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Hilfe! Die Verwandtschaft ist in der Stadt – Teil 1

Hilfe! Die Verwandtschaft ist in der Stadt – Teil 1

Bist du jemand, der ausflippt, wenn die Familie auf einmal vorbeikommt oder dir mitteilt, dass sie monatelang in deinem Haus kampieren wird? Es ist eine Zeit, die wirklich stressig für alle sein kann. Manchmal kann es sogar so viel Stress verursachen, dass die Familienbeziehung darunter leidet.

Camping-Familie

Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Wahrlich, Allâh ist Der, Der alles erschaffen hat. Und als Er seine Schöpfung vollendet hatte, sagte die Gebärmutter (Rahim; steht hier für die Verwandtschaftsbande, AdÜ) zu ihm: ‚Jetzt wäre es angebracht, dass bei Dir Zuflucht vor dem Abbruch der Verwandtschaftsbande genommen wird!‘ Allâh sagte zu ihr: ‚Wirst du nicht damit zufrieden sein, dass Ich Meine Bindung zu demjenigen aufrechterhalte, der sich mit dir verbindet, und dass Ich Meine Bindung zu demjenigen abbreche, der seine Bindung zu dir abbricht?‘“ (Al-Buchârî).

Seit Anbeginn des Lebens ist der Zusammenhalt der Familie ein wichtiger Teil unserer Religion. Man kann kein guter Muslim sein und gleichzeitig eine schlechte Beziehung zur Familie haben; das passt einfach nicht zusammen. Was also tun, wenn Schwiegereltern oder Verwandte vorbeikommen? Zuallererst Ruhe bewahren. Wenn die Möglichkeit besteht, bereite dich geistig und körperlich in deinem Haus auf sie vor. Du kannst dich vorbereiten, indem du dein Haus herrichtest und dafür sorgst, dass sie alles haben, was sie brauchen. Sollten sie über Nacht bleiben, achte darauf, dass du alle Dinge hast, die ihren Aufenthalt angenehmer gestalten, einschließlich Toilettenartikel, saubere Bettwäsche usw. Es sind diese Zeiten, in denen wir daran arbeiten müssen, eine solide Beziehung von gegenseitigem Respekt und Verständnis zu entwickeln, anstatt unsere Frustrationen und unseren Stress den Familienzusammenhalt brechen zu lassen. Da wir wünschen, dass Allâh ein gutes Verhältnis zu uns hat, müssen wir unsere Familie beisammenhalten, auch wenn das bedeutet, dass wir sie ertragen und in Bezug auf unser Heim oder Privatleben teilen müssen.

Wir brauchen unsere Ehemänner und unsere Kinder, um zu sehen, dass Familie wichtiger ist als materielle Dinge. Es ist von Bedeutung, dass unsere Kinder eine eng verbundene Familie erleben. Und wenn wir hoffen, im Alter mit Freundlichkeit behandelt zu werden, sollten wir besser mit bestem Beispiel vorangehen und unsere eigenen Eltern und Schwiegereltern so behandeln, wie wir es für uns selbst erwarten.

Dabei sollten wir versuchen, einfache Grenzen zu setzen, aber auch den Frieden zu wahren, indem wir auch vieles einfach übersehen. Besonders, wenn wir es mit älteren Verwandten zu tun haben, sollten wir bedenken, dass sie in ihren Gewohnheiten ziemlich festgefahren sind. Wir sollten sie für ihr Alter respektieren und ihre Gesellschaft genießen, solange sie noch bei uns sind. Grenzen des gegenseitigen Respekts zu setzen, kann jedoch eine ziemliche Herausforderung sein, vor allem wenn wir es mit Angehörigen verschiedener Kulturen zu tun haben, doch unmöglich ist es nicht. Falls du noch nicht dieselbe Sprache verstehst, lerne ein paar Wörter, um den Übergang zu erleichtern, wobei du bedenken solltest, dass die Sprachhürde für sie genauso frustrierend ist wie für dich.

Eine andere Strategie ist es, sich Aktivitäten zu suchen, die alle gemeinsam genießen können, wie z. B. einen Spaziergang in einem Park oder zu einem Markt im Freien. Wenn ihr den ganzen Tag sitzt und euch gegenseitig oder den Fernseher anstarrt, werdet ihr euch früher oder später sicher auf die Nerven gehen. Je mehr Aktivitäten man findet, desto glücklicher werden alle sein.

Ungeachtet der Religion zusammenhalten

Bevor wir weiter über die nichtmuslimische Familie sprechen, lies diesen Hadîth aufmerksam: Asmâ, die Tochter von Abû Bakr, hatte eine nichtmuslimische Mutter, die in Mekka lebte. Asmâ war mit ihrem Vater nach Medina mit dem Rest der Muslime ausgewandert. Als der Frieden nach dem Vertrag von Hudaibiya hergestellt war, kam Asmâs Mutter zu einem Besuch nach Medina. Ihre Mutter verlangte Geschenke und Spenden von Asmâ. Doch Asmâ wusste nicht, was sie tun sollte, denn ihre Mutter war eine Götzendienerin. Da bat sie den Gesandten Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) um Rat. Sie sagte: „Meine Mutter ist gekommen und sie bat mich um Almosen. Soll ich die Beziehung zu meiner Mutter pflegen?“ Er erwiderte: „Ja! Pflege die Beziehung zu deiner Mutter!“ (Al-Buchârî und Muslim).

Obwohl ihre Mutter also eine Götzendienerin war, sagte er ihr, sie solle schlicht und einfach nett sein. Er verlangte nicht, dass sie sich respektlos verhalten, sich fernhalten oder die Beziehung in irgendeiner Weise abbrechen solle.

Der einzige Umstand, in dem wir nicht auf unsere nichtmuslimischen Eltern hören sollten, ist wie folgt: „Wenn sie sich aber darum bemühen, dass du Mir das beigesellst, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht, doch geh mit ihnen im Diesseits in rechtlicher Weise um. Und folge dem Weg dessen, der sich Mir reuig zuwendet. Zu Mir wird hierauf eure Rückkehr sein, da werde Ich euch kundtun, was ihr zu tun pflegtet“ (Sûra 31:15). Der entscheidende Ausdruck ist: „doch geh mit ihnen im Diesseits in rechtlicher Weise um“, ohne sie zu verlassen.

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