Darf man vor der Schlachtung des Opfertiers den Ihrm-Zustand verlassen?
Fatw-Nummer: 165525

  • Fatw-Datum:17-10-2011
  • Bewertung:

Frage

Wenn ein Pilger vor dem Pflichtopfer den Ihrm-Zustand beendet, ist dann dessen Verlassen des Ihrm-Zustands rechtsgltig? Also darf man dieses Opfertier später schlachten? Oder währt der Ihrm-Zustand so lange, bis er das Opfertier schlachtet, sodass er beispielsweise auch keinen Ehevertrag abschließen kann?

Antwort

Der Lobpreis ist Allhs, des Herrn der Geschöpfe! Möge Allh Seinen Gesandten in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken!

 

Und nun zur Frage:

 

Während des Haddsch befreit man sich vom Ihrm-Zustand zweimal: Einmal nach dem Bewerfen der Dschamrat Al-Aqaba, so meinen manche Rechtsgelehrte, und einmal mit der Verrichtung eines der drei Riten Bewerfen, Rasieren oder Krzen der Kopfhaare oder Tawf, so meinen die meisten Rechtsgelehrten.

 

Befreit sich ein Pilger zum ersten Mal vom Ihrm-Zustand, dann ist ihm alles während des Ihrm Verbotene außer Geschlechtsverkehr wieder erlaubt. Befreit sich ein Pilger zum zweiten Mal vom Ihrm-Zustand, dann ist ihm alles während des Ihrm Verbotene einschließlich des Geschlechtsverkehrs wieder erlaubt.

 

As-Schrz meinte dazu: "Hinsichtlich der Frage, was ein Pilger sich erlauben kann, nachdem er sich zum ersten und zum zweiten Mal vom Ihrm-Zustand befreit hat, gibt es zweierlei Ansichten: Die erste Ansicht, die wir richtig finden, besagt: Nach der erstmaligen Befreiung vom Ihrm-Zustand darf sich der Pilger alles während des Ihrm Verbotene außer Geschlechtsverkehr wieder erlauben. Nach der zweiten Befreiung vom Ihrm-Zustand darf sich der Pilger alles während des Ihrm Verbotene einschließlich des Geschlechtsverkehrs wieder erlauben. Zitatende.

 

Man sttzt sich dabei auf eine Überlieferung von Âischa  möge Allah mit ihr zufrieden sein, die besagt: "Sobald ihr die Dschamart bewerft, ist euch alles erlaubt, den Geschlechtsverkehr, das Parfum und die Jagd ausgenommen. (An-Nas' und Ibn Mdscha, An-Nawaw erklärt die Überliefererkette dieses Hadith fr hasan.)

 

Dass ein Pilger dazu verpflichtet ist, ein Opfertier zu schlachten weil er eine Pflicht unterlassen oder etwas Verbotenes beim Ihrm-Zustand begangen hat, beeinträchtigt dessen Befreiung vom Ihrm-Zustand nicht. Es obliegt ihm jedoch, sich damit zu beeilen, dieses Opfertier zu schlachten, zu dessen Schlachtung er verpflichtet ist, um sich von dieser Aufgabe möglichst bald freizusprechen. Die einzige Schlachtung, bei der die Gltigkeit vom Befreien vom Ihrm-Zustand abhängt, ist diejenige, die aus dem Zustand des Gehindertwerden resultiert: Allh sagt: "Wenn ihr nun aber verhindert seid dann, was erschwinglich an einem Opfertier ist! Und rasiert euer Haupt nicht, bevor das Opfertier seine Opferstätte erreicht hat! (Sra 2:196).

 

Das gilt indes nicht fr die anderen Pflicht-Opfertiere.

 

Allh weiß es am besten.

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