Merkmale eines muslimischen Heims – Teil 3

Merkmale eines muslimischen Heims – Teil 3
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Schamhaftigkeit

Das muslimische Heim stützt sich auf Schamhaftigkeit: eine Eigenschaft, die alles Gute beinhaltet und positive Früchte hervorbringt. Es handelt sich dabei um ein Heim, das frei von allem ist, was der Schamhaftigkeit entgegensteht und die menschliche Würde verletzt oder schlechte Gewohnheiten fördert.

Ein Ausdruck von Schamhaftigkeit ist, dass häusliche Geheimnisse gewahrt und Meinungsverschiedenheiten privat gehalten und vor anderen verborgen werden, insbesondere die persönliche Beziehung zwischen Mann und Frau. Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Zu den Menschen, die am Tag der Auferstehung den schlimmsten Stand bei Allâh haben werden, gehört ein Mann, der intim mit seiner Frau verkehrt und dann ihr Geheimnis (die Details vom Beischlaf, AdÜ) verbreitet“ (Muslim).

Zusammenarbeit in Rechtschaffenheit und Frömmigkeit

Im muslimischen Heim arbeiten die Bewohner bei der Ausführung von Handlungen der Rechtschaffenheit, der Taqwâ (Gottesfurcht) und Gehorsam gegenüber Allâh dem Erhabenen und Seinem Gesandten zusammen. Gibt es eine Schwäche in der Religiosität einer Frau oder Mängel in ihrem Verhalten, so versucht ein rechtschaffener Ehemann diese Schwäche zu beheben und bemüht sich, sie zu lehren und sie von allem wegzuführen, was gegen die Scharîa verstößt. In gleicher Weise arbeitet eine muslimische Frau mit ihrem Mann zusammen, um seine Religiosität zu fördern; wann immer sie irgendwelche Unzulänglichkeiten oder Fehler bei ihm bemerkt, bietet sie ihren aufrichtigen Rat und ihre Hilfe an, verhält sich geduldig und bemüht sich, ihren Mann vor Allâhs Strafe zu bewahren. So bildet ein muslimisches Heim die Grundlage für gegenseitige Solidarität, Unterstützung, Zusammenarbeit, den Austausch von aufrichtigen Ratschlägen und die Hinwendung zu gutem Tun und Tawqâ. Âischa (möge Allâh mit ihr zufrieden sein) berichtete, dass der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) die (freiwilligen) Nachtgebete verrichtete, während sie in seiner Nähe schlief. Wenn es Zeit für das Witr-Gebet war, weckte er sie, sodass auch sie das Witr-Gebet verrichten konnte. In einer anderen Version: „Wenn es Zeit für das Witr-Gebet war, sagte er: ‚Âischa, steh auf und verrichte das Witr-Gebet‘” (Muslim). Er sagte auch: „Möge Allâh sich eines Mannes erbarmen, der nachts aufsteht, betet und danach seine Frau weckt, damit diese auch betet. Falls sie sich weigert, besprengt er ihr Gesicht mit Wasser. Möge Allâh sich einer Frau erbarmen, die nachts aufsteht, betet und danach ihren Mann weckt, damit dieser auch betet. Und wenn er sich weigert, besprengt sie sein Gesicht mit Wasser“ (An-Nasâî).

Den Nachbarn ehren und dem Gast gegenüber freundlich sein

Ein weiteres typisches Merkmal eines muslimischen Heims ist, dass der Nachbar geehrt und dem Gast gegenüber Freundlichkeit gezeigt wird. Daher sagte der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): „Wer an Allâh und den Jüngsten Tag glaubt, der soll seinen Nachbarn großzügig behandeln! Und wer an Allâh und den Jüngsten Tag glaubt, der soll seinen Gast großzügig behandeln, so wie es sich gebührt“ (Al-Buchârî). Er (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte auch: „Bei Allâh, er ist nicht gläubig, bei Allâh, er ist nicht gläubig, bei Allâh, er ist nicht gläubig!“ Man fragte: „Wer, o Gesandter Allâhs?“ Er (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) entgegnete: „Der, dessen Nachbarn nicht vor seinem Unheil sicher sind“ (Al-Buchârî).

Zu den Rechten eines Nachbarn gegenüber einem Muslim gehören die folgenden: Unterstütze ihn, wenn er deine Unterstützung verlangt, hilf ihm, wenn er dich um Hilfe ersucht, leihe ihm, wenn er dich um etwas bittet, besuche ihn, wenn er krank ist, und nimm an seiner Bestattung teil, wenn er stirbt.

Die Bewahrung der Fitra (natürliche Veranlagung)

Ein muslimisches Heim pflegt und bewahrt gewissenhaft die gesunde Fitra der Angehörigen; ein Mann hütet seine Männlichkeit, und eine Frau hütet ihre Weiblichkeit. Auf diese Weise werden Jungen davor geschützt, Frauen zu imitieren, und Mädchen davor, Männer zu imitieren. Die Nachahmung des anderen Geschlechts ist ein Zeichen von Freizügigkeit und Verwestlichung. Sie ist eine Quelle des Übels und ein Mittel zur Verbreitung von Zügellosigkeit und Verderbtheit in der Gesellschaft, wodurch dem Verderben Tür und Tor geöffnet werden. Ibn Abbâs (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) überlieferte von Allâhs Gesandtem (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), dass dieser Frauen, die Männer nachahmen und Männer, die Frauen nachahmen, verfluchte (Al-Buchârî).

Unsere Häuser, Frauen und Kinder sind uns anvertraut. Wir werden vor Allâh dem Erhabenen für alles, was in unseren Häusern geschieht und für jene, die Er unter unsere Obhut und Vormundschaft gestellt hat, zur Rechenschaft gezogen. Jeder Einzelne, der in dieser Hinsicht Verantwortung trägt, wird gefragt werden, ob er seine Aufgabe erfüllt oder versagt hat.

O Allâh, bewahre die Häuser der Muslime und hilf uns, unsere Wohnstätte auf jenen Grundlagen zu gestalten, an denen Du Wohlgefallen hast und liebst. Amin.
 

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