Al-Multazam - sein Ort und das Aussprechen von Bittgebeten an ihm – Teil 1

Al-Multazam - sein Ort und das Aussprechen von Bittgebeten an ihm – Teil 1
  • Veröffentlicht:24.10.2012
  • Kategorie:Wahrzeichen
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Aller Lobpreis gebührt Allâh, und möge Allâh Seinen Gesandten in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken!

Es folgen einige Fragen, die mit „Al-Multazam“ zusammenhängen.

1. Ursprung des Wortes:

Man nennt den zwischen der Ka’ba und dem Schwarzen Stein befindlichen Bereich Al-Multazam, denn die Menschen drücken an ihn die Brust. So steht es im Werk Al-Misbâhu Al-Munîr.

2. Ort des Multazam:

Es wurde von den rechtschaffenen Vorfahren diesbezüglich überliefert, dass Al-Multazam der zwischen der Ecke der Ka’ba und dem Tor befindliche Bereich ist. Dies ist das Bekannteste von ihren Handlungen und Worten. Einige von ihnen überlieferten, dass man an der „Rückseite der Ka’ba“ als Multazam verweilte. Es wurde ebenso überliefert, dass man unter dem Mîzâb (der Dachrinne der Ka’ba) als Multazam verweilte. Ferner wurde überliefert, dass man die ganze Ka’ba ohne Bestimmung als Multazam betrachtete.

a. Die Überlieferungen, die sich darauf beziehen, dass der sich zwischen dem Tor der Ka’ba und der Ecke (Ecke, an der der sich der Schwarze Stein befindet) befindliche Ort Al-Multazam heißt:

Ibn Abbâs sagte: „Al-Multazam liegt zwischen der Ecke und dem Tor."

Asch-Schaibânî berichtete: „Ich sah Amr ibn Maimûn im Multazam zwischen der Ecke und dem Tor.“

Mudschâhid sagte: „Die Leute pflegten zwischen der Ecke und dem Tor im Multazam zu verweilen und Bittgebete zu sprechen.“

Muhammad ibn Abdurrahmân Al-Abdî sagte: „Ich sah Ikrima ibn Châlid, Abû Dscha’far und Ikrima, den Diener von Ibn Abbâs, zwischen der Ecke und dem Tor der Ka’ba verweilen und ich sah sie auch unter dem Mîzâb (Dachrinne der Ka’ba) beim Hidschr Ismâ’îl.“

Hanzala berichtete: „Ich sah Sâlim, Atâ und Tâwûs zwischen der Ecke und dem Tor verweilen.“ (Überliefert von Ibn Abû Schaiba in seinem Werk Al-Musannaf.)

b. Überlieferungen über jemanden, der an der Rückseite der Ka’ba als Multazam-Ort verweilte:

- Abû Bakr berichtete: „Wakî berichtete uns von Sufyân nach einer Aussage von Abû Ishâq, dass dieser sagte: »Ich sah Amr ibn Maimûn an der Rückseite der Ka’ba verweilen.«“

- Abû Bakr berichtete: „Wakî berichtete uns von Nâfi ibn Amr von ibn Abû Mulaika nach einer Aussage von Umar ibn Abdulazîz, dass dieser zur Rückseite der Ka’ba kam, um Zuflucht bei Allâh zu suchen.“

- Abû Bakr berichtete: „Ma’n ibn Îsâ berichtete uns nach einer Aussage von Muhammad ibn Sâlih, dass dieser sagte: »Ich sah Al-Qâsim hinter der Ka’ba als Multazam-Ort verweilen.«“

- Abû Bakr berichtete: „Abû Yahyâ Ar-Râzî berichtete uns von Hanzala, dass dieser sagte: „Ich sah Al-Qâsim an der Rückseite der Ka’ba bei Allâh Zuflucht suchen und sagen: »O Allâh, ich suche Zuflucht bei Dir vor Deinem Schaden, Deiner Strafe und Deiner Macht!«“

- Abû Bakr berichtete: „Ma’n ibn Îsâ berichtete von Thâbit ibn Qais, dass dieser sagte: »Ich sah Nâfi ibn Dschubair zwischen dem Schwarzen Stein, dem Tor und hinter der Ka’ba verweilen. Ich habe all dies (als Multazam-Ort) gesehen.«“

- Abû Bakr berichtete: „Ibn Îsâ berichtete von Châlid ibn Abû Bakr, dass dieser sagte: »Ich sah Ubaidullâh ibn Abdullâh hinter der Ka’ba verweilen, wobei er seine Brust an die Ka’ba in Richtung Westen schmiegte.«“

- Abû Bakr berichtete: „Humaid ibn Abdurrahmân berichtete uns von Hasan ibn Abû Ishâq, dass dieser sagte: »Ich sah Amr ibn Maimûn bei der Ka’ba verweilen und seinen Bauch an deren Rückseite, die neben der jemenitschen Ecke liegt, schmiegen.«“

- Abû Bakr berichtete: „Wakî berichtete von Isrâîl nach Dschâbir nach Abdurrahmân ibn Al-Aswad, dass dessen Vater am hinteren Teil der Ka’ba als Multazam zu verweilen pflegte.“

