Die muslimische Minderheit in der Republik Simbabwe

Dienstag 12-9-2017| IslamWeb

Der offizielle Landesname: Republik Simbabwe.

 

Die Hauptstadt: Harare.

 

Lage: Ein Staat im südlichen Afrika, grenzt im Norden an Sambia, im Osten an Mosambik, im Westen an Botswana und im Süden an Südafrika.

 

Einwohnerzahl: dreizehn Millionen (Stand 2006).

 

Die ethnischen Gruppierungen: Die Shona machen 82%, die Ndebele 14%, andere afrikanische Gruppierungen 2%, Mischlinge und Asiaten 1% und die Weißen weniger als 1% der Bevölkerung aus.

 

Die Religionen: Anhänger des mit den traditionellen lokalen Kulten vermischten Christentums machen 50%, Christen 24%, Anhänger der traditionellen Kulte und die Muslime 2% der Bevölkerung aus.

 

Sprachen: Englisch ist Amtssprache, daneben gibt es auch die Stammessprachen Shona und Ndebele.

 

Muslime und die Kolonialherrschaft in Simbabwe:

 

Simbabwe oder Südrhodesien litt unter massiven kolonialen Angriffen. Die Muslime wurden deswegen verschiedenartigen Repressionen ausgesetzt, denn die britische Besatzung führte zur Isolierung der Muslime, man hielt sie vom Zugang zu Wissen ab. Die Muslime durften keinen Zugang zu Ausbildungsmöglichkeiten erhalten. Die Besatzer schlossen deshalb etwa tausend Schulen, sodass 97% der Muslime Analphabeten wurden. Die Muslime litten ferner unter der starken Rassendiskriminierung seitens der Kolonialherren, was sich allerdings nicht nur auf die Muslime beschränkte, sondern die gesamte afrikanische Bevölkerung in Simbabwe betraf.

 

Neben der Rassendiskriminierung herrschte des Weiteren Ungleichheit zwischen den Afrikanern und Europäern in den Rechten und Pflichten, besonders nachdem der englische Herrscher von Südrhodesien im November 1965 gegen sein Land England revoltiert und die Unabhängigkeit Südrhodesiens von Großbritannien erklärt hatte. Er bildete eine Regierung ohne die Teilnahme der schwarzen Bevölkerungsmehrheit, was auf internationalen Widerstand und auf Ablehnung stieß. Die internationale Gemeinschaft erkannte diese Regierung nicht an und der Sicherheitsrat verabschiedete damals mehrere Resolutionen und verhängte Sanktionen und einen wirtschaftlichen Boykott gegen die Regierung der weißen Minderheit. Die Muslime führten einen Widerstandskampf gegen diese illegale Regierung, bis das Land am 18. April 1980 seine Unabhängigkeit erreichte. Während der Kolonialherrschaft vergnügte sich der britische Herrscher Cecil Rhodes damit, Muslime mit Jagdgewehren zu töten!

 

Die Einladung zum Islâm:

 

In Simbabwe gibt es einen Rat der muslimischen Gelehrten, den Höchsten Rat für Islâmische Angelegenheiten, das Fatwa-Amt, die Gemeinschaft der Muslime in Simbabwe und mehrere andere islâmischen Vereine, die in der Verbreitung des religiösen Bewusstseins, Errichtung von Qurân-Schulen, der Aufsicht über den Bau von Moscheen und Qurân-Schulen sowie in den Wohltätigkeitsarbeiten und der Fürsorge für die muslimischen Jugendlichen tätig sind, wobei sie diese mit soliden islâmischen Anstands- und Verhaltensregeln versorgen.

 

Schwierigkeiten der Muslime in Simbabwe:

 

In Simbabwe gibt es dreißig Moscheen und zwanzig Gebetsplätze, die auf die meisten Städte und Dörfer verteilt sind. Diesen Moscheen sind Qurân-Schulen angeschlossen, in denen die Kinder der Muslime lernen, aber sie reichen nicht. Weiterhin besteht das Problem, dass die Lehrkräfte unqualifiziert sind und das Schulniveau sehr niedrig ist. Daher brauchen die islâmischen Schulen mehr Entwicklung und Unterstützung durch qualifizierte Lehrer, besonders weil sie durch Spenden der Muslime finanziert werden. Nötig ist ein islâmisches Zentrum zur Ausbildung von Imâmen oder ein Institut zur Ausbildung von Menschen, die zum Islâm einladen.

 

Es gibt mehrere Qurân-Übersetzungen in den Regionalsprachen, aber sie sind ebenfalls nicht ausreichend und bedürfen weiterer Verbreitung und Lehrkräfte.

 

Die Bemühungen zur Verbreitung der arabischen Sprache in Simbabwe sind noch in der Anfangsphase und sehr beschränkt, da es an den nötigen Lehrern mangelt, die Arabisch unterrichten können.

 

Die Qurân-Schulen, die in allen Teilen des Landes verbreitet sind, spielen zweifellos eine eher marginale Rolle bei der Verbreitung der arabischen Sprache, außerdem bemühen sie sich um das Auswendiglernen des ehrwürdigen Qurân. Aber sogar einige muslimische Gelehrte in Simbabwe haben es dringend nötig, Arabisch zu lernen!

 

Die islâmischen Institutionen in Simbabwe bemühen sich sehr, das Arabische unter den Muslimen zu verbreiten, damit es deren Alltagssprache wird. Die Vereine zum einladenden Aufruf haben diesbezüglich lobenswerte Bemühungen geleistet. Sie konnten zum Beispiel einen Regierungsbeschluss bewirken, nach dem eine Gruppe von 50 muslimischen Familien das Recht hat, in ihrem Wohngebiet eine arabische islâmische Schule zu errichten. Und es wurden tatsächlich mehrere Schulen und Moscheen errichtet.

 

Missionierung und Ausnutzung der materiellen und gesundheitlichen Bedürfnisse der Muslime:

 

Es gibt in Simbabwe eine rege Missionierungstätigkeit unter den Muslimen und Anhängern der Stammesreligionen, deren Zahl mehr als sieben Millionen Menschen beträgt. Sie sind das Ziel Dutzender verschiedenen Missionierungsorganisationen, wie beispielsweise die Londoner Missionierungsgesellschaft, die christliche Botschaften-Gesellschaft, die Friedensboten-Gesellschaft, die christliche Missionierungsallianz und auch eine deutliche Präsenz der amerikanischen Reformkirche.


Diese Gesellschaften missbrauchen die materiellen Bedürfnisse sowie den Bedarf der Muslime nach gesundheitlicher Versorgung für ihre Missionierungstätigkeiten.

 

Zur gleichen Zeit gibt es neben diesen Missionierungsorganisationen ebenfalls islâmische Institutionen, die gleichermaßen immense Bemühungen zur Erklärung und Verbreitung des Islâm und der arabischen Sprache unter den Stämmen mit lokalen Kultreligionen leisten.

 

Einige Studien zeigen, dass die muslimischen Einwohner im Dorf Moher ihre Wurzeln in den arabischen Stämmen haben, die vor Jahrhunderten ins südliche Afrika gewandert waren und immer noch die arabischen islâmischen Traditionen und Sitten pflegen.

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