versorgung (Rizq) Allâhs zufrieden sein, Trost finden und in dieser Welt ein gutes Leben führen ohne die Kraft des Îmâns? Kann ein Mensch in seinen Worten, Taten und Interaktionen der Wahrhaftigkeit treu bleiben und vor Allâh und den Menschen ehrlich und geehrt sein außer durch den Îmân? Wenn diese so wichtigen Dinge nicht auf Îmân beruhen, werden sie unweigerlich zugrundegehen. Jeder materielle Fortschritt, der nicht vom Îmân begleitet wird, ist in Wirklichkeit Abstieg und Verfall. In der Tat drängt der Îmân einen Menschen dazu, die Bestimmung Allâhs des Erhabenen geduldig zu ertragen, für Seine Segnungen dankbar zu sein, Mitgefühl mit Seinen Anbetern und Menschen zu zeigen, sich charaktervoll zu verhalten und jede verachtete Tat zu unterlassen. (...) Ein Mu’min sollte gegenüber allen Geschöpfen und gegenüber der Wahrheit demütig sein und ein gesundes Herz haben, das frei von Betrug, Bosheit und Hass ist. Er sollte mit wahrer Zunge sprechen, Menschen freundlich begegnen und sich in Nachsicht, Würde, Gelassenheit, Geduld, Barmherzigkeit, Treue und Standhaftigkeit üben (…) Diese erhabenen Eigenschaften sind Ausdruck aufrichtiger Überzeugungen, hoher Moral und edlen Verhaltens. Gibt es jemanden, der dessen würdiger ist als ein wahrer Mu‘min? Solche Menschen sind die besten Belege dafür, dass der Islâm mit seiner Aqîda und seinem Achlâq die wahre Religion Allâhs ist.“

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