Diese Drei wandten sich von meiner Sunna ab

10125 3260

Der Erste sagte: Ich werde die ganze Nacht im Gebet verbringen. Der Zweite sagte: Ich werde mein Leben lang fasten und mein Fasten nie brechen. Und der Dritte sagte: Ich werde die Frauen meiden und niemals heiraten.

Zu den jenseitigen Zielen der Heirat gehört es, den Propheten zum Vorbild zu nehmen und dessen edler Sunna zu folgen. Nachstehend lest ihr eine merkwürdige Geschichte von drei Personen. Also lasst uns sehen, wie sie das Leben und die Heirat verstehen und wie der Gesandte Allâhs ihnen antwortete, um ihre seltsamen Vorstellungen zu korrigieren!

 

Die Geschichte der drei Personen:

 

Al-Buchârî und Muslim überlieferten nach einer Aussage von Anas , dass er sagte: „Es kamen drei Leute zu den Wohnstätten des Propheten und erkundigten sich nach den Anbetungshandlungen des Propheten . Als man ihnen diese mitgeteilt hatte, machten sie den Eindruck, als hielten sie es für wenig, denn sie sagten: »Wer sind wir gegenüber dem Propheten ? Ihm ist doch jede vergangene und künftige Sünde vergeben worden!« Einer von ihnen sagte: »Was mich nun angeht, so werde ich die ganze Nacht im Gebet verbringen.« Der Zweite sagte: »Und ich werde die ganze Zeit fasten und mein Fasten niemals brechen.« Der Dritte sagte: »Und ich werde mich der Frauen enthalten und niemals heiraten.« Da kam der Gesandte Allâhs und sagte: »Seid ihr diejenigen, die dies und jenes gesagt haben? Bei Allâh, ich bin unter euch derjenige, der Allâh am meisten fürchtet und Ihm gegenüber am frommsten ist. Dennoch faste ich und breche mein Fasten, bete ich und gehe schlafen und heirate die Frauen. Wer sich aber von dieser meiner Sunna abwendet, der gehört nicht zu mir.«“ (Überliefert von Al-Buchârî).

 

Wir haben bezüglich dieser Geschichte einige Punkte zu behandeln:

 

1. In einem Augenblick der spirituellen Erhabenheit könnte es dem Menschen einfallen, sich von der ganzen Welt und all deren Angelegenheiten zurückzuziehen, um die Nacht im Gebet und den Tag mit Fasten zu verbringen, sich der Frauen zu enthalten und den Weg der materiellen Enthaltsamkeit zu gehen, die der Natur der Menschen widerspricht. Da lehrt ihn der Islâm, dass dies seiner Veranlagung widerspricht, seiner Religion fremd ist und dass der Beste aller Propheten, der unter allen Menschen Allâh am meisten fürchtete und Ihm gegenüber am frommsten war, fastete und sein Fasten brach, in der Nacht betete und auch schlafen ging sowie die Frauen heiratete. Wer sich von seiner Rechtleitung abzuwenden versucht, der hat die Ehre nicht verdient, zu ihm zu gehören.

 

2. Die Antwort des Gesandten zeigt, dass der Mensch aus zwei Teilen besteht: dem Körper und dem Geist. Der Geist hat seine eigene Ernährung aus den Anbetungshandlungen, dem Gebet und dem Fasten; und der Körper hat seine eigene Ernährung wie das Essen, Trinken, die Heirat und die anderen Erfordernisse, die dem Weiterleben und Erhalt des Körpers dienen.

 

Dem Hadîth ist auch zu entnehmen, dass die Heirat gleichzeitig eine spirituelle und körperliche Anbetungshandlung ist, denn die drei Personen erkundigten sich nach der Anbetung des Propheten . Wir bemerken ferner, dass der Gesandte Allâhs der Heirat den gleichen Rang wie dem Gebet und dem Fasten beimaß. Wer sich also der Frauen enthält, während er ihrer bedarf, der wendet sich dadurch von der Sunna des geliebten Propheten ab.

 

3. Die Heirat ist eine ausdrückliche Sunna, denn der Prophet sagte: „Wer sich aber von dieser meiner Sunna abwendet, der gehört nicht zu mir.“

 

Sie gehört zur Sunna und Rechtleitung der Propheten, deren Vorbild und Rechtleitung wir folgen sollen. Seht euch die Worte Allâhs in Sûra Ar-Ra’d an: „Und Wir haben ja bereits Gesandte vor dir gesandt und ihnen Gattinnen und Nachkommenschaft gegeben...“ (Sûra 13:38).

 

Von Abû Aiyûb Al-Ansârî wurde berichtet, dass der Gesandte Allâhs sagte: „Vier Dinge gehören zur Sunna der Gesandten: das Schamgefühl, die Beschneidung, das Parfümieren und das Benutzen des Siwâk [Zahnhölzchen zum Zähneputzen] sowie die Heirat.“ Dies ist ein akzeptabler Hadîth, der von At-Tirmidhî überliefert wurde.

