Ramadān und der beste Abschied – Teil 1

Ramadān und der beste Abschied – Teil 1
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Unsere rechtschaffenen Vorfahren sagten: “Der Ramadân ist wie ein Markt, der beginnt und zu Ende geht, und da erzielen die einen Gewinne und die anderen machen Verluste.” Zu welcher der beiden Gruppen gehörst du?


Es wurde von Al-Hasan (Al-Basrî) berichtet, dass er sagte: „Allâh machte den Ramadân zu einer Arena für Seine Geschöpfe, in der sie um Seine Zufriedenheit wetteifern. Einige kommen voran und haben Erfolg, während die anderen zurückbleiben und verlieren. Man wundert sich über diejenigen, die am Tag scherzen und spaßen, an dem die, die Gutes tun, gewinnen, und die Betrüger verlieren.“

 

 

Jetzt sind wir am Ende des Monats. Wer wird also angenommen, damit wir ihm gratulieren, und wem wird (die Annahme) verweigert, damit wir ihm Trost zusprechen?

 

 

Die Gewinner werden traurig, wenn die wenigen Tage des Monats der Geschenke vergehen. Durch diese Trauer erlangen sie die Hoffnung, denn sie erweckt die Sehnsucht nach der Zufriedenheit Allâhs und die Reue wegen der Versäumnisse gegenüber Allâh. Denn es gehört zum Wesen und zur Natur des Gläubigen, dass er immer in einem Zustand der Furcht ist, was auch immer er an Anbetungshandlungen und guten Taten verrichtet hat.

 

 

Âischa  möge Allah mit ihr zufrieden sein fragte den Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) nach der Bedeutung der Worte Allâhs: Und die geben, was sie geben, während ihre Herzen sich (davor) ängstigen, weil sie zu ihrem Herrn zurückkehren werden.(Sûra 23:60). Sie fragte: „O Gesandter Allâhs, sind das diejenigen, die Diebstahl und Unzucht begehen, Wein trinken und Allâh fürchten?“ Er antwortete: „Nein, o Tochter von As-Siddîq! Es sind vielmehr diejenigen, die beten, fasten und Almosen geben, während sie befürchten, dass dies von ihnen nicht angenommen wird.“ Dieser Hadîth wurde von Al-Albânî als authentisch eingestuft.

 

 

Dies ist, meine liebe Schwester, der Zustand der gehorsam Anbetenden nach dem Ende des Ramadân. Nachdem sie gefastet, in der Nacht gebetet, den Qurân gelesen und Allâh den Erhabenen angebetet haben, fürchten sie, dass Allâh ihre Taten nicht annimmt. Sie begreifen nämlich den Wert ihrer Taten in den letzten Tagen und wissen, dass ihre Waren nicht von geringem Wert waren. Es bleibt nur noch, dass Allâh sie reichlich belohnt und ihnen Almosen gibt.

Zerstöre deine Häkelarbeit nicht!

 

 

Zerstöre deine Häkelarbeit nicht, wie die Frau, die ein schönes Kleid gehäkelt und viel Mühe darin investiert hatte und es dann selbst wieder Strang für Strang und Faden für Faden auseinandernahm. Allâh der Erhabene sagt: „Und seid nicht wie jene, die ihr Garn, nachdem es fest gesponnen war, wieder in aufgelöste Strähnen bricht ...(Sûra 16:92). Hüte dich, liebe Schwester, davor, zu den Dienern von Ramadân und nicht zu den Dienern des Herrn von Ramadân zu gehören!

 

 

Kontinuität ist die Sunna des Besten aller Geschöpfe

 

 

Die kontinuierliche Anbetung gehört zur Rechtleitung des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), der folgendes Bittgebet zu wiederholen pflegte: „O Allâh, Der Du die Herzen änderst, stärke mein Herz in Deiner Religion!“ Von Al-Albanî wurde dieser Hadîth als authentisch eingestuft. Er pflegte auch seine Gefährten zur Kontinuität bei den Anbetungshandlungen anzuhalten, auch wenn diese wenige sind. Er pflegte nämlich zu sagen: „Die beliebtesten Taten für Allâh sind die regelmäßigen, auch wenn sie wenige sind.“ Dieser Hadîth wurde von Al-Albânî als authentisch eingestuft.


Der Weg zur Dauerhaftigkeit:

 

 

Damit du nicht vom rechten Weg abweichst, gibt es einige Zeichen und Taten nach Ramadân, die du regelmäßig vollziehen sollst, damit du das ganze Jahr in der Nähe des Ramadân und des Herrn des Ramadân bleibst:

 

 

a) Dein rituelles Gebet
Verrichte das rituelle Gebet zur rechten Zeit und sei dir dessen bewusst, dass die beste Tat eines Muslims, auf deren Belohnung er hoffen kann und die ihm in die Nähe von Allâh bringt, die Erfüllung der Pflichten ist, wie Allâh der Erhabene in einem Qudsî-Hadîth (dem Propheten eingegebener Hadîth mit Wortlaut von Allâh) sagte: „Mein
anbetend Dienender nähert sich Mir nicht mit etwas, das Ich mehr liebe, als das, was Ich ihm als Pflicht auferlegte. Dieser Hadîth wurde von Al-Buchârî überliefert.

 

 

b) Die freiwilligen Anbetungshandlungen
Täglich sollst du etwas Freiwilliges vollbringen, wie freiwillige Gebete, freiwilliges Fasten, Almosen geben und Ähnliches, damit du von der Stufe der Liebe zu Allâh zur nächsten Stufe übergehen kannst, wo du von Allâh geliebt wirst, wie Allah der Erhabene im Qudsî-Hadîth sagte:
Und Mein anbetend Dienender fährt fort, sich Mir durch die freiwilligen Anbetungshandlungen zu nähern, bis Ich ihn liebe. Und wenn Ich ihn liebe, bin Ich sein Gehör, mit dem er hört, sein Sehen, mit dem er sieht… Dieser Hadîth wurde von Al-Buchârî überliefert.


Und du kannst mit dem Fasten von sechs Tagen im Monat Schawwâl zur Befolgung der Sunna des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) beginnen:
Wer im Monat Ramadân gefastet hat und danach sechs Tage im darauffolgenden Monat Schawwâl fastet, der erhält so viel Belohnung, als ob er das ganze Jahr gefastet hätte.Von Al-Albanî wurde dieser Hadîth als authentisch eingestuft.

 

 

c) Das feste Seil Allahs
Du sollst eine dauerhafte Verbindung zum Qurân haben, denn dies ist das Zeichen für deine Nähe zu Allâh oder deine Entfernung von Ihm. Verlasse den Qurân nicht und verliere nicht die Verbindung zu ihm, er ist nämlich das Seil Allâhs, und wenn es gerissen ist, verliert der anbetend Dienende jegliche Güte! Diejenige, die den Qurân nicht richtig lesen kann und stottert, soll Tadschwîd [Rezitationsregeln für Qurân] lernen. Diejenige, die den Qurân richtig lesen kann, soll mit dem Auswendiglernen beginnen, und wenn sie ihn auswendig gelernt hat, soll sie ihn immer wieder lernen und kann sie nach Ramadân eine neue Rezitationsrunde beginnen.

 

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