Die richtige Aqda als Grundlage der Handlungen
Fatw-Nummer: 45809

  • Fatw-Datum:30-11-2020
  • Bewertung:

Frage

Was bedeutet Aqda und warum haben die Gelehrten hierauf mehr Wert gelegt als auf die brigen Bereiche wie Hadth und Fiqh?

Antwort

Der Lobpreis gebhrt Allh und möge Allh Seinen Gesandten sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken!

 

Aqda umfasst die Gesamtheit der Überzeugungen, die man im Inneren bestätigen muss, worin die Herzen Ruhe finden und ber die man vollständige Gewissheit haben muss. Diese Gewissheit darf nicht mit Zweifeln und Ungewissheiten vermischt sein. Der Wortstamm Aqd dreht sich im Arabischen um die Bedeutungen Notwendigkeit, Zusicherung, Vergewisserung. Aqda steht im Islm als Komplementärbegriff zu Schara: Der Islm besteht aus Aqda und Schara. Schara beinhaltet die praktischen Verpflichtungen unter den Ibda-Handlungen (Anbetungshandlungen) und die zwischenmenschlichen Normen (Muamalt). Aqda jedoch bezieht sich nicht auf Handlungen, sondern auf das Wissen, das jeder Muslim im Îmn verinnerlichen und wovon er berzeugt sein muss.

 

Die Prinzipien der Aqda und die Säulen des Îmns werden im Dschibrl-Hadth erwähnt. Als Dschibrl nach dem Îmn fragte, antwortete der Prophet (möge Allh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): Dass du Îmn hast an Allh, die Engel, die Bcher, die Gesandten, den Jngsten Tag und an die Vorherbestimmung, ihr Gutes und ihr Schlechtes (Al-Buchr, Muslim).

 

Die Gelehrten haben sich deswegen stärker auf die Aqda fokussiert, noch vor den anderen Themen der Religion wie Fiqh, da dies der Methode der Propheten entspricht. Auch der Prophet Muhammad (möge Allh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) verweilte in Mekka 13 Jahre und rief zur Aqda, zum Tauhd und zum Ablassen vom Schirk auf. Jeder Prophet, der zu einem Volk entsandt wurde, begann damit, sie zur Einzigkeit und Unvergleichlichkeit Allhs (Tauhd) aufzurufen: Und Wir haben vor dir keinen Gesandten gesandt, dem Wir nicht (die Weisung) eingegeben hätten: Es gibt keinen Gott außer Mir, so dient Mir! (Sra 21:25). Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten erweckt: Dient Allh und meidet die falschen Götter (Sra 16:96).

 

Der Prophet (möge Allh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) lehrte seinen Gefährten diese Methode. In den beiden Sahh-Werken wird berliefert, dass er Mudh in den Jemen schickte und ihm sagte: Das Erste, wozu du sie aufrufen sollst, ist das Bekenntnis, dass es keinen Anzubetenden außer Allh gibt und dass Muhammad der Gesandte Allhs ist. In der Überlieferung bei Al-Buchr heißt es ähnlich: Das Erste, wozu du sie aufrufen sollst, ist dass sie die Einzigkeit Allhs (Tauhd) bezeugen.

 

Die korrekte Aqda ist die Grundlage der Handlungen. Die Handlungen sind die Frucht dieser Aqda. Allh der Erhabene sagt: Siehst du nicht, wie Allh ein Gleichnis von einem guten Wort geprägt hat? (Es ist) wie ein guter Baum, dessen Wurzeln festsitzen und dessen Zweige in den Himmel (reichen). Er bringt seinen Ernteertrag zu jeder Zeit (hervor) mit der Erlaubnis seines Herrn () (Sra 14:24-25).

 

Und Allh weiß es am besten!

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