Darf man sich als Dschunub in der Moschee aufhalten, um sich einen Vortrag anzuhören?
Fatwâ-Nummer: 25775

  • Fatw├ó-Datum:11-4-2017
  • Bewertung:

Frage

Darf ein Mann, der dschunub [im Zustand der großen rituellen Unreinheit] ist, nach Durchf├╝hrung der rituellen Gebetswaschung [Wud├╗] die Moschee betreten, solange er nicht betet, wie zum Beispiel wenn er nur durch die Moschee geht oder einem Unterricht zuhört?

Antwort

Das Lob geb├╝hrt All├óh, möge All├óh Seinen Gesandten in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken!

 

Die Meinung der Mehrheit der Gelehrten ist, dass es einer Person im Zustand der großen rituellen Unreinheit (Dschan├óba) verboten ist, sich in der Moschee aufzuhalten. Die Mehrheit der Gelehrten ÔÇô mit Ausnahme der Hanafiten und Malikiten ÔÇô ist der Meinung, dass es erlaubt sei, wenn man lediglich durch die Moschee gehen will, um etwas zu erledigen oder eine Person zu rufen. Die Hanbaliten sind der Meinung, dass man sich im Zustand der Dschan├óba in der Moschee aufhalten darf, wenn man sich zum Gebet wäscht, da die Gebetswaschung die große rituelle Unreinheit verringert. Denn Sa├«ÔÇśd ibn Mans├╗r und Al-Athram ├╝berlieferten von At├ó ibn Yas├ór: ÔÇ×Ich sah Männer aus den Reihen der Gefährten des Gesandten All├óhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), die im Zustand der Dschan├óba in der Moschee saßen, nachdem sie sich zuvor zum Gebet gewaschen hatten.ÔÇť (Die Überlieferungskette ist sah├«h).

 

Ein weiterer Beleg ist der von Zayd ibn Aslam ├╝berlieferte Had├«th. Er sagte: ÔÇ×Die Gefährten des Gesandten All├óhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) pflegten in der Moschee zu sprechen, ohne Wud├╗ (die Gebetswaschung) zu haben. Es kam auch vor, dass ein Mann dschunub war, Wud├╗ machte (sich zum Gebet wusch) und daraufhin eintrat und sich unterhielt.ÔÇť

 

Nach der Meinung der Hanbaliten darf sich jemand, der dschunub ist, in der Moschee aufhalten, um sich einen Unterricht anzuhören oder Ähnliches, wenn er zuvor die Gebetswaschung vollzieht.

 

Unserer Ansicht nach ist die wahrscheinlichere Meinung - und All├óh weiß es am besten! -, dass das Durchqueren und Vorbeigehen gestattet ist, auch wenn die Gebetswaschung nicht durchgef├╝hrt wurde. Denn All├óh - erhaben ist Er - sagte:

 

ÔÇ×...es sei denn, ihr geht bloß vorbei, bis ihr den ganzen (Körper) gewaschen habt...ÔÇť (S├╗ra 4,43)

 

Bei der Frage um den Aufenthalt in der Moschee jedoch ist die wahrscheinlichere Meinung nicht die der Hanbaliten, auch wenn man sich zum Gebet wäscht. Ausgehend vom urspr├╝nglichen Verbot ist es demnach nicht gestattet, es sei denn, es liegt eine dringende Notwendigkeit oder Bedarf vor. In solch einem Fall macht man zuerst Wud├╗ und bleibt anschließend solange bis sein Bedarf gestillt oder die Notwendigkeit behoben ist. Wir sind nicht der Ansicht, dass das Anhören eines Unterrichts in der Moschee eine Angelegenheit ist, die heutzutage als zwingende Notwendigkeit oder dringendes Bed├╝rfnis zu betrachten ist, weil man auch die Alternative hat, sich Aufnahmen anzuhören oder anzusehen.

 

Und All├óh weiß es am besten!

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