Ayyûb As-Sachtiyânî sagte: „Einer der Gründe, warum ich mich so sehr nach dem Haddsch sehne und ihn immer wieder antrete, ist die Möglichkeit, dort Brüder zu treffen, die ich sonst nicht sehe.“Er sagte auch: „Man pflegte den Haddsch zu vollziehen, um sich dort zu treffen.“
Ayyûb ibn Sulaimân ibn Bilâl sagte: „Ich sagte zu Ubaidullâh ibn Umar: ‚Ich sehe, dass du dich bemühst, die Iraker während der Haddsch-Saison zu treffen?‘ Er antwortete: ‚Bei Allâh, ich freue mich das ganze Jahr über nur auf die Tage des Haddsch. Denn dort treffe ich Menschen, deren Herzen Allâh mit dem Glauben erleuchtet hat. Sobald ich sie sehe, finde ich Ruhe. Zu ihnen gehört auch Ayyûb ‘“
Abû Sachr Al-Ailî pflegte jedes Jahr gemeinsam mit Muhammad ibn Al-Munkadir, Safwân ibn Salîm, Yazîd ibn Chusîfa, Sulaimân ibn Suhaim und Abû Hâzim zum Haddsch zu reisen. Sie trafen sich dort regelmäßig mit Umar ibn Dhirr, der ihnen Geschichten erzählte und sie an das Jenseits erinnerte. So verbrachten sie jedes Jahr die Haddsch-Saison miteinander und freuten sich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.
Muhammad ibn Al-Fadl Al-Bazzâz sagte: „Ich hörte meinen Vater sagen: ‚Ich vollzog den Haddsch mit Ahmad ibn Hanbal, und wir wohnten am selben Ort. Als ich das Morgengebet verrichtet hatte, ging ich durch die Moschee und kam zum Sitzkreis von Sufyân ibn Uyaina. Ich ging von einem Sitzkreis zum anderen, um Ahmad ibn Hanbal zu suchen, bis ich ihn bei einem jungen Beduinen fand, der eine Dschamma (Kopfbedeckung) trug. Ich drängte mich zu ihm, bis ich neben Ahmad ibn Hanbal saß, und sagte: ‚Abû Abdullâh, du hast Ibn Uyaina verlassen, obwohl Az-Zuhrî, Amr ibn Dînâr, Ziyâd ibn Alâqa und viele andere von den Tâbi‘ûn bei ihm waren, die Allâh kennt!‘ Er sagte zu mir: ‚Sei still! Entgeht dir ein Hadîth mit einem erhabenen Isnâd (Überlieferungskette mit wenigen Überlieferern, AdÜ), so wirst du ihn mit einem etwas niederen Isnâd (Überlieferungskette mit mehr Überlieferern) finden. Dies schadet weder deiner Religion noch deinem Verstand. Entgeht dir aber der Verstand dieses jungen Mannes, so fürchte ich, dass du ihn bis zum Tag der Auferstehung nicht mehr finden wirst. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der im Buch Allâhs gelehrter ist als dieser junge Quraischî.‘ Ich fragte: ‚Wer ist das?‘ Er sagte: ‚Muhammad ibn Idrîs As-Schâfiî.‘“
Sufyân At-Thaurî sagte: „Ich vollzog den Haddsch, um Ibn Lahîa zu treffen.“
Al-Auzâî sagte: „Ich vollzog den Haddsch und traf Abda ibn Abû Lubâba in Minâ. Er fragte mich: ‚Hast du Al-Hakam getroffen?‘ Ich entgegnete: ‚Nein.‘ Er sagte: ‚Dann geh und triff ihn, denn es gibt zwischen den beiden Grenzen des verwehrten Bezirks keinen gelehrteren als ihn!‘ Ich traf ihn, und er war ein gutaussehender Mann mit einem Schleier.“
Abû Dscha‘far Muhammad ibn Alî Al-Bâqir sagte: „Meine Sehnsucht nach dem Haddsch wird verstärkt durch die Hoffnung, Amr ibn Dînâr zu treffen, denn er liebte und lehrte uns.“
Sufyân ibn Uyaina sagte: „Ibn Dschuraidsch sagte zu mir: ‚Zeige mir die Gelehrten, wenn sie zum Haddsch kommen, und ich werde dir andere Gelehrte zeigen.‘ Yahyâ ibn Yahyâ Al-Ghassânî kam, und ich hörte ihm zu (vernahm Hadîthe von ihm, AdÜ), ohne ihn zu kennen. Als die Haddsch-Zeit vorüber war, trafen wir uns und tauschten uns über die Gelehrten aus, die wir während der Pilgerfahrt getroffen hatten. Ich erwähnte Yahyâ ibn Yahyâ Al-Ghassânî, und er fragte: ‚Wann hast du ihm denn zugehört?‘ Ich antwortete: ‚Er war während der Pilgerzeit da.‘ Ibn Dschuraidsch sagte: ‚Soundso hat mir Folgendes berichtet: ‚Wer Yahyâ ibn Yahyâ verpasst, der hat Gelehrte von einem so hohen Rang verpasst!‘“
Abû Abdullâh Al-Fâkihî widmete in seinem berühmten Buch „Achbâr Makka“ ein Kapitel dem Thema „Das Treffen der Brüder während des Haddsch in Mekka und Minâ und was darüber überliefert wurde“. Er erwähnte einige der oben genannten Überlieferungen.
Der rechtgeleitete Kalif Umar ibn Al-Chattâb nutzte den Haddsch als Gelegenheit, seine Statthalter zu treffen und sie zur Rechenschaft zu ziehen. Atâ ibn Abû Rabâh sagte: „Umar (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) schrieb an seine Statthalter, sie sollten ihn während der Pilgerfahrt treffen. Als sie versammelt waren, erhob er sich und sprach: ‚O ihr Menschen, ich habe euch diese Statthalter eingesetzt, nicht damit sie von euch, eurem Vermögen oder eurer Würde schaden, sondern damit sie zwischen euch richten ...‘ Und so fuhr er fort, bis er alles gesagt hatte.“