Die Rechtschaffenen und ihre Genügsamkeit während des Haddsch - Teil-II

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Fazit: Allâh sagt: „Hierauf sollen sie ihre Ungepflegtheit beenden, ihre Gelübde erfüllen und den Umlauf um das alt(ehrwürdig)e Haus vollziehen“ (Sûra 22:29). Der Gelehrte As-Sa‘dî erklärte den Begriff „Tafath“ (Ungepflegtheit) folgendermaßen: „Die Pilger sollen ihre Riten durchführen und sich von dem Schmutz und den Unreinheiten reinigen, die sie während des Ihrâms angehäuft haben.“

Im Hadîth von Abû Huraira heißt es: „Der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: ‚Wahrlich, Allâh der Erhabene rühmt sich vor den Engeln mit den Menschen in Arafa und sagt: Seht euch Meine Diener an, zerzaust und staubbedeckt.‘“

Oft begründen Rechtsgelehrte die Verbote während des Ihrâms damit, dass sie „Luxus verhindern“ oder „den Pilger bescheiden halten“ wollen. Dies wird deutlich, wenn man Werke wie Ibn Qudâmas „Al-Mughnî“, An-Nawawîs „Al-Madschmû“ oder Ibn Taimiyyas „Scharh Al-Umda“ und die Kommentare zu den Hadîthen studiert.

An-Nawawî führte nach der Aufzählung der Ihrâm-Verbote aus: „Die Gelehrten sahen im Verbot der genannten Kleidung und dem Tragen des Izâr und Ridâ den Zweck, den Pilger von Luxus abzuhalten und ihm die Eigenschaften eines demütigen und bescheidenen Menschen zu vermitteln. Er soll sich daran erinnern, dass er durchgehend im Ihrâm ist. Dies soll ihn dazu anregen, Allâh häufiger zu gedenken, seine Anbetungshandlungen sorgfältiger zu beobachten und zu schützen und sich vor Verbotenem zu hüten. Durch den Ihrâm soll er sich an den Tod, die Leichentücher und die Auferstehung erinnern, wenn die Menschen barfuß, nackt und eilend zum Rufer kommen. Die Verbote von Düften und körperlicher Nähe zu Frauen sollen ihn von weltlichen Freuden abhalten und seine Aufmerksamkeit auf die jenseitigen Ziele lenken.“

Schaich Al-Islâm Ibn Taimiyya sagte: „Der Ihrâm basiert auf der Abkehr von den üblichen Gewohnheiten des Luxus und der Enthaltsamkeit von verschiedenen Arten von Vergnügen. Man soll keine normale Kleidung tragen, sich nicht parfümieren, sich nicht schmücken und sich nicht mit einem Sonnenschirm schützen. Man soll demütig und bescheiden sein und zerzaust und staubbedeckt zum Haus Allâhs kommen.“

Mein Bruder, es fällt auf, dass viele Pilger heutzutage das Wesen des Ihrâms missverstehen. Dieser basiert essentiell auf der Abkehr von weltlichen Annehmlichkeiten und der Kultivierung von Enthaltsamkeit. Wir haben bereits Texte und Berichte über die rechtschaffenen Vorfahren erwähnt, die dies belegen. Es ist bedauerlich, dass manche Pilger den Haddsch eher als Urlaub begreifen und teure Sachen mitbringen, als ob sie auf einer Sightseeing-Tour wären. Einige Haddsch-Reiseveranstalter haben dazu beigetragen, indem sie ständig verlockende Werbung zur Verbreitung dieses Phänomens schalten. Ich möchte einen Bericht erwähnen, der in einigen Zeitungen über dieses Phänomen veröffentlicht wurde. Darin heißt es: „Ein harter Wettbewerb ist entbrannt unter den inländischen Haddsch-Reiseveranstaltern um die Gunst der Pilger. Einige Anbieter bieten übertriebene Dienstleistungen an, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Zu den angebotenen Leistungen zählen beispielsweise die Abholung des Pilgers mit einem Luxusauto, die Unterbringung in luxuriösen Apartments in Mekka sowie in großen Zelten in Arafa, die mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten ausgestattet sind, wie Swimmingpools, Fax- und Internetanschlüssen, eigenen Kliniken, drei abwechslungsreichen Mahlzeiten vom Buffet und rund um die Uhr verfügbaren Getränken. Sogar ein kostenloser Wäsche- und Bügelservice wurde angeboten. Die Preise für solche exklusiven Pakete belaufen sich auf nahezu einhunderttausend Rial. Um den unterschiedlichen Ansprüchen gerecht zu werden, teilen einige Reiseveranstalter ihre Angebote in verschiedene Kategorien ein, von ‚Silber‘, ‚Gold‘ bis hin zu ‚Luxus‘.“

