Lady Evelyn Zeinab Cobbold (England)

Lady Evelyn Zeinab Cobbold (England)
1758 1378

Ich werde oft gefragt, wann und warum ich eine Muslimin geworden bin. Ich kann nur entgegnen, dass ich den exakten Moment nicht weiß, in dem mir die Wahrheit des Islâms aufging. Es scheint als ob ich schon immer eine Muslimin gewesen wäre. Dies ist nicht so befremdend, wenn man bedenkt, dass der Islâm die natürliche Religion ist, so dass ein Kind, wenn es sich selber überlassen wäre, zum Islâm neigen würde. Eine westliche Kritik beschrieb den Islâm wie folgt: „Islâm ist die Religion des gesunden Menschenverstandes.“

 
Je mehr ich darüber las und nachdachte, desto mehr war ich überzeugt, dass der Islâm die zweckmäßigste Religion ist und am besten geeignet, die vielfältigen Probleme der Welt zu lösen und der Menschheit zu Frieden und Glück zu verhelfen. Seither habe ich nie mehr gezögert oder geschwankt in meinem Glauben an Gott. Moses, Jesus, Muhammad und andere zuvor  Frieden sei auf ihnen ) waren Propheten, göttlich inspiriert. Gott hat zu jeder Nation einen Propheten gesandt, um uns zu sagen, dass wir nicht in Sünde geboren sind, dass wir keiner Erlösung bedürfen und dass wir keinen Vermittler zwischen uns und Gott brauchen. Wir können uns zu jeder Zeit direkt an Gott wenden. Niemand braucht für uns Fürbitte einzulegen, nicht einmal Muhammad  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken oder Jesus  Frieden sei auf ihm . Unsere Erlösung hängt ganz von uns selber und von unseren Taten ab.
 
Das Wort Islâm bedeutet Unterwerfung unter Gott. Es heißt auch Frieden. Ein Muslim ist jemand, der in Harmonie mit der Verordnung des Urhebers dieser Welt steht, jemand, der mit Gott und seinen Geschöpfen Frieden geschlossen hat.
 
Der Islâm basiert auf zwei Wahrheiten: (a) der Einheit Gottes und (b) der Bruderschaft der Menschen. Er ist ganz frei von jeglicher Behinderung durch theologische Dogmen. Vor allem ist der Islâm eine positive Religion.
 
Der Einfluss des Haddsch kann nicht genug betont werden. Ein Mitglied der riesigen Gemeinschaft zu sein, die sich von den vier Enden der Erde kommend versammelt, aus diesem heiligen Anlass und an diesem heiligen Ort, um sich dieser Menschenmenge anzuschließen, in aller Demut, in der Verherrlichung Gottes, heißt sein Bewusstsein beeindrucken zu lassen, durch die volle Bedeutung des Islâmischen Ideals, heißt privilegiert zu sein, an einer der größten Seelenerfahrung, die Menschen je gemacht haben, teilzuhaben. Den Geburtsort des Islâms zu besuchen, den geheiligten Boden zu betreten, auf dem der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken um die Rückkehr der Menschheit zu Gott gekämpft hat, ist ein Wiederleben jener geheiligten Zeit im Gedenken an Muhammads lange mühsame Arbeit und Leiden während der glorreichen Jahre der Opferbereitschaft und des Märtyrertum, ist als ob einem die Seele angezündet würde durch dieses himmlische Feuer, das durch die ganze Welt leuchtet. Aber das ist nicht alles. Der Haddsch vereinigt die Muslime zu einer Gemeinschaft. Wenn irgendetwas die zerstreuten Kräfte des Islâms zu sammeln und mit gegenseitiger Sympathie zu erfüllen vermag, so ist es Pilgerfahrt. Sie verschafft ihnen einen zentralen Punkt, zu welchem sie aus allen Ecken und Enden der Welt zusammentreffen.
 

Sie bietet ihnen eine jährliche Gelegenheit, sich zu treffen und kennen zu lernen, Meinungen auszutauschen, Erfahrung zu vergleichen und ihre mannigfaltigen Kräfte zu vereinigen zu ihrem gemeinsamen Wohl. Distanzen sind aufgehoben. Sektenunterschiede sind beseitigt. Rassen und Hautfarbenunterschiede existieren nicht mehr in dieser Brüderlichkeit im Glauben, welche alle Muslime vereinigt in einer großen Bruderschaft und sie ihrer glorreichen Erbschaft bewusst macht.

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