Das Qiym-Gebet des Propheten im Ramadn

01/07/2014| IslamWeb

Qiyâm (freiwilliges, zusätzliches rituelles Gebet in der Nacht) ist eine empfehlenswerte Anbetungshandlung und im Monat Ramadân sogar noch empfehlenswerter. Abû Huraira  möge Allah mit ihm zufrieden sein berichtete, dass der Gesandte Allâhs sagte: “Wer in den Ramadân-Nächten den Glauben verinnerlichend und in der Hoffnung auf Allâhs Belohnungen rituelle Gebete verrichtet, dessen vergangene Sünden werden alle vergeben.” (Al-Buchârî und Muslim).

 
Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken teilte uns außerdem mit, dass derjenige, der mit dem Imâm im rituellen Gebet steht, bis dieser das Gebet beendet, zählt, als hätte er die ganze Nacht gebetet. Abû Dharr  möge Allah mit ihm zufrieden sein sagte: “Wir fasteten und der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken leitete das rituelle Gebet nicht für uns, bis noch sieben Tage bis zum Ende des Monats verblieben. Dann leitete er das Gebet für uns und betete ein Drittel der Nacht. Dann unterließ er es, in der sechstletzten Nacht zu beten. Dann leitete er in der darauf folgenden Nacht die halbe Nacht lang das Gebet für uns. Darum fragten wir ihn: »O Gesandter Allâhs! Warum leitest du nicht die ganze Nacht lang das Gebet für uns?« Er  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken antwortete: »Wer mit dem Imâm das rituelle Gebet verrichtet und mit ihm bleibt, bis er sein Gebet beendet, ist so, als hätte er die ganze Nacht gebetet.« Dann unterließ er das Beten, bis noch drei Nächte des Monats verblieben. Dann leitete er in den restlichen Nächten das Gebet für uns. Und er rief seine Frauen und seine Familie herbei, um daran teilzunehmen. Und er betete, bis wir fürchteten, das Suhûr-Mahl [die Mahlzeit vor der Morgendämmerung] zu verpassen.“  (Abû Dâwûd).
 
Es ist auch überliefert, dass er  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken im Ramadân das Qiyâm-Gebet betete und das Gebet für seine Gefährten in einigen Nächten leitete. Doch dann unterließ er es, das Gebet für sie zu leiten. Anas  möge Allah mit ihm zufrieden sein sagte: „Der Gesandte  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken betete eines Nachts im Ramadân Qiyâm, und als ich im Begriff war, mich neben ihn zu stellen, kamen ein anderer Mann und dann ein weiterer, bis wir eine Gruppe bildeten, die hinter ihm betete. Als er  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken uns hinter sich spürte, verkürzte er sein Gebet. Dann beendete er es und ging in sein Haus und verrichtete ein langes Gebet, wie er es nicht betete, wenn wir mit ihm waren. Am nächsten Tag fragten wir ihn: »Hast du gespürt, dass wir hinter dir beteten?« Er  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken antwortete: »Ja! Und aus diesem Grund habe ich mein Gebet verkürzt.«“ (Muslim).
 
Âischa  möge Allah mit ihr zufrieden sein sagte: „Der Gesandte Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken ging eines Nachts im Ramadân mitten in der Nacht hinaus und verrichtete das rituelle Gebet in der Moschee. Und einige Männer beteten hinter ihm. Am nächsten Morgen erwähnten die Leute dies. Darum versammelten sich in der folgenden Nacht mehr Leute hinter ihm im Gebet. Am folgenden Tag erzählten es die Leute sich wieder und die zum Gebet versammelte Gruppe wurde größer. Und in der Nacht ging er  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken abermals hinaus und betete mit Leuten hinter sich. In der vierten Nacht waren mehr Leute in der Moschee, als diese fassen konnte, doch der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken kam nicht heraus, bis es Zeit war, das Morgengebet zu verrichten. Nachdem er das Morgengebet beendet hatte, drehte er sich um und sagte zu den Leuten: „Nicht, dass ich eure Anwesenheit in der Moschee nicht bemerkt hätte! Ich befürchtete jedoch, dass es für euch verpflichtend wird und ihr dann nicht dazu fähig wäret, euch daran zu halten.“ (Al-Buchârî und Muslim).
 
Er  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken betete elf Rak’as (Gebetseinheiten) und zog dabei seine Qurân-Rezitation in die Länge. Abû Salama fragte Âischa  möge Allah mit ihr zufrieden sein: „Wie viele Rak’as betete der Gesandte  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken im Ramadân?“ Sie antwortete: „Er betete nie mehr als elf Rak’as im Ramadân oder außerhalb des Ramadân. Er betete vier. Frag nicht, wie gründlich sie verrichtet oder wie lang sie waren! Dann betete er weitere vier. Frag nicht wie gründlich sie verrichtet waren oder wie lang sie waren! Dann betete er drei. Ich fragte ihn: »O Gesandter Allâhs! Schläfst du, bevor du das Witr-Gebet [rituelles Gebet mit ungerader Anzahl von Rak´as] betest?« Er antwortete: »O Âischa! Meine Augen schlafen, aber mein Herz schläft nie!«“ (Al-Buchârî und Muslim).
 
Hudhaifa  möge Allah mit ihm zufrieden sein berichtete: „Ich verrichtete eines Nachts das Qiyâm-Gebet mit dem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken und er begann die Sûra Al-Baqara zu rezitieren. Ich dachte, dass er sich nach hundert Versen verbeugen würde, doch er rezitierte weiter. Ich dachte dann, dass er sich möglicherweise nach Abschluss der ganzen Sûra innerhalb einer Rak’a verbeugen würde, doch er fuhr fort und begann die Sûra An-Nisâ zu rezitieren. Er begann dann die Sûra Âl ‘Imrân und sein Rezitieren war gemächlich. Und als er die Verse rezitierte, die von der Verherrlichung Allâhs handelten, verherrlichte er Ihn. Und als er die Verse rezitierte, die das Zuflucht-Suchen beim Herrn erwähnten, suchte er Zuflucht. Dann verbeugte er sich und sagte: »Gepriesen sei mein Herr der Erhabene ob Seiner Erhabenheit über jeden Mangel!« Sein Verbeugen dauerte ungefähr dieselbe Zeit wie sein Stehen. Er sagte: »Allâh hört denjenigen, der Ihn lobpreist. Unser Herr, und der Lobpreis gebührt Dir!«Dann stand er ungefähr dieselbe Zeitdauer, wie er im Verbeugen verbracht hatte. Er warf sich dann nieder und sagte: „Gepriesen sei mein Herr der Höchste ob Seiner Erhabenheit über jeden Mangel!« Und seine Niederwerfung dauerte ungefähr dieselbe Zeitdauer wie sein Stehen.“ (Muslim).
 
 
Die Überlieferung im Werk von Imâm Ahmad deutet darauf hin, dass dies im Ramadân geschah.

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