Besinnliches zum Haddsch – Teil 2

Besinnliches zum Haddsch – Teil 2
  • Veröffentlicht:11.10.2011
  • Kategorie:Erkenntnisse
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8. Denke während des Sa'î über Hâdschar nach, der Mutter Ismâ'îls, als sie ihren Ehemann Abraham fragte: „Hat Allâh dir befohlen dies zu tun (sie und ihr Baby Ismâ'îl in Makka zu lassen)?“ Er sagte: „Ja!“ Ihre Antwort lautete: „Dann wird Er (Allâh) uns nicht im Stich lassen!“ Denke über dieses großartige Vertrauen auf Allâh nach, wenn du im Sa'î bist und den gleichen Weg zurücklegst, den Hâdschar auf der Suche nach Wasser und Versorgung rund um die Hügel Safâ und Marwa nahm! Denke nach über ihr Durchhaltevermögen, ihre Ausdauer und ihren wahren Glauben an Allâh! Der Sa'î ist beispielhaft für den starken Glauben an Denjenigen, Der stützt und versorgt – Allâh der Erhabene.

 
9. Das Stehen in der Arafât-Ebene ist der Haddsch. Die Menschenmengen sollten dich an den Tag der Auferstehung erinnern! Sei demütig gegenüber Allâh, mache deine Anbetung allein zu Ihm durch Du'â, aufrichtige Absicht und starke Entschlossenheit bekannt, um dich von den Sünden der Vergangenheit zu befreien, eine Verpflichtung zu erfüllen und zum Tun von Gutem zu eilen! Denke darüber nach ein besserer Mensch zu werden, wenn du zurückgekehrt bist! Entledige dich falschen Stolzes und Prahlens, weil es das ruinieren könnte, was du an diesem Tag gewonnen hast!
 
10. Du hast die Steinchen gesammelt und stehst im Begriff zum Bewerfen der Dschamarât (Steinsäulen) aufzubrechen. Dies ist eine Gehorsamstat und ein Gedenken Allâhs des Majestätischen. Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Wenn du die Steinchen wirfst, wird es ein Licht für dich am Tag der Auferstehung sein.
 
11. Wenn du die Opfergabe vollziehst, dann denke an Allâhs Worte: „Weder ihr Fleisch noch ihr Blut werden Allâh erreichen, aber Ihn erreicht die demütige Ehrfrucht Ihm gegenüber von euch.“ (Sûra 22:37).
 
12. Wenn du deinen Haddsch verrichtet hast, dann denke nicht, dass das Gedenken Allâhs vorbei ist! Höre, was Allâh sagt: „Wenn ihr dann eure Riten vollzogen habt, dann gedenkt Allâhs, wie ihr eurer Väter gedenkt oder mit noch innigerem Gedenken!“ (Sûra 2:200).
 
13. Besondere Anmerkung: Wenn du dich nach Madîna begibst, dann sollte das Ziel deines Besuchs gemäß der Sunna sein, und nicht gemäß Bid'a (unerlaubte Neuerung). Deine Absicht sollte es sein die Moschee des Propheten zu besuchen und nicht sein Grab. Wenn du die Moschee erreichst und nach dem Eintreten gebetet hast, kannst du zum Grab gehen und „As-Salâmu 'alaika ayyuha-n-Nabiyy“ sagen. Der gleiche Gruß wird auch erwähnt, wenn du bei Abû Bakr und Umar vorbeikommst, ohne unerlaubte Neuerungen wie:
 
a. das Grab des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken zu besuchen, bevor man in der Moschee gebetet hat;
 
b. sich dem Grab zuzuwenden um Bittgebete zu sprechen;
 
c. durch den Propheten die Nähe Allâhs zu suchen, denn dies ist eine verbotene Form des Tawassul (Allâhs Nähe durch Vermittlung zu suchen);
 
d. Fürbitte beim Propheten einzulegen;
 
e. Die Hände auf die Gitter zu platzieren, die um den Raum herum sind, der das Grab des Propheten beinhaltet, um Segen zu suchen. Denke an die Aussage des Propheten: „Macht mein Grab nicht zu einem Îd (einem Ort für Feierlichkeiten, den man regelmäßig aufsucht um dort bestimmte Anbetungshandlungen zu verrichten)...
 
14. Viele Gelehrte sagen, dass Frauen, die die Propheten-Moschee besuchen, ihren Salâm (Gruß) für den Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken entfernt vom Ort seines Grabes sagen können, weil durch viele Hadîthe bestätigt wurde, dass der Salâm zum Propheten übermittelt wird, von wo auch immer sich jemand befindet. Die unterschiedliche Einstellung der Gelehrten bezüglich des Besuchs des Grabes durch Frauen kann wie folgt zusammengefasst werden:
 
a. Erlaubt, wenn es nicht oft gemacht wird. Wenn eine Frau bekannt dafür ist, dass sie sich nicht innerhalb der islâmischen Grenzen bei einem Grab benehmen kann, dann sollte sie daran gehindert werden, Gräber zu besuchen.
 
b. Unerwünscht, aber nicht verboten.
 
c. Verboten.
 
15. Die Haddsch-Reise ist nicht dafür gedacht, irgendeine materielle Belohnung zu erlangen. Es ist eine selbstlose Aufopferung, die nur für Allâh den Majestätischen ist. Der Haddsch verlangt wahre Liebe und Furcht vor Ihm. Er sollte mit voller Gewissenhaftigkeit des Herzens verrichtet werden, mit voller Demut und Ergebung gegenüber Allâh. Er sollte nicht wie ein touristischer Ausflug betrachtet oder als rein körperlicher Ritus verrichtet werden. Er entwickelt Aufrichtigkeit, Frömmigkeit, Demut, Selbstkontrolle, Aufopferung und wahres Wissen hinsichtlich der Bedeutung der Ergebung und dem Gehorsam gegenüber Allâh dem Erhabenen. Er hilft dem Pilger, ein besserer Mensch zu sein, der Allâh in jedem Augenblick seines Lebens ergeben ist.
 
 

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