Dies ist eine offensichtliche Übertreibung und widerspricht eindeutig der islâmischen Lehre, die in normalen Lebenslagen, insbesondere im religiösen Zusammenhang, Mäßigung gebietet. Umso mehr gilt dies für eine Anbetungshandlung und einen Ritus, bei dem Enthaltsamkeit von Luxus und Vergnügen eingefordert wird.

Wir haben bereits erwähnt, dass Sufyân At-Thaurî, als er den Kalifen Al-Mahdî besuchte und sah, was er für der Haddsch vorbereitet hatte, zu ihm sagte: „Fürchte Allâh und denke daran, dass Umar ibn Al-Chattâb (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) den Haddsch vollzog und nur sechzehn Dinar ausgab.“ In einer anderen Überlieferung sagte Sufyân: „‚Was sind das für Zelte? Was sind das für Pavillons? Umar ibn Al-Chattâb vollzog den Haddsch und fragte: ‚Wie viel haben wir für unseren Haddsch ausgegeben?‘ Als man ihm einen vergleichsweise hohen Betrag nannte, entgegnete er: ‚Wir haben verschwendet.‘“

Dieser Luxus und diese Extravaganz haben zu zahlreichen Schwierigkeiten und Problemen geführt. Bei jeder Verspätung einer Mahlzeit oder einem Ausfall von Annehmlichkeiten erheben einige Pilger schwere Vorwürfe. Fehlt ein bestimmtes Erfrischungsgetränk, werfen sie den Reiseveranstaltern vor, geizig, betrügerisch und unehrlich zu sein. Würden sich die Reiseveranstalter auf einfache Mahlzeiten beschränken, wäre der Zweck erfüllt.

Ich möchte betonen, dass es dem Pilger erlaubt ist, auf sein körperliches Wohlbefinden zu achten und gute Speisen zu sich zu nehmen. Es gibt zahlreiche Belege in den Schriften der Salaf und Gelehrten, die dies bestätigen, jedoch würde eine detaillierte Auseinandersetzung hier den Rahmen sprengen.

Nützliche Information: Im Hadîth von Ibn Umar heißt es: „Ein Mann stand auf und fragte den Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): ‚Wer sind die (wahren) Pilger, o Gesandter Allâhs?‘ Er sagte: ‚Diejenigen mit zerzaustem Haar und Körpergeruch‘“ (At-Tirmidhî und Ibn Mâdscha). At-Tirmidhî befand diesen Hadîth für schwach und sagte: „Dies ist ein ‚Hadîth gharîb‘, den wir nur von Ibrâhîm ibn Yazîd Al-Chûzî kennen. Einige Gelehrte haben seine Gedächtnisleistung kritisiert.“

O ihr Pilger zum Haus Allâhs, vollzieht den Haddsch so, wie ihn die Rechtschaffenen vollzogen haben, und meidet Luxus und Extravaganz. Wisset, dass ihr eine Anbetungshandlung mit großem Lohn vollzieht, wobei der Lohn der Mühe entspricht.

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