Schule des Haddsch - Teil 1

Schule des Haddsch - Teil 1
  • Veröffentlicht:11.12.2011
  • Kategorie:Erkenntnisse
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Der Lobpreis gebührt Allâh allein, und Segen und Frieden seien mit dem letzten Propheten!

 

Nun kommt die Zeit des Haddsch und dessen gesegnete Tage rücken näher, damit sie Zeuge von den Taten der Menschen in ihnen sind: Es gibt Leute, die in ihnen gute Taten und rechtschaffene Handlungen wie rituelle Gebete, Fasten, Haddsch und Umra (Pilgerfahrt mit geringeren Riten als Haddsch) in ihnen verrichten, sie werden sich mit den Anbetungshandlungen beeilen und in guten Dingen wetteifern: „... Sie pflegten sich wahrhaftig mit den guten Dingen zu beeilen und Uns in Verlangen und Ehrfurcht anzurufen, und sie pflegten Uns gegenüber demütig zu sein.“ (Sûra 21:90). Die Anderen aber, du hast keine Ahnung von den Anderen. Schade um sie, ich fürchte, dass diese Gelegenheit ihnen verloren geht, wie ihnen früher viele Gelegenheiten verloren gegangen sind, denen sie keine Beachtung geschenkt und sie nicht richtig geschätzt haben, sie haben sich vielmehr darüber lustig gemacht, die diesseitige Welt hat sie verblendet und sie glaubten, dass sie zu ihrem Herrn nicht zurückgebracht werden!

 

Wenn aber die ersten zehn Tage des Monats Dhû Al-Hiddscha und der Tag von Arafa, der Opfertag und die Taschrîq-Tage (die drei dem Opferfest folgenden Tage) vergehen, wie Tage und Jahre vorher vergangen sind, aufeinander folgend für denjenigen, der bedenken oder Dankbarkeit zeigen will, wenn die Hâddschis zu ihren Heimatländern zurückkehren, wird sich in ihrer realen Welt und in ihrem Leben etwas ändern? Haben diese großartigen Zeiten und Tage ihr Verhalten und ihre Verhaltensweisen beeinflusst? Welche positiven Einflüsse sind auf der individuellen und gemeinschaftlichen Ebene und auf der Ebene der Umma der Mitte, die Allâh auserwählt hat, erreicht, um am Tag der Auferstehung vor den anderen Leuten Zeugnis abzulegen?

 

O ihr Muslime, es gehört zu den wesentlichen Gründen für den Verfall, die Rückständigkeit und Zerstreuung der Umma, dass sie eine Gemeinschaft ist, die keinen Nutzen aus den Riten ihrer großartigen Religion zu ziehen kennt, eine Gemeinschaft, die kaltherzig die verblüffenden Geheimnisse, großartigen Weisheiten und immensen Vorteile der religiösen Pflichten und Riten des Islâm und das Licht des Islâm nicht beachtet. Sie ist eine Gemeinschaft, die mit den Riten und Pflichten ihrer Religion zu routinemäßig und eintönig und in einer Weise umgeht, die von Gefühlskälte, Stillstand, Erstarrung und Geistesabwesenheit zeugt. Denn wie lässt es sich sonst erklären, dass der Haddsch im Verständnis und in der Vorstellung von vielen Menschen nur zu einem weiträumigen Platz namens der sakrosankten Stätten geworden ist, wo sich viele Menschen drängen und die religiösen Riten in aller Hast und Eile vollziehen, ohne dass sie sich des Zieles und Sinnes dessen bewusst werden, was sie tun?

 

Wenn man die Gespräche der Leute in deren Gesellschaften während und nach dem Haddsch betrachtet, wird man feststellen, dass sie sich größtenteils um die hohen Zahlen der Pilgerfahrer, das große Gedränge und die starke Hitze drehen. Dass man aber von den Einflüssen des Haddsch, von den Lehren, Vorteilen, Ermahnungen und Schätzen spricht, ist kaum zu finden, so etwas hat man vergessen und nicht beachtet, und das ist wahrhaftig ein klarer Verlust!

 

O ihr Muslime, meine Geliebten in Allâh, das ist eine bescheidene Arbeit, wodurch wir uns einige Einflüsse und Lehren des Haddsch, ohne die der Haddsch nutzlos, verschwendete Bemühung und vergeudete Zeit und Geld wäre, in Erinnerung rufen. Bei Allâh und noch mal bei Allâh! Diese Lehren sind die wirklichen Maßstäbe, nach denen man beurteilen kann, ob der Haddsch erfolgreich zu Ende gegangen ist oder nicht; sie gehören auch zum Nutzen, auf den Allâh der Hocherhabene im Qurân weist: damit sie Zeuge von Vorteilen für sich werden und den Namen Allâhs an bekannten Tagen über dem aussprechen ...“ (Sûra 22:28).

 

Wir sind, meine Geliebten in Allâh, der festen Überzeugung, dass es zu beachtlichen Leistungen und unübersehbaren Ergebnissen führen wird, wenn wir die Ziele, den Sinn und die Lehren des Haddsch beleuchten und ihnen mehr Aufmerksamkeit schenken, was die Umma große Schritte vorankommen lässt, ihr einen Platz in den vorderen Reihen garantiert und sie zu den höchsten Stufen unter den Gemeinschaften bringen kann.

 

Also schenke mir deine Aufmerksamkeit (möge Allâh dich bewahren!) und sei geistesanwesend (möge Allâh Sich deiner erbarmen!), denn dies sind Lehren aus der großen Schule des Haddsch, die Allâh der Allbarmherzige vorgeschrieben, der Qurân erklärt und deren Einzelheiten der Beste aller Menschen bestimmt hat.

 

Die erste Lehre: Er gehört Allâh dem Herrn aller Welten

 

Es ist die größte Lehre aus der