Ramadân…mit Baby! Teil 2

10/07/2011| IslamWeb

(Tipps, um das Fasten einer Mutter fortwähren zu lassen)

Samurai-Strategien für einen süßen Ramadân.
 
Âsija, eine weitere Hausfrau und Mutter, die in Japan lebt, erinnert sich daran, wie sie mit ihrem damals einen Monat alten Baby Safa ganz allein zu Hause war. „Ich erholte mich von einem Kaiserschnitt und konnte zu Hause nicht viel machen. Ich vertraute auf ein altbewährtes Verfahren „aus Großmutters Zeiten“, um mein Baby in den Ramadân-Nächten länger schlafen zu lassen.“ Âsija badete ihre Tochter jede Nacht vor dem Schlafen und wickelte sie dann fest in eine Decke. „Sie schlief die ganze Nacht fest. Ich war imstande, Qurân zu lesen und Allâhs zu gedenken oder mein Herz im Gebet ohne Störung zu erwärmen.“
 
Âsija machte es sich zur Gewohnheit, eine Stunde vor dem Suhûr (morgendliche Mahlzeit vor dem Fastenbeginn) aufzustehen, damit sie das Tahadschud-Gebet (freiwilliges Gebet in der Nacht) verrichten und einiges für den nächsten Tag vorbereiten konnte, während ihr Baby schlummerte. Einfache Dinge wie Gemüse klein schneiden oder Fleisch auftauen können kurz vor dem Suhûr durchgeführt werden, damit sie bereit sind, wenn man sie später am Tag braucht.
 
Am meisten half es Âsija im Ramadân, das Iftâr-Menü (Essen beim Fastenbrechen) schlicht zu halten. „Ich hielt daran fest, im Ramadân eine Vorspeise, einen Hauptgang und Fruchtsalat zuzubereiten.“ Sie beschränkte den Hausputz auf ein absolutes Minimum. „Als Putzfanatikerin musste ich mir etwas im Ramadân bewusst machen: Ich habe meine rituellen Gebete und meine Qurân-Rezitation ordnungsgemäß zu verrichten. Niemand wird mich mit Medaillen dafür belohnen, dass ich mein Haus blitzsauber halte. All meine Energie wurde von meinem Baby beansprucht, wenn es tagsüber wach war, deshalb musste ich im Ramadân Allâh und meiner Tochter treu sein.“
 
Für stillende Mütter, die fasten wollen, jedoch befürchten, dass sich ihr Milchvorrat verringern wird oder sie sich besonders durstig fühlen werden, gibt Âsija einen Rat, der ihr im Ramadân bei ihrem Baby half. „Ich aß immer Joghurt während des Suhûr, weil mir jemand erzählt hatte, dass es hilft, Durst zu verhindern. Es funktionierte wie ein Wunder bei mir. Ich nahm auch beim Suhûr und nach dem Iftâr viel Flüssigkeit zu mir, hauptsächlich Wasser.“ Infolgedessen hatte Schwester Âsija keine Probleme im Ramadân zu fasten und fühlte sich kaum durstig, obwohl sie ihren normalen Stillplan einhielt, um den Bedürfnissen ihres Babys nachzukommen.
 
…wenn ihr nur wüsstet!
Es ist wichtig anzumerken, dass schwangere und stillende Mütter im Ramadân nicht fasten müssen und die verpassten Tage zu einem späteren Zeitpunkt nachholen können. Aber die Anreize, die Anreize…
 
Allâh der alles Überragende und Erhabene sagt im gnadenreichen Qurân: „Gezählte Tage. Wer von euch jedoch krank ist oder auf einer Reise, so eine Anzahl anderer Tage. Und denjenigen, die es nur unter Quälerei zu leisten vermögen, ist als Ersatz die Speisung eines Bedürftigen auferlegt. Wer aber freiwillig Gutes tut, für den ist es besser. Und dass ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr nur wüsstet!“ (Sûra 2:184).
 
Deshalb entscheiden sich viele muslimische Frauen, im Ramadân zu fasten, und es ist entsprechend der Bestätigung des Propheten Muhammad  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken für sie erlaubt, dies zu tun. Vergiss nicht! Alle im Ramadân verpassten Fasttage müssen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Sprich 29 oder 30 Fastentage pro Jahr, und bei manchmal vielen Jahren der Schwangerschaft und des Stillens, kann es schwierig sein sie ganz allein nachzuholen.
 
Außerdem macht das Nicht-Fasten im Ramadân das Herz schwer und traurig. „Wenn du entschlossen bist im Ramadân zu fasten, damit du die Fastentage nicht später ganz allein nachholen musst, zeigst du Mut“, bemerkt Âsija. „Bitte Allâh um Hilfe! Es ist Sein Segen, der dir beim Fasten Kraft geben wird. Du wirst dich nach einem ganzen Monat Ramadân-Anbetung, während du die Pflege deines Babys und die Hausarbeit jonglierst, erfolgreich fühlen.“
 
Der Ramadân ist wie ein Regenbogen, der nach einem Wolkenbruch an einem sonnendurchfluteten Tag am Himmel erscheint. Seine Schönheit und seine Barmherzigkeit währen nur so lange, wie es von Allâh erlaubt ist. Die Muslime müssen die Ramadân-Tage und -Nächte in völliger Anbetung Allâhs ergreifen, wobei sie versuchen sollten, Störungen fernzuhalten.
 
„Der Ramadân ist ein schöner Monat, also hab Geduld!“, sagt Schwester Alaja. „Beziehe die ganze Familie mit ein, Anbetungshandlungen zu verrichten und der Mutter des Hauses zu helfen, damit sie diese ebenfalls verrichten kann!“
 
Übrigens hat Schwester Alaja ihren Ramadân-Plan auf das höchste Niveau gebracht, indem sie ihn das ganze Jahr über umsetzt, wobei sie natürlich nicht täglich fastet. „Alles, was ich mitgeteilt habe, ist jetzt grundlegende Gewohnheit für meine Familie, nicht nur im Ramadân. Wenn der Ramadân kommt, ist es deshalb nicht schwer für meine Familie, sich anzupassen.“

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