Bedeutung des Glaubens im Lichte der Haddsch-Verpflichtung - Teil 1

15/11/2011| IslamWeb

Der Haddsch birgt in sich wertvolle Bedeutungen, enorme Weisheiten und reichlichen Nutzen, genauso wie Allâh es beschreibt: "damit sie Zeuge von Vorteilen für sich werden…“ (Sûra 22:28). Im Folgenden beleuchten wir einige Grundsätze der Bedeutungen der Aqîda und Fragen der Grundlagen der Religion, und zwar im Lichte dieser Verpflichtung:

 
Erstens: Ergebenheit in die Regeln Allâhs des Erhabenen
 
Lieber Bruder und Leser, wir müssen dringend unseren Verstand sowie unsere Seele völlig an die Ergebenheit in Allâh gewöhnen, genauso wie Allâh es möchte, indem er sagt: "Nein, bei deinem Herrn! Sie verinnerlichen den Glauben nicht, bis sie dich zum Schiedsmann wählen über das, was zwischen ihnen umstritten ist. Alsdann finden sie in ihrem Inneren keine Bedrängnis hinsichtlich dessen, was du entschieden hast, und ergeben sich billigend.“ (Sûra 4: 65)
 
Der Haddsch ist das beste Beispiel für die Verwirklichung dieser Ergebenheit
 
Die Pilger verrichten verschiedene Riten, wie beispielsweise den Tawâf um das altehrwürdige Haus, das Küssen des Schwarzen Steines, das rituelle Steinewerfen und viele andere Riten. Das alles sind wahre Beispiele für die Verwirklichung der Ergebenheit an die von Allâh verordnete Lebensweise, und zwar mit voller Leichtigkeit und Ruhe.
 
Der Prophet Ibrâhîm sowie sein Sohn Ismâ'îl Frieden sei mit den beiden baten Allâh, indem sie sagten: "Unser Herr, mache uns Dir ergeben und von unserer Nachkommenschaft eine Dir ergebene Gemeinschaft! Und zeige uns unsere Riten, und nimm unsere Reue an. Du bist ja der Reue-Annehmende, der Allbarmherzige.“ (Sûra 2: 128). Sie baten Allâh um Ergebenheit Ihm gegenüber. Diese Ergebenheit bedingt sowohl die Ergebenheit des Herzens als auch die des Körpers. Möge Allâh Sich des verstorbenen 'Umar  möge Allah mit ihm zufrieden sein, des Gerechten, erbarmen, der zum Schwarzen Stein sagte: "Ich bin mir absolut sicher, dass du nur ein Stein, der nichts nutzt und ebenso nichts schadet. Hätte ich nicht den Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken gesehen, wie er dich küsste, hätte ich dich nie geküsst!“
 
Der Hadîth-Gelehrte Ibn Hadschar meinte: "Diese Aussage 'Umars enthält diese Ergebenheit in die islâmischen Regeln, nämlich in den Angelegenheiten der Religion, sowie die bedingungslose Befolgung, auch wenn es um eine Angelegenheit geht, die nicht zu erklären ist. Das ist ein wichtiges Prinzip hinsichtlich des Befolgens des Propheten Möge Allah ihn in Ehren halten und Wohlergehen schenken, auch wenn man nichts von der Bedeutung begreifen kann, die hinter einer Handlung steckt.“
 
Der verstorbene Ismâ'îl Al-Asfahânî (der Verteidiger der Sunna) sagte: "Zu den Glaubenssätzen der Ahl As-Sunna gehört, dass sie fest daran glauben, was sie an Überlieferungen hören, auch wenn sie diese nicht begreifen können. In diesem Fall sollte man sich ergeben und sich einverstanden und zufrieden zeigen. Keineswegs darf man sich nach seinem Gutdünken verhalten.“
 
Der verstorbene Ibn Al-Qaîjm meinte: "Das anbetende Dienen sowie die Verinnerlichung des Glaubens an Allâh, Seine Bücher und Seine Gesandten basieren auf der Ergebenheit sowie auf der Nichtsuche nach dem detaillierten Sinn hinter den Geboten, Verboten und Vorschriften. Deshalb berichtete Allâh von keiner Nation, die ihrem Gesandten und dessen Botschaft glaubte, dass sie ihn darüber fragte, welcher Sinn hinter dem stände, wozu er sie aufrief, was er ihr verwehrte, und was er ihr von ihrem Herrn mitteilte. Ganz im Gegenteil dazu ergab sie sich ihm und begnügte sich damit, was sie an Bedeutungen begreifen konnte. Dass sie etwas nicht begreifen könnte, beeinträchtigte ihre Ergebenheit und ihren Glauben nicht. Obwohl diese Nation über die vollkommensten Verstandeskräfte, Kenntnisse und Wissenschaften verfügte, fragte sie ihren Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken nicht, warum Allâh ihr dieses gebot und jenes verbot und warum er so handelte. Denn sie wussten, dass das wider den Glauben und die Ergebenheit wäre.“
 