 

Die Heirat gehörte für den Propheten zu den beliebtesten Angelegenheiten dieser Welt, denn er sagte: „Von eurer Welt sind bei mir drei Dinge beliebt: das Parfüm und die Frauen, und meine Freude finde ich im Gebet.“ Dieser Hadîth wurde von Ahmad und An-Nasâî überliefert.

 

Der Prophet sagte ferner: „Die Heirat gehört zu meiner Sunna. Wer also meine Fitra (Veranlagung) liebt, soll meiner Sunna folgen.“ Dieser Hadîth wurde von Abû Ya’la über Ibn Abbâs überliefert.

 

Der Prophet sagte weiterhin: „Heiratet die freundlichen und fruchtbaren Frauen, denn ich werde mich am Tag der Auferstehung ihrer Anzahl gegenüber den anderen Völkern rühmen!“ Dies wurde von Al-Buchârî überliefert. In einer anderen Überlieferung steht: „Denn ich werde am Tag der Auferstehung auf euch gegenüber den anderen Völkern stolz sein.“ Sie wurde von Abû Dâwûd überliefert.

 

Wer also den Gesandten Allâhs liebt, soll seinem Vorbild folgen und die Nachkommenschaft der monotheistischen Muslime durch Heiraten vermehren.

 

Jeder Aufruf zum Abhalten von der Heirat oder zur Verminderung ihrer Bedeutung ist ein Aufruf der vor-islâmischen Zeit der Unwissenheit und Ignoranz, eine Art Flucht vor der Verantwortung und eine Abweichung von der angeborenen Veranlagung, vom Normalen und von den guten Sitten. Es ist nicht erlaubt, dass man wegen der Anbetung von der Heirat ablässt, da dies eine Abweichung von der Sunna des Gesandten Allâhs darstellt. Die Heirat ist für denjenigen eine Pflicht, der sonst die Unzucht fürchtet. Wer mithin die Unzucht fürchtet und heiraten will, der soll die Heirat dem Pflicht-Haddsch, also der fünften Elementarpflicht des Islâm, vorziehen.

 

Heirat und psychische Gesundheit:

 

Zu den Erscheinungen der psychischen Gesundheit gehört die geschlechtliche Ausgeglichenheit, in der der Mensch seine Geschlechtstriebe mit einem Partner in erlaubter Weise (durch die Heirat) befriedigt.

 

Sehen wir uns, lieber Leser, zusammen die merkwürdigen Meinungen an, die der menschlichen Natur und unserer wahren Religion widersprechen: Dazu gehört etwa die Meinung von Freud, dem berühmten Psychologen, dass der Mensch mit einer instinktiven Energie geboren wird, die er „Libido“, also Geschlechtstrieb, nannte. Er hielt sie für den entscheidenden Beweggrund des Menschen.

 

Wir aber sagen: Das stimmt nicht, weil der psychische oder instinktive Teil des Menschen nur ein Teil seines Lebens und Verhaltens, aber nicht alles im Leben oder im menschlichen Verhalten darstellt.

 

Freud ist der Meinung, dass Unruhe und Entbehrung die Hauptgründe für die psychischen Störungen darstellen. Das Problem liegt darin, dass er diese Unruhe und Entbehrung auf die Verdrängung, Unterdrückung und die fehlende Befriedigung der Geschlechtstriebe zurückführt, wobei die Entbehrung hier hauptsächlich sexueller Art (libidinöser Energie) ist.

 

Wir widerlegen auch diese falsche Theorie, denn sie würde bedeuten, dass der Mensch den Tieren ähnelt, wenn der Geschlechtstrieb an erster Stelle kommt.

Freud sagte ferner: „Der Mensch verwirklicht sich nur durch die sexuelle Befriedigung. Jegliche religiöse, ethische, gesellschaftliche oder traditionelle Fessel ist falsch, zerstört die Kräfte des Menschen und ist nicht gestattet.“

 

Diese falschen Ansichten verwandeln die Welt in ein Bordell, das jedem Jugendlichen und Mädchen seine Türen öffnet. Denn was verursacht sonst die fürchterlich vielen Selbstmorde, die Unruhe, die Zerrüttung der Familien und Aids? Dieses furchtgebietende Schreckbild, das als natürliches Produkt dieser perversen sexuellen Verhaltensweisen und gemeinen Abartigkeiten erschien!

 

Der Prophet sagte: „Kein Volk pflegt seine Vereinbarungen zu verletzen, ohne dass das Töten sich unter ihnen verbreitete; und die Unzucht verbreitet sich nicht unter einem Volk, ohne dass Allâh es mit dem Tod bestraft.“ Dieser Hadîth wurde von Al-Bazzâr überliefert und von Al-Albânî als authentisch eingestuft.

 

Der Islâm strebt eine reine und saubere Gesellschaft an, in der alle lebenswichtigen Aufgaben erfüllt und alle natürlichen Triebe befriedigt werden. Allerdings ohne das Chaos, das die schönen Schamgefühle verschwinden lässt, und ohne die Verkehrtheit, die die reine Offenheit tötet. Eine Gesellschaft, die auf der stabilen und legalen Familie und auf dem rechtschaffenen Haus mit eindeutigen Merkmalen gegründet wird.

 

Verwandte Artikel