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Frauen und die Zeit im Ramadân - Teil 1

Frauen und die Zeit im Ramadân - Teil 1

Im Namen Allâhs des Allerbarmers des Barmherzigen! Möge Allâh den Edelsten aller Propheten und Gesandten, unseren Propheten Muhammad sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen allen bis zum Tage der Auferstehung Wohlergehen schenken!

Die Zeit ist ein Vermögen, das Reiche und Arme, Niedrige und Vornehme besitzen. Leider ist es aber für die meisten Menschen ein vergeudetes Vermögen, denn die Tage und Nächte vergehen, von allen Menschen unbemerkt.

Wer das Offenbarungsbuch Allâhs und die Sunna Seines Propheten betrachtet, wird dort den Hinweis auf die Bedeutung der Zeit finden, wo Allâh der Erhabene sagt: „Meint ihr denn, dass Wir euch zum sinnlosen Spiel erschaffen hätten und dass ihr nicht zu Uns zurückgebracht würdet?“ (Sûra 23:115).

Zur Gunstbezeigung Allâhs des Gepriesenen gehört, dass Er dem Tag die Nacht und der Nacht den Tag folgen lässt, sodass man die Taten, die er in einer Zeit davon versäumt hatte, in der anderen nachholen kann: „Und Er ist es, Der die Nacht und den Tag so gemacht hat, dass sie sich voneinander für jemanden unterscheiden, der bedenken oder Dankbarkeit zeigen will.“ (Sûra 25:62). Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Am Tage der Auferstehung wird kein Mensch entlassen, bis er nach viererlei Dingen gefragt wurde: nach seinem Leben, womit er es verbracht hat; nach seiner Jugendzeit, was er in ihr getan hat; nach seinem Vermögen, woher er es erworben und wofür er es ausgegeben hat.“ (Überliefert von At-Tirmidhî, und er sagte: ein guter, authentischer Hadîth). Die Hälfte der Fragen handelt also von der Zeit!

Die Bedeutung der Zeit wird in diesem edlen Monat noch größer, sodass es für diejenigen, die sonst ihre Zeit vergeuden, angebracht ist, die Verwendung ihrer Zeit nochmals zu überdenken. Es ist sogar für diejenigen, die sonst ihre Zeit gut verwenden, angebracht, dies in diesem Monat zu vervielfachen.

Meine muslimische Schwester, wie schon gesagt vervielfacht sich die Bedeutung der Zeit im Monat Ramadân, denn wir finden, dass viele Frauen die Nächte im Ramadân in Spaß, Wachsein und Ausgehen vergeuden; ihre Tage verbringen sie entweder schlafend oder in der Küche. Ihr Motto lautet: Im Ramadân schläft man tagsüber und bleibt man nachts auf. Und so kann es vorkommen, dass ein Ramadân nach dem anderen vergeht, ohne dass die muslimische Frau einen Vorrat an guten Taten, Themen und Projekten anlegte und ohne dass sie die Fehler und Mängel wiedergutmachte, und so muss man jeden Ramadân von Anfang an beginnen, was eine reine Verschwendung der Zeit und des Lebens darstellt.

Ibn Al-Qaiyim  Allah   erbarme sich seiner sagte in seinem Buch Zâdu Al-Ma’âd: „Es gehörte zu seiner Rechtleitung im Ramadân, die verschiedenen Anbetungshandlungen vermehrt durchzuführen. Gabriel pflegte den Qurân im Ramadân mit ihm zu studieren, und wenn er mit Gabriel zusammentraf, war er mit der Güte großzügiger als der unaufhaltsame Wind. Er war der Großzügigste aller Menschen, und am großzügigsten war er im Ramadân, da er in ihm pflegte mehr Almosen zu geben, gütiger zu sein, mehr Qurân zu rezitieren sowie mehr Gebete, Gedenken Allâhs und Zurückziehen in der Moschee durchzuführen. Im Ramadân pflegte er besonders mehr Anbetungshandlungen zu verrichten als in den anderen Monaten, sodass er manchmal ununterbrochen fastete, damit er seine ganze Zeit tags und nachts der Anbetung widmen konnte…“

Deine Erkenntnis von der kurzen Lebensdauer der Mitglieder der Umma Muhammads  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken soll dazu motivieren, das Leben vorteilhaft zu nutzen. Es wurde nämlich berichtet, dass ein Prophet an einer Frau vorbeikam, die ihren Sohn beweinte, der im Alter von mehr als zweihundert Jahren verstorben war; da sagte er tröstend zu ihr: „Wie wäre es denn, wenn du in einer Umma leben würdest, in der man sechzig bis siebzig Jahre lang lebt?“ Die Frau entgegnete: „Wenn ich in dieser Umma lebte, würde ich diese ganze Lebensdauer in einer einzigen Niederwerfung verbringen.“

Allâh hat es aber dieser Umma dadurch ersetzt, dass Er ihr bestimmte Anbetungshandlungen, wie das freiwillige Nachtgebet in der Nacht der Bestimmung, das freiwillige Fasten von sechs Tagen im Monat Schawwâl und das Gebet in der sakrosankten Moschee, der Moschee des Propheten und der Moschee in Jerusalem gab, die die Lebensdauer so segnen, als ob demjenigen, der diese Anbetungshandlungen verrichtet, ein langes Leben zuteil wurde. Dass die Tage und Jahre so merkwürdig rasend schnell vergehen, wie wir sehen, gehört bestimmt zu den Vorzeichen der Stunde.

Frauen und die Zeit im Ramadân - Teil 2

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