Zweitens: Verankerung des Eins-Seins Allâhs: dieser bedeutende Ritus basiert auf der Verankerung dem absoluten Eins-Sein Allâhs, Der keinen Teilhaber hat. Allâh sagt: "Und als Wir Abraham die Stelle des Hauses zuwiesen: „Geselle Mir nichts bei und reinige Mein Haus für die den Tawâf Vollziehenden, die aufrecht Stehenden, sich Verbeugenden und sich Niederwerfenden.“ (Sûra 22: 26). Allâh warnte die Menschen vor dem Polytheismus sowie vor dessen rituellen Unreinheit, indem Er sagt: "So meidet den Gräuel der Götzenbilder, und meidet die falsche Aussage als Anhänger des rechten Glaubens gegenüber Allâh, die Ihm nichts beigesellen.“ (Sûra 22: 30-31)
 
Um der Verankerung Allâhs Eins-Seins sowie der Leugnung falscher Abgötter willen ist es dem Pilger empfohlen, seinen Haddsch mit der Talbîja zu eröffnen, indem er sagt: "labbaika allâhumma labbaik. Labbaika lâ scharîka laka labbaik. Inna-l-hamda wa-n-ni'mata laka wa-l-mulk. Lâ scharîka lak“ (O Allâh, hier bin ich zu Deinen Diensten! Hier bin ich zu Deinen Diensten! Du hast keinen Teilhaber. Hier bin ich zu Deinen Diensten! Wahrhaftig, der Lobpreis und die Gnadenbezeigung und die Herrschaft sind Dein. Du hast keinen Teilhaber.)
 
Um der Verankerung des Eins-Seins Allâhs willen ist es für den Pilger erwünscht, dass er während den zwei Rak'a des Tawâf die 109. und die 112. Sûra rezitiert, und zwar nach der ersten Sûra Al-Fâtiha, so ist es vom Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken überliefert. Zu diesem Zweck ist der Tahlîl beim Besteigen von As-Safâ und Al-Marwa ebenso empfohlen. So wendet sich der Pilger in Richtung Ka'bah an und lobpreist Allâh, indem er ausspricht: "Lâ ilâha illa- llâh wallâhu akbar. Lâ ilâha illa-llâh wahdahu lâ scharîka lah. Lahu-l-mulk wa lahu–l- hamd, yuhyî wa yumît. Wa huwa 'ala kulli schai'in qadîr. Lâ ilâha illa-llâh wahdahu andschaza wa'dahu wa nasara 'abdahu wa hazama al ahjâba wahdahu“ Es gibt keine Gottheit außer Allâh. Allâh ist am größten. Es gibt keine Gottheit außer Allâh. Er hat keinen Teilhaber. Ihm kommen die Herrschaft und der Lobpreis zu. Er bewirkt das Lebende und das Leblose und er ist zu allem in der Lage. Es gibt keine Gottheit außer Ihm. Er hält sein Versprechen, führt Seinen anbetend Dienenden zum Sieg und besiegt die Verbündeten allein.)
 
Das Gleiche gilt auch für das Bittgebet am 'Arafât-Tag: "Lâ ilâha illâ Allâh wahdahu lâ scharîka lah. Lahu-l-mulk wa lahu-l-hamd. Yuhyî wa yumît. Wa huwa 'ala kulli schai'in qadîr“ Es gibt keine Gottheit außer Allâh. Er hat keinen Teilhaber. Ihm kommen die Herrschaft und der Lobpreis zu. Er bewirkt das Lebende und das Leblose und er ist zu allem in der Lage.)
 
Die Haddsch-Riten erziehen die Nation dazu, ausschließlich Allâh zu bitten, nur bei Ihm Unterstützung zu suchen und sich auf Ihn zu verlassen- unter Ausschluss aller Menschen. Das Bittgebet ist deshalb während Tawâf, Sa´î und 'Arafât-Aufenthalt sowie beim Al-Masch'ar Al-Harâm und in Muzdalifa erwünscht. Es ist auch empfohlen, dass man sich an den Taschrîq-Tagen lange mit dem Bitten Allâhs beschäftigt, und zwar nach dem Bewerfen der Dschamra As-Sughra und der Dschamra Al-Wustâ.
 
 
Bedeutung des Glaubens im Lichte der Haddsch-Verpflichtung - Teil 2

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