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Dienstag, Februar 25, 2020
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Donnerstag 16/08/2012
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Lebenswandel und Ramadân

„Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allâhs gedacht wird, und die, wenn ihnen Seine Zeichen verlesen werden, es ihren Glauben mehrt, und die sich auf ihren Herrn verlassen.“ (Sûra 8:2)

Hast du schon einmal in einer Zeitschrift oder im Internet über den starken Glauben (den Imân) eines Muslims gelesen? Höchstwahrscheinlich hat das Gelesene ein wunderbares Gefühl hervorgerufen, gar eine bittersüße Inspiration hinterlassen. Viele Muslime sind in der Lage davon zu berichten, wie das Licht Allâhs des Allmächtigen in ihrem Leben allgegenwärtig ist und wie sie ihren Frieden durch die Erfüllung der islâmischen Riten gefunden haben. Diese alltäglichen Geschichten des wirklichen Lebens erzeugen ein tiefes Gefühl der Rührung und sind herzerwärmend. Das gilt natürlich nicht für jeden Muslim. Manche haben ihren Glauben nicht fest im Griff, wie sie es gerne hätten.

Es ist schmerzlich, feststellen zu müssen, dass das Leben stets unseren Glauben bis an seine Grenzen prüft. Einige von uns können Nöte ertragen und den Versuchungen widerstehen. Die meisten von uns jedoch nicht. Wir fühlen uns oft getrennt von unserem Schöpfer, als ob wir in einem dunklen Abgrund tappen würden, ohne zu wissen, wie prekär unsere Lage doch ist.

Der wahre Glaube gleicht hingegen einem Fluss mit Ebbe und Flut. Zeitweilig rückt er in die weite Ferne, tritt aber dann sprudelnd über die Ufer. Wir alle spüren das. In Augenblicken großer Freude oder Angst wenden sich die meisten von uns Allâh zu. Dabei lobpreisen wir Ihn und bitten Ihn um Seine Hilfe und Barmherzigkeit. Unser Imân schnellt in die Höhe. Allerdings wird unser Imân schwächer, sobald wir im irdischen Dasein unseren weltlichen Verpflichtungen nachgehen.

Allâh der Allmächtige berichtet uns hierüber in folgenden Versen des Qurân: „Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allâhs gedacht wird, und die, wenn ihnen Seine Zeichen verlesen werden, es ihren Glauben mehrt, und die sich auf ihren Herrn verlassen, die das rituelle Gebet verrichten und von dem, womit Wir sie versorgt haben, ausgeben.“ (Sûra 8:2-3) Der Glaube wächst und wird aber auch schwächer, abhängig von dem, was wir tun. Unsere Handlungen sind in der Tat ein Teil unseres wahren Glaubens, wenn nicht der beste Indikator für dessen Vitalität.

Es stellt sich hier die Frage, wie ernst wir diese Schwankung nehmen, um sicherzustellen, dass wir nicht vom eigentlichen Sinn des Lebens durch die Einflüsterungen Satans abgebracht werden. Triffst du dagegen Vorkehrungen? Ist es für dich von entscheidender Bedeutung, deinen Imân laufend zu beschützen und zu stärken?

Falls dem so ist, besteht für dich eine wirkliche Chance, dein Leben in diesem Ramadân mit Licht zu füllen. Uns beiden ist dies sicherlich bewusst. Nicht der Ramadân bietet hier die eigentliche Gelegenheit zum Lebenswandel, sondern vielmehr die Tatsache, dass Allâh uns mit der angeborenen Eigenschaft zur Veränderung erschuf.

Konkret bedeutet diese Gelegenheit bzw. Herausforderung, ob unsere Reaktion auf diese Fragen in einem sinnvollen Schritt zur Überwindung der Eitelkeit resultiert und alle Zweifel des Herzens beseitigt. Wirst du genügend Willen aufbringen, um dich selbst wieder auf eine Linie mit der Rechtleitung zu bringen, oder wird die Dunkelheit deines schwachen Glaubens dich entblößen und dafür sorgen, dass du weit weg vom rechten Weg abkommst?

Jeder Muslim, der bereits im Ramadân fastete und seine beeindruckende und inspirierende Stärke erfuhr, weiß mit Sicherheit, dass die Wahrnehmung dieser Chance zum Lebenswandel in Wirklichkeit die leichtere Wahl darstellt und zur inneren Ruhe führt.

Das liegt vor allem daran, dass der Qurân eben in diesem Monat dem Siegel aller Propheten offenbart wurde, um die Menschen allesamt zu Allâh, dem Einen und Einzigen, dem Herrn und Schöpfer aller Dinge, zu führen. Allâh sagt: „Der Monat Ramadân (ist es), in dem der Qurân als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist …“ (Sûra 2:185). Er sagt auch: „O ihr Menschen, zu euch ist nunmehr eine Ermahnung von eurem Herrn gekommen und eine Heilung für das, was in den Brüsten ist, eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen.“ (Sûra 10:57).

Die Barmherzigkeit Allâhs und Seine Rechtleitung sind also die wesentlichen Mittel zu einem Lebenswandel. Die Tore zur Barmherzigkeit und zur Rechtleitung Allâhs sind über das ganze Jahr offen, aber ganz besonders in den Tagen und Nächten des Ramadân.

Sollte dein Imân nicht deinen Vorstellungen entsprechen, nimm diesen Ramadân als Sprungbrett wahr, um dein Leben Allâh zu verpflichten. Beginne jetzt und bewahre deinen Imân das ganze Jahr über, indem du dich mit Wissen und Tat wappnest.

Mit der richtigen Einstellung und einem echten Willen zum Wandel wirst du es schaffen!

 

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