Alles im Überfluss – Teil 1

Alles im Überfluss – Teil 1
  • Veröffentlicht:27.09.2021
  • Kategorie:Kinder
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Kinder in einer Zeit des Überflusses gesund ernähren

Allâh hat uns Eltern die Verantwortung übertragen, unseren Kindern eine ausgewogene und vollwertige Ernährung zu bieten, damit sie zu gesunden und kräftigen Menschen heranwachsen. Jahrhundertelang ging es bei dieser Verpflichtung vor allem darum, eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Heute jedoch stehen Eltern und ihre Familien einer Gesellschaft des Überflusses und der Fülle gegenüber. Was die Kinder angeht, befinden sich die Verantwortlichen in einem breiten Spektrum von ernährungsbedingten Schwierigkeiten – Esssucht, Junk-Food bis hin zu Überernährung.

Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Jeder von euch ist ein Hirte und verantwortlich für seine Herde. Der Anführer, der über die Menschen eingesetzt wurde, ist ein Hirte und verantwortlich für sie. Der Mann ist ein Hirte für die Angehörigen seines Haushalts und verantwortlich für sie. Die Frau ist eine Hirtin für das Haus ihres Mannes und dessen Kinder und verantwortlich für sie. Der Diener ist ein Hirte für den Besitz seines Dienstherrn und verantwortlich dafür. Wahrhaftig! Jeder von euch ist ein Hirte und jeder von euch ist verantwortlich für seine Herde“ (Al-Buchârî).

Eine kürzlich durchgeführte nationale Ernährungsstudie ergab, dass sich die Zahl der übergewichtigen Kinder zwischen 2 und 5 Jahren in den letzten drei Jahrzehnten verdoppelt hat. Zwischen dem Alter von 6 und 11 verdreifachte sich dieselbe Zahl. Kinder sind heute häufiger krank als früher. Beunruhigend ist, dass sie heutzutage eine kürzere Lebenserwartung haben als ihre Eltern. Sie leiden an Krankheiten, die man eigentlich nur bei Erwachsenen sieht, wie Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck. Kinder konsumieren große Mengen ungesättigter Fettsäuren und ernähren sich kalorienreich, wobei sie an einem einzigen Tag so viele zuckerhaltige Getränke zu sich nehmen, wie man sie normalerweise in einem ganzen Monat verbraucht. Die Gene spielen zwar beim Gewicht des Kindes eine Rolle, aber das Umfeld ist hier der wahre Übeltäter, da es die Gewohnheiten und den Ernährungszustand unserer Kinder zu Hause widerspiegelt. Es stimmt, der Zeitpunkt des Todes wird allein von Allâh bestimmt. Das macht aber den Körper eines Kindes (oder unseren eigenen) nicht weniger pflegebedürftig.

Balance halten

Der erste Schritt bei einer ausgewogenen Ernährung für die Kinder besteht darin, herauszufinden, was und wie viel sie überhaupt brauchen. Ein Blick auf die Tabelle mit den empfohlenen Richtlinien für Kinder zwischen 2 und 18 Jahren gibt Aufschluss darüber, wo die Kinder stehen sollten.

Trotz der Tendenz zum übermäßigen Konsum von Fett, Kalorien und Zucker haben Kinder heute oft einen Mangel an Kalzium, Kalium, Vitamin E, Eisen und Ballaststoffen. Früchte und Gemüse liefern Vitamine und Mineralien einschließlich Vitamin E, Kalium und Ballaststoffe. Milchprodukte sind für ein Kind von entscheidender Bedeutung, da sie Vitamin D, Kalzium und Kalium enthalten, die zusammen das Knochenwachstum fördern. Fleisch, insbesondere mageres Fleisch, ist eine gute Quelle für Eisen, Zink und Protein. Getreide sorgen für Energie in Form von Kohlenhydraten und liefern Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe. Fette sind bei Kindern für die Energie- und Gehirnentwicklung unerlässlich. Sie sollten jedoch in angemessenen Mengen und aus geeigneten Quellen wie Oliven, natürlicher Erdnussbutter und Fisch aufgenommen werden.

Die Portionierung ist der einfachste Weg zur Kontrolle von Überernährung bei Kindern. Als Faustregel gilt, dass Kinder für jedes Lebensjahr einen Esslöffel einer Nahrungsmittelgruppe pro Mahlzeit benötigen, um den Empfehlungen zu entsprechen (z. B. zwei Esslöffel Erbsen für ein zweijähriges Kind als Gemüse zum Mittagessen). Bei den Portionen muss man nicht so genau sein, aber es hilft, die Dinge im Blick zu behalten. Anstatt die Teller mit bestimmten Speisesorten zu überladen, sollte man auf Ausgewogenheit in der Ernährung achten und den Teller mit einer vielfältigen und bunten Mischung an Nährstoffen servieren. Snacks sollten aus zwei Lebensmittelsorten bestehen (z. B. Trauben und Käse). Wasser und Milch sind bevorzugte Getränke. Zuckerhaltige Getränke müssen auf ein absolutes Minimum reduziert werden (höchstens einmal die Woche). Ein Nachtisch ist immer eine gute Option, aber auch hier sind Mengenbegrenzungen der Schlüssel.

Kinder sind von Allâh gesegnet, da sie von klein auf instinktiv aufhören zu essen, wenn sie satt sind. Wer sie trotz guter Absicht zwingt, mehr zu essen, oder sie ständig zum Konsum ermuntert, ja sie vielleicht sogar aus eigener Hand speist (besonders nach dem dritten Lebensjahr), der beeinträchtigt die Fähigkeit des Kindes, rechtzeitig mit dem Essen aufzuhören. Kinder benötigen keine großen Mengen an Nahrungsmitteln, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Sobald sie nein sagen, ist das ein Signal, die Speisung zu unterlassen.

Kinder neigen wie Erwachsene (und andere Lebewesen) dazu, den ganzen Tag auf der Weide zu grasen und bleiben unzufrieden, wenn ihnen nicht zu regelmäßigen Zeiten Mahlzeiten und Snacks angeboten werden. Ihre Mägen sind klein, so dass sie schneller hungrig werden. Organisierte Zeiten bringen sie in eine tägliche Routine, helfen ihnen beim Essen, damit sie sich satt fühlen, und verhindern Überernährung und Gewichtszunahme. Im Idealfall empfiehlt es sich, fünf oder sechs Mahlzeiten (d. h. Frühstück, Mittagessen, Abendessen und zwei oder drei Zwischenmahlzeiten) während des Tages einzuplanen. Wenn sich die Kinder bei einer Mahlzeit nicht ausreichend versorgen und um ein Almosen wie z.B. einen Keks bitten, ist es schwierig aber klug, nein zu sagen.

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