Die Rechtschaffenen und das Gebieten des Guten- Teil 2

31/05/2026| IslamWeb

10. Die Rechtschaffenen und das Gebieten des Guten, das Verbieten des Schlechten und das Erteilen von Ratschlägen an die Muslime während des Haddsch:

Ein weiteres Beispiel dafür, wie der Prophet Schlechtes während des Haddsch missbilligte, ist der Hadîth von Ibn Abbâs (möge Allâh mit ihm zufrieden sein): „Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) ging an einem Mann vorbei, der seine Hand mit einem Seil, einem Faden oder etwas anderem an die Hand eines anderen Mannes gebunden hatte, während er den Tawâf um die Ka’ba vollzog. Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) durchschnitt das Seil mit seiner Hand und sagte: ‚Führe ihn an seiner Hand.’“ In einer anderen Version heißt es: „Er ging an einem Mann vorbei, der den Tawâf um die Ka’ba vollzog und von einem anderen Mann an einem Ring in seiner Nase geführt wurde. Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) durchschnitt den Ring mit seiner Hand und befahl ihm, ihn an seiner Hand zu führen.“ Al-Buchârî gab diesem Hadîth die Überschrift: „Kapitel: Wenn man ein Seil oder etwas anderes sieht, das man während des Tawâf missbilligt, so soll man es durchtrennen.“ Ibn Battâl sagte: „Er durchschnitt es, weil das Führen an einem Nasenring nur bei Tieren üblich ist, und dies war vergleichbar damit.“ Ibn Battâl sagte auch: „Dieser Hadîth zeigt, dass es demjenigen, der den Tawâf vollzieht, erlaubt ist, durch geringfügige Handlungen Schlechtes zu ändern, das er sieht.“ An-Nawawî sagte: „Die Handlung des Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), das Seil zu durchtrennen, deutet darauf hin, dass nur durch diese Maßnahme das Übel beseitigt werden konnte.“

In einem Rat an die Pilger schrieb der Gelehrte Ibn Bâz: „Ich rate allen Muslimen, insbesondere mir selbst und den Pilgern, ihrer Pflicht nachzukommen, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verbieten. Allâh hat uns dazu aufgerufen, jeder nach seinen Fähigkeiten. Allâh der Erhabene sagt: ‚Die gläubigen Männer und Frauen sind einer des anderen Beschützer. Sie gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche, verrichten das Gebet und entrichten die Abgabe und gehorchen Allâh und Seinem Gesandten. Sie sind es, derer Allâh Sich erbarmen wird. Gewiss, Allâh ist allmächtig und allweise‘ (Koran 9:71). In einem authentischen Hadîth heißt es: ‚Wer von euch Schlechtes sieht, der soll es mit seiner Hand ändern. Wenn er dies nicht kann, dann mit seiner Zunge. Wenn er dies nicht kann, dann mit seinem Herzen, und dies ist der schwächste Glaube.’ Bei den ihnen unterstellten Personen sollen Führungskräfte Schlechtes mit der Hand ändern. Wer die Macht hat, Schlechtes mit der Hand zu ändern, soll dies je nach Befugnis tun, wie beispielsweise ein Hausherr oder diejenigen, die mit der Aufsicht über die Einhaltung islamischer Regeln betraut sind.“

Ich möchte hinzufügen, dass das Gebieten des Guten, das Verbieten des Schlechten und das Erteilen von Ratschlägen an Muslime von zentraler Bedeutung ist. Es ist wie ein Rettungsschiff für diese Gemeinschaft der Mitte. Vernünftige Menschen erkennen, dass das Unterlassen dieser Pflichten eine Hauptursache für Fitna ist.

Schaich Al-Islâm Ibn Taimiyya sagte: „Unglaube, Sünde und Ungehorsam führen zu Übel und Vergehen. Wenn eine Gruppe sündigt und andere untätig bleiben, ohne der Pflicht des Gebietens und Verbietens nachzukommen, sündigen auch diese durch ihr Unterlassen. Wenn andere wiederum auf verbotene Weise missbilligen, sündigen sie ebenfalls. Diese Verfehlungen führen zu Spaltungen, Uneinigkeit und Schlechtem. Dies ist eine der größten Versuchungen der Vergangenheit und Gegenwart. Betrachtet man die aktuellen Unruhen genauer, wird deutlich, dass ihre Ursache in diesen gegenseitigen Verfehlungen liegt. Die Zwietracht zwischen Herrschern, Gelehrten und den Massen hat ihren Ursprung in diesem Verhalten.“

Es gibt viele Bereiche, in denen man während der Haddsch-Zeit das Gute gebieten und das Schlechte verbieten kann. Besonders wichtig sind:

- Die Warnung vor Schirk und unerlaubten Neuerungen. Viele Pilger kommen zum Haddsch, während sie noch in diesen Praktiken verstrickt sind. Es ist erstaunlich, wie viele von ihnen nach ihrer Rückkehr zu eifrigen Verfechtern des Tauhîd werden und den Schirk ablehnen.

- Dazu gehören allgemeine Verbote wie Lügen, Betrug, Verrat, Verleumdung, üble Nachrede und Spott, das Hören von Musik, Rauchen, Fotografieren und das Rasieren des Bartes. Es ist auch wichtig, zur Einhaltung des Hidschâb aufzurufen und vor seinem Verzicht zu warnen.

O ihr Pilger zum Haus Allâhs, vollzieht den Haddsch so, wie ihn die Rechtschaffenen vollzogen haben, gebietet das Gute und verbietet das Schlechte und seid geduldig. Denn Allâh ist mit den Geduldigen.

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