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Häufige Fehler beim Hadsch

Häufige Fehler beim Hadsch

Der Hadsch ist eine der tiefgründigsten Erfahrungen im Leben eines Muslims. Doch trotz gründlicher Vorbereitung unterlaufen vielen Pilgern immer wieder ähnliche Fehler – oft aus Unwissenheit, emotionaler Überforderung oder mangelnder Planung. Wer sich dieser typischen Fehler bewusst ist, kann den Hadsch in seiner spirituellen Tiefe erleben.

Fehler bei der Vorbereitung

Viele Pilger unterschätzen die körperlichen und seelischen Anforderungen des Hadsch. Die Strapazen – langes Gehen, dichte Menschenmengen, Hitze und Schlafmangel – sind enorm. Ein häufiger Fehler besteht auch darin, ohne ausreichende Vorbereitung anzureisen. Wer nicht an längere Fußmärsche gewöhnt ist oder gesundheitliche Probleme ignoriert, riskiert Erschöpfung oder gar einen Abbruch. Weit problematischer ist hingegen der Faktor Geduld: Der Hadsch ist eine Prüfung, bei der Gedränge, Wartezeiten und Unannehmlichkeiten unvermeidlich sind. Der Schaitân will nicht, dass du für diese Anbetungshandlung belohnt wirst. Läutere also deine Seele, übe dich in Geduld und lerne, mit Stresssituationen umzugehen. Sonst bringt dich der Alltag im Hadsch schnell aus der Fassung, und dies kann deine Belohnung beeinträchtigen.

Fehler im Ihrâm

Eine der häufigsten Verstöße betrifft die korrekte Einhaltung des Ihrâm-Zustands. Manche Pilger vergessen, vor dem Überschreiten der Mîqât-Grenze die vorgeschriebene Absicht zu formulieren. Andere glauben, das Anlegen weißer Tücher genüge bereits. Ferne verstoßen Pilger häufig gegen die Ihrâm-Verbote, wie das Tragen genähter Kleidung und das Bedecken des Kopfes bei Männern, parfümierte Pflegeprodukte oder das Schneiden von Haaren und Nägeln. Oft geschieht dies unbewusst, doch ist dies keine Entschuldigung. Du musst lernen, bewusst zu leben und auf deine Handlungen zu achten, die Allah alle sieht.

Fehler beim Tawâf

Beim Tawâf um die Kaaba begehen Pilger einige Fehler: Viele drängen ungeduldig zur Kaaba hin, obwohl sie dort wegen des Gedränges kaum gehen können. Die Sunna empfiehlt, in größerem Abstand zu gehen, wenn der Bereich um den Stein überfüllt ist. Ein weiterer Fehler: Manche berühren oder küssen den Schwarzen Stein um jeden Preis – selbst wenn sie andere wegdrängen müssen. Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) lehrte, dass man den Stein auch mit einem Stab oder durch mit einer Handbewegung grüßen kann. Auch das freiwillige Gebet hinter dem Standort von Ibrâhîm kann man weiter entfernt beten, um den Tawâf anderer nicht zu stören.

Fehler beim Sa´î

Beim Sa´î zwischen den Hügeln Safâ und Marwa vergessen viele Pilger, dass es sich um eine Anbetungshandlung und nicht um einen Wettlauf handelt. Schnelles Gehen ist nur auf der grün markierten Strecke zwischen den beiden Säulen empfohlen – und auch dort ohne Rücksichtslosigkeit. Manche Pilger brechen den Sa´î vorzeitig ab, weil sie erschöpft sind, doch müssen die sieben Runden ununterbrochen durchgeführt werden. Andere vergessen die Bittgebete auf den Hügeln oder leiern sie nur herunter.

Fehler am Tag von Arafat

Der Tag auf der Ebene von Arafat ist der Höhepunkt des Hadsch, doch viele Pilger begehen hier schwerwiegende Fehler. Einige verlassen das Tal vor Sonnenuntergang, weil sie die Hitze nicht ertragen oder denken, die Sonne wäre schon untergegangen. Dadurch vergeuden sie die Chance ihres Lebens. Andere konzentrieren sich nur auf überlieferte Gebete und vergessen das Wesentliche: aufrichtige Reue und Bitte um Vergebung. Manche Pilger verschwenden die Zeit für weltliche Gespräche oder streiten sogar!

Fehler in Muzdalifa und beim Steinigen

In Muzdalifa, wo die Pilger übernachten, vergessen viele die Gebete und die Sunna, sich auszuruhen. Übermüdung am nächsten Tag. Die Steinigung selbst ist eine weitere Fehlerquelle: Viele schleudern die Kiesel, als ginge es darum, den Teufel zu treffen. Dies widerspricht der Sunna, es genügt, irgendwo in den Bereich zu werfen. Das oberste Gebot ist, niemanden zu verletzen, Gedränge zu vermeiden und die Beherrschung zu verlieren. Manche Pilger werfen alle sieben Kiesel auf einmal – was ungültig ist, da jeder Wurf einzeln erfolgen muss.

Fehler mit weitreichenden Folgen

Einige Fehler gefährden die Gültigkeit des gesamten Hadsch. Dazu gehört etwa der Geschlechtsverkehr vor der endgültigen Lösung aus dem Ihrâm, dies macht den Hadsch ungültig. Auch das Unterlassen einer der Elementarpflichten wie das Verweilen in Arafat, der Pflicht-Tawâf, der Pflicht-Sa´î und der Ihrâm macht die Pilgerfahrt ungültig. Das Hauptproblem ist Unwissen: Jemand begibt sich auf die Anbetungshandlung seines Lebens und weiß nicht einmal, was die Elementarpflichten, übrigen Pflichten und Sunna-Handlungen sind.

Allgemeine Verhaltensfehler

Neben den Fehlern bei den rituellen Handlungen spielen auch Verhaltensfehler eine Rolle: Viele Pilger vergessen im Eifer des Gefechts die grundlegende Pflicht, anderen nichts anzutun – weder durch Worte noch durch Taten. Drängeln, lautes Schimpfen oder gar Handgreiflichkeiten sind leider keine Seltenheit. Auch die Vernachlässigung der Hygiene oder das Vergessen von Gebeten aufgrund der Hektik sind weit verbreitet.

Fazit: Vorbereitung ist der Schlüssel

Die meisten Fehler lassen sich durch gründliches Studium der Hadsch-Riten, körperliches Training und mentale Vorbereitung vermeiden. Wer schon vor der Abreise lernt, Geduld zu üben, Verzicht zu üben und die Riten in der richtigen Reihenfolge zu verinnerlichen, wird den Hadsch als das erleben, was er sein soll: eine läuternde Reise zu Allah – nicht ein Hindernislauf voller Fallstricke. Die beste Versicherung bleibt die aufrichtige Absicht, verbunden mit dem Erlernen der Hadsch-Riten, bevor man sich auf den Weg macht.

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