Eine Zeit der Freude

Eine Zeit der Freude
2038 1513

Der Ramadân ist wieder da. Die seit Monaten in unseren Häusern emporwachsende Freude kam nun im Ganzen zum Vorschein. Ramadân – er durchdringt die gesamte Welt, überwindet alle Hindernisse und erreicht jeden Muslim auf der Erde, um sein Herz zu beglücken, seine Seele zu beflügeln und seine demütige Ehrfurcht gegenüber Allâh zu bereichern.

Was für eine erstaunliche Anbetungshandlung das Fasten im Ramadân doch ist! Kein Zweifel, das Fasten im Ramadân ist die dritte Säule im Islâm. Und ja, der Ramadân ist eine Zeit des tiefgründigen Nachdenkens und der Pflege der demütigen Ehrfurcht gegenüber Allâh; eine Zeit der Selbstdisziplin und der intensiven Anbetung Allâhs.

Das ist aber nicht alles. Ramadân ist eine Zeit der Ernte, eine Gelegenheit im Leben des Menschen, um die Freude zu ernten, nachdem wir die fruchtbare Saat der Glückseligkeit für unser jenseitiges Leben in die Erde gebracht haben. Die Freude der Muslime unterschiedlicher Herkunft ist im Hinblick auf die fruchtbaren Felder des Ramadân so groß, dass einige Gelehrte gar befürchten, diese überwältigende Euphorie könnte uns vom eigentlichen Wesen des Fastens ablenken.

In einem bekannten Hadîth teilt uns der Prophet Muhammad  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken mit, dass dem Fastenden – wann immer er fastet – gewiss zwei Freuden gewährt werden: „Eine Freude, wenn er sein Fasten bricht, und eine Freude, wenn er seinen Herrn trifft.“ (Überliefert von Muslim). Der Hadîth beschränkt die Freude des Fastens zwar nicht auf diese zwei Momente der Glückseligkeit, aber sehr wohl auf diejenigen, die fasten. Diese beiden Freuden gebühren lediglich dem Fastenden.

Nicht das Fastenbrechen ist die Quelle der Freude, sondern vielmehr die Tatsache, dass es ihnen gelungen ist, den Lohn von Allâh zu erwirken. Allâh ist es, der es diesen Menschen ermöglicht hat, ihr Fasten trotz der körperlichen und geistigen Mühsal rein zu halten, obschon sie auch die Möglichkeit hatten, ihr Fasten zu brechen, als niemand zusah. Und genau das ist die reine Freude des Fastenden. Er war in der Lage seine eigene Triebseele zu bezwingen und sie lauter zu halten.

Der obenerwähnte Hadîth ist im Grunde eine göttliche Äußerung, die auf Allâh zurückgeht: ein Hadîth qudsî. Der Prophet Muhammad  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken berichtet uns, dass Allâh sagt: „Alle Taten der Kinder Âdams sind für sie, außer das Fasten, das für Mich ist und Ich werde den Lohn dafür geben.“

Wer auch immer somit fastet, fastet auf ehrliche Weise rein für das Wohlwollen Allâhs. Jeder Muslim weiß das. Genau das ist es, was jeden Muslim im Hinblick auf den Ramadân erfüllt und glücklich werden lässt.

Wobei diese Wonne einer wahren und absoluten Glückseligkeit entspringt. Eine Form des Wohlbefindens, die man aufgrund der Aufrichtigkeit im anbetenden Dienst und der demütigen Ehrfurcht gegenüber Allâh erlangt. Genieße dieses wohlige Gefühl der Zufriedenheit! Dieses Gefühl rührt von einem tiefen Selbstvertrauen her, das in uns ruht und uns die Sicherheit gibt, einen unvorstellbar hohen Lohn von einem liebenden und barmherzigen Herrn zu erhalten – dem einzig wahren Gott, der uns eine wiederkehrende Anbetungshandlung gezeigt hat, mit der wir unsere Beziehung zu Ihm durch Vertrauen und Überzeugung festigen.

Es ist wahrlich Ehrfurcht gebietend, wenn man begreift, dass der anbetende Dienst jemandem Freude bereiten kann. Je aufrichtiger unser anbetender Dienst ist, desto mehr Freude werden wir empfinden. Die Bedeutung des Ramadân im spirituellen Repertoire des Menschen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Das Beste daran: der gesamte Monat gehört uns allein! Der Ramadân kommt mit einer göttlichen Garantie für den Erfolg des Menschen gemeinsam mit einer himmlischen Sicherheit, dass er die Art und Weise, wie wir unserem Herrn dienen, vervollkommnen und Ihm allein dienen werden!

Mehr als das wünscht sich der Muslim nicht. Aus diesem Grund verrichten die Muslime zwar mehr Anbetungshandlungen im Ramadân als in anderen Monaten, aber insgesamt doch weniger als in früheren Zeiten. Das ist wohl der materialistischen Entwicklung unserer Umma anzurechnen, sich in diesem gesegneten Monat auf diese Weise zu verhalten.

Trifft diese Mentalität, mit weniger mehr zu erreichen, auf dich zu? Was hast du letzten Ramadân erreicht?

Viele von uns tun für sich selbst im Monat Ramadân mehr als in anderen Monaten des Jahres. Aber im Vergleich zu was? Und was hast du für deine Familie, deine Gemeinschaft und für deine Umma in den letzten Ramadân-Monaten getan?

Weißt du überhaupt, was du in diesem Ramadân erreichen willst?

Die Glückseligkeit ist womöglich der mächtigste Motivator für den Menschen. Die Freude ist der beste Ausdruck für eben diese Glückseligkeit. Die Freude und die Feier des Sieges und des Erfolges sind uneingeschränkt. Bist du bereit zu feiern?

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