Wie kann ich Ramadân besser ausnutzen?

01/08/2012| IslamWeb

Titel: Wie kann ich Ramadân besser ausnutzen?


Frage: As-Salâmu alaikum wa rahmatu-llâhi wa barakâtuh! Und nun zur Frage:

Ramadân ist der Monat der Vergebung, der Barmherzigkeit und der Rettung vor dem Höllenfeuer. Ich habe durch das Verfolgen mehrer Fernsehsendungen gewusst, dass dieser Monat für denjenigen, der den Monat Ramadân gut ausnutzt, eine große Gelegenheit darstellt, um Allâh nahe zu kommen, die Belohnung der guten Taten zu vervielfachen und die Schlechtigkeiten zu tilgen. Ich bemühe mich noch, das religiöse Wissen zu erlangen, und konzentriere mich jetzt auf das rituelle Gebet, weil es die Voraussetzung für die Gültigkeit der anderen Handlungen ist. Ich habe außerdem das Buch Ar-Risâla und suche nach einem Scheich, der mich in religiösem Wissen unterrichtet. Wie soll meinesgleichen mit Ramadân umgehen? Auf welche Taten soll man sich konzentrieren? Was ist der beste zu befolgende Plan?

Danke!


Antwort: Im Namen Allâhs des Allerbarmers des Allbarmherzigen!

Lieber Bruder, as-Salâmu alaikum wa rahmatu-llâhi wa barakâtuh! Und nun zum Thema:

Das beste, womit die Leute sich ihrem Herrn nähern, besteht in dem, was Er ihnen als Pflicht auferlegte, wie es im Hadîth steht: "Mein anbetend Dienender nähert sich Mir nicht mit etwas, das Ich mehr liebe als das, was Ich ihm als Pflicht auferlegte." (Von Al-Albânî im Werk Sahîhu Al-Dschâmi für authentisch erklärt.) Der Muslim soll als erstes lernen, was seinen Glauben und seine Anbetungshandlungen korrigiert, denn Allâh der Erhabene sagt: "Wisse nun, dass es gewiss keine Gottheit außer Allâh gibt! ...." (Sûrâ 47:19). Al-Buchârî hat einem Kapitel den Titel gegeben: Wissen vor dem Sagen und dem Tun.

Willkommen auf deiner Webseite! Wir bitten Allâh, dir und uns die Aufrichtigkeit in unseren Worten, Taten und all unseren Umständen zu gönnen.

Ramadân ist zweifellos eine großartige Zeit und ein edler Monat, in dem die Tore der Paradiese geöffnet, die Tore der Hölle geschlossen und die bösen Satane angekettet werden. In ihm gibt es eine Nacht, die besser ist als tausend Monate; wer sich ihre Güte entgehen lässt, der hat vieles verloren.

Die rechtschaffenen Vorfahren  möge Allah mit ihnen zufrieden sein pflegten Allâh sechs Monate vor Ramadân zu bitten, dass Er sie Ramadân erreichen lässt, und wenn Allâh ihnen diese Wohltat erwiesen hatte, dann fasteten sie in ihm so gut wie möglich aus dem Glauben heraus und aus der Hoffnung auf die Belohnung Allahs und beteten in seinen Nächten aus dem Glauben heraus und aus der Hoffnung auf die Belohnung Allâhs. Wenn der Fastenmonat zu Ende war, wandten sie sich an Allâh mit dem Bittgebet, dass Er von ihnen das Fasten annehme. Das heißt, dass der Ramadân das ganze Jahr im Gedächtnis der Umma präsent war, was aber kein Wunder ist, da das Fasten die vierte Elementarpflicht des Islâm und die Anbetungshandlung ist, von der Allâh im Hadîth sagt: "Bis auf das Fasten, es ist für Mich, und Ich gewähre die Belohnung dafür." (Überliefert von Al-Buchârî)

Von vielen Anbetungshandlungen ist die Belohnung bekannt, die Belohnung der Fastenden kennt aber nur Derjenige, Der das Fasten vorgeschrieben hat, denn das Fasten ist Geduld und von den Geduldigen sagt Allâh der Hochgepriesene : "... den Standhaften wird nun aber einzig und allein deren Belohnung gewährt werden – ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden." (Sûra 39:10).

Durch das Fasten ergibt sich die Erziehung zur demütigen Ehrfurcht gegenüber Allâh, nämlich das Gebotene zu tun und das Verbotene zu unterlassen; Erziehung zur Beobachtung, was zur Stufe des Ihsân führt, was bedeutet, dass du Allâh den Hochgepriesenen so anbetest, als ob du Ihn sähest, denn wenn du Ihn auch nicht siehst, so sieht der Hochgepriesene dich doch. Im Fasten gibt es Erziehung zur Geduld und Willensstärke. Im Fasten hat man ein Hungergefühl, das einen dazu bewegt, Mitleid mit seinen hungrigen und bedürftigen Geschwistern zu haben.

Im Fasten bietet sich eine Gelegenheit zur Vermehrung der guten Taten, um die vervielfachten Belohnungen zu erlangen. Des Muslims Erfolg besteht darin, die guten Taten zu vermehren, und sie weiter zu verrichten, wenn der Ramadân zu Ende gegangen ist. Imâm Ahmad  Allah   erbarme sich seiner wurde gefragt: "Wie wissen wir, dass Allâh von uns das Fasten angenommen hat?" Er erwiderte: "Wenn du nach dem Ramadân dasselbe machst, woran du dich während der Fastentage gewöhnt hast, dann wisse, dass Allâh von dir dein Fasten angenommen hat!"

Wie oft haben wir gewünscht, die Muslime mögen endlich wissen, dass Allâhs Anbetung keine bestimmte Zeit hat und dass der Muslim Allâh ununterbrochen anbetend dienen soll, denn Allâh der Hochgepriesene sagt: "Und diene anbetend deinem Herrn, bis die Gewissheit zu dir kommt!" (Sûra 15:99).

Meine Empfehlung für dich besteht darin, Allâh zu fürchten, das religiöse Wissen unbedingt zu erlernen und dies bei vertrauenswürdigen Scheichen zu tun, die sich an den Qurân und die Sunna halten. Du sollst wissen, dass derjenige, der das Gute sucht, es leicht finden wird. Du kannst ferner die eigens für den Fastenmonat bestimmten Dateien auf deiner Webseite Islamweb verfolgen.

Wir bitten Allâh, dir nützliches Wissen und gute Taten zukommen zu lassen. Du sollst den Qurân oft rezitieren und Allâhs oft gedenken; von Verleumdung, übler Nachrede, Lüge und falschen Anschuldigungen sollst du dich fernhalten. Beschäftige dich nur mit dem, was deinen Herrn zufriedenstellt; und nur mit den frommen Geschwistern sollst du umgehen. Wir bitten Allâh, dein Herz mit Glauben zu füllen.

Möge Allâh uns zum Erfolg und zum richtigen Handeln führen!

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