Einem Muslim ungerechtfertigt Leid zuzufügen ist harâm
Fatwâ-Nummer: 32391

  • Fatwâ-Datum:25-10-2018
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Frage

Meine Nachbarin fügt uns häufig Leid zu und beeinflusst ihren Ehemann, der einzig ihr zuhört. Mein Ehemann ist ebenfalls auf ihrer Seite. Sie bezichtigt uns, Verbotenes und fürchterliche Dinge zu tun, und beeinflusst sogar Freunde und das ganze Wohnviertel. Was kann ich tun, um diesen Problemen, die mittlerweile täglich auftreten, zu entkommen?

Antwort

Der Lobpreis gebührt Allâh und möge Allâh Seinen Gesandten sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken!

Allâh der Allmächtige und Majestätische verbietet, einem Muslim ohne islâmisch anerkannten Grund Leid zuzufügen. Er verbietet ferner, dessen Ehre zu verletzen und ihm unangemessene Dinge zu unterstellen. Er bestimmt, dass derjenige, der dies tut, große Sünde auf sich lädt und schwer bestraft wird. Der Majestätische und Erhabene sagt: „Und diejenigen, die den gläubigen Männern und den gläubigen Frauen Leid zufügen für etwas, was sie nicht begangen haben, laden damit Verleumdung und offenkundige Sünde auf sich.“ (Sûra 33:58). Der Hocherhabene sagt ferner: „Gewiss, diejenigen, die den ehrbaren, unachtsamen gläubigen Frauen (Untreue) vorwerfen, sind verflucht im Diesseits und Jenseits. Für sie wird es gewaltige Strafe geben,“ (Sûra 24:23).

Handelt es sich dabei um Nachbarn und Verwandte, ist die Angelegenheit noch schwerwiegender. Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Derjenige, dessen Nachbar nicht sicher vor seinen Missetaten ist, betritt das Paradies nicht.“ (Muslim). Sofern es dir möglich ist, solltest du dieser Frau also anraten, weder über ihre Nachbarn noch allgemein über ihre Geschwister im Islâm zu sprechen oder ihnen Leid zuzufügen!

Falls dir dies nicht möglich ist, wäre es gut, wenn du einen Bruder, Freund oder Gelehrten findest, dem du vertraust und der sie beraten und ihr die Gefahr der Ehrverletzung der Menschen näherbringen könnte. Du solltest ihren Kränkungen gute Taten und Geduld entgegenhalten! Allâh der Hocherhabene sagt: „Nicht gleich sind die gute Tat und die schlechte Tat. Wehre mit einer Tat, die besser ist, (die schlechte) ab, dann wird derjenige, zwischen dem und dir Feindschaft besteht, so, als wäre er ein warmherziger Freund.“ (Sûra 41:34). Wenn du dies wiederholt tust und ihrem Gerede keine Aufmerksamkeit schenkst und mit Nachsicht und Güte begegnest, wird sich ihre Feindseligkeit - so Allâh der Hocherhabene will - zu Freundschaftlichkeit wandeln. Dieses Maß an Geduld und hoher Moral sollte ein Muslim ertragen. Ferner sollte er sich darum bemühen, zu denjenigen zu zählen, über die Allâh der Hocherhabene sagt: „Aber dies wird nur denjenigen dargeboten, die standhaft sind, ja es wird nur demjenigen dargeboten, der ein gewaltiges Glück hat.“ (Sûra 41:35). Außerdem solltest du deinem Ehemann und denjenigen, die Stütze bei ihr suchen und sich Dinge anhören, mit denen sie ihren Nachbarn Leid zufügt, raten, Allâh den Hocherhabenen zu fürchten und keine Unterstützung für die Ungerechten und keine Teilhaber an der Sünde zu sein! Allâh der Hocherhabene sagt: „…dann sitzt nicht mit ihnen (zusammen), bis sie auf ein anderes Gespräch eingehen. Sonst seid ihr ihnen gleich…“ (Sûra 4:140). Der Hocherhabene sagt ferner: „Und sucht nicht eine Stütze bei denen, die Unrecht tun, sonst berührt euch das (Höllen)feuer;…“ (Sûra 11:113). 

Und Allâh weiß es am besten!

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