Psychisch Kranke und das Fasten
Fatwâ-Nummer: 25955

  • Fatwâ-Datum:6-6-2017
  • Bewertung:

Frage

Unter unseren Verwandten gibt es jemanden, der während des Fastens psychisch krank wird und daraufhin manche Leute beleidigt und andere verflucht. Es geht so weit, dass er, wenn er vom anstehenden Beginn des Ramadân hört, auf Grund dieses Problems Abscheu gegen ihn hegt. Dieses Problem hält bereits seit einigen Jahren an. Er sagt, es läge an der Sucht nach Zigaretten. bei uns im Jemen gibt es ferner den Kath-Strauch. Ich bitte sie um Information, ob er das Fasten unterlassen oder es fortfĂĽhren soll. Denn die islâmische Religion ist doch eine Religion der Erleichterung und keine schwere Religion.

Antwort

Der Lobpreis gebĂĽhrt Allâh und möge Allâh Seinen Gesandten sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken!

 

 

Es ist einem Muslim nicht gestattet, im Ramadân ohne einen islâmkonformen Entschuldigungsgrund, wie zum Beispiel eine Krankheit, durch die er nicht imstande ist zu fasten, das Fasten zu unterlassen. Sobald er wieder gesund ist, muss er sogar die Tage, an denen er im Ramadân nicht gefastet hat, nachholen. Denn Allâh der Erhabene sagt:

 

„...Wer von euch jedoch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, (soll) dann eine (gleiche) Anzahl von anderen Tagen (fasten)...“  (SĂ»ra 2:184).

 

Der Zustand der in der Frage erwähnten Person stellt jedoch keinen Entschuldigungsgrund fĂĽr das Nicht-Fasten dar. Denn nicht das Fasten ist der Grund, sondern etwas anderes ist der Grund, zumal Fasten bei einem den Glauben Verinnerlichenden zu psychischer Entspannung und Ruhe fĂĽhrt. Also liegt es möglicherweise am Kath-Strauch oder an den Zigaretten oder der Mann ist vom Satan besessen, der Unbehagen verspĂĽrt, wenn er beginnt, irgendeine fromme Tat zu verrichten. In solch einem Fall mĂĽsste er auf islâmkonforme Weise behandelt werden.

 

Er darf aus einem derartigen Grund das Fasten nicht unterlassen. Zudem wird der Satan durch das Fasten bedrängt und vertrieben. Und sollte es an den Zigaretten oder am Kath liegen, dann muss er sich nach Kräften darum bemĂĽhen, diese Dinge zu unterlassen. Dazu kann er diesen ehrwĂĽrdigen Monat nutzen, so dass dieser ihm dabei behilflich ist, jene ĂĽblen und schädlichen Dinge zu unterlassen. Das Mittel dazu ist, dass er sich mit anderen Dingen beschäftigt, die ihn dazu fĂĽhren, dass er jene Dinge vergisst. Er sollte zudem in den Häusern Allâhs des Erhabenen sitzen, um Qurân zu lesen und häufig Allâhs zu gedenken. Des Weiteren sollte er zusammen mit rechtschaffenen Menschen sitzen und sich von schlechten Orten fernhalten. Außerdem sollte er viele Bittgebete sprechen. Denn zum Zeitpunkt des Fastenbrechens werden die Bittgebete des Fastenden erhört.

 

Was deine Aussage betrifft, dass die Religion leicht ist, so ist sie korrekt. DiesbezĂĽglich gibt es zahlreiche Textquellen und die Gelehrten sind sich diesbezĂĽglich einmĂĽtiger Meinung. Allerdings fällt das Unterlassen dessen, was Allâh zur Pflicht macht, ohne dass ein durch die Scharia anerkannter Entschuldigungsgrund vorliegt, nicht in den Rahmen der Erleichterung.

 

Und Allâh weiß es am besten!

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