- Abû Bakr berichtete: „Abdullâh ibn Idrîs berichtete von Al-A’masch, dass dieser sagte: »Ich sah Abû Bakr ibn Abdurrahmân am hinteren Teil der Ka’ba verweilen.«“ (Musannaf Ibn Abû Schaiba.)

c. Überlieferungen hinsichtlich des Verweilens an dem sich unter dem Mîzâb befindlichen Ort:

- Muhammad ibn Abdurrahmân Al-Abdî berichtete: „Ich sah Ikrima ibn Châlid, Abû Dscha’far und Ikrima, den Diener von Ibn Abbâs, zwischen der Ecke und dem Tor der Ka’ba verweilen, ich sah sie auch unter dem Mîzâb beim Hidschr Ismâ’îl.“ (Überliefert von Ibn Abû Schaiba in seinem Werk Al-Musannaf.)

- Al-Mirdâwî sagte: „Den Worten des Verfassers »Wenn der Haddschi Tawâf Al-Wadâ (Abschieds-Umschreiten der Ka’ba) beendet hat, verweilt er in Al-Multazam zwischen der Ecke und dem Tor« ist zu entnehmen, dass dies eine unstrittige Frage unter den hanbalitischen Gelehrten ist. Ahmad (ibn Hanbal) sagte: »Der Haddschi darf auch zum Al-Hatîm-Ort kommen, der sich unter dem Mizâb befindet, und Bittgebete sprechen.«“ (Al-Insâf.)

- Die vierte Meinung liegt in der Zulässigkeit des Verweilens bei jeder Stelle am Gebäude der Ka’ba, um Bittgebete zu sprechen. Es ist verwunderlich, dass es dafür, obwohl es nicht bekannt ist, authentische direkt auf den Propheten zurückführbare Hadîthe gibt, die dies bekräftigen. Sie beweisen, dass mit der Handlung der Prophetengefährten und der rechtschaffenen Vorfahren nicht die Bestimmung gemeint ist. Vielmehr erfolgte dies gemäß dem, was bekannt war oder ihnen leicht fiel.

d. Usâma ibn Zaid berichtete: „Ich betrat die Ka’ba mit dem Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken . Da setzte er sich nieder, lobpreiste Allâh, erkannte Ihn an und sprach Takbîr (die Worte "Allâh ist größer") sowie Tahlîl (die Worte "Es gibt keine Gottheit außer Allâh") aus. Dann schmiegte er seine Brust, Wange und Handfläche an die sich vor ihm befindliche Stelle der Ka’ba und sprach Tahlîl, Takbîr und Bittgebete. Er tat dies an allen Ecken der Ka’ba. Dann kam er aus der Ka’ba heraus, wandte sich der Gebetsrichtung zu, während er am Tor stand, und sagte: »Dies ist die Gebetsrichtung, dies ist die Gebetsrichtung«. Er wiederholte dies zwei- oder dreimal.“

e. Usâma ibn Zaid berichtete, dass er zusammen mit dem Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken die Ka’ba betrat. Da wies der Prophet Bilâl an, das Tor zu schließen. Die Ka’ba stützte sich bereits auf sechs Säulen. Er ging zu den sich hinter dem Tor der Ka’ba befindlichen beiden Säulen, lobpreiste Allâh, bat Ihn um Vergebung und ging dann zur sich vor ihm befindlichen Rückseite der Ka’ba. Er schmiegte sein Gesicht und seinen Körper an die Ka’ba, lobpreiste Allâh, bat Ihn um Vergebung und ging zu jeder der Ecken der Ka’ba, sprach Takbîr, Tahlîl, Tasbîh (die Worte "Gepriesen sei Allâh ob Seiner Erhabenheit über jeden Mangel"), Anerkennung Allâhs des Allmächtigen und Majestätischen und bat Ihn um Vergebung. Dann kam er aus der Ka’ba heraus, verrichtete zwei Rak’as außerhalb der Ka’ba, indem er sich der Ka’ba zuwandte. Danach ging er und sagte: „Dies ist die Gebetsrichtung, dies ist die Gebetsrichtung.“ (Überliefert von Ahmad in dessen Hadîth-Sammlung Al-Musnad und An-Nasâî sowie von Ibn Chuzaima für authentisch erklärt.)

Asch-Schaukânî sagte: „Seine Worte »Er tat dies an allen Ecken der Ka’ba« beweisen die Legitimität des Schmiegens der Brust und der Wange an alle Ecken der Ka’ba und des Sprechens von Tahlîl, Takbîr und Bittgebet.“ (Nailu Al-Autâr.)

Bei dieser Tat des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken , auch wenn sie innerhalb der Ka’ba war, ist es offensichtlich, dass es keinen Unterschied dazwischen gibt, dass der Haddschi seine Brust und Wange an die im Innern oder außen befindlichen Ecken der Ka’ba schmiegt. Vielleicht stützten sich die Prophetengefährten und die rechtschaffenen Vorfahren bei ihrer Tat darauf. Und Allâh weiß es am besten!

Al-Multazam - sein Ort und das Aussprechen von Bittgebeten an ihm – Teil 2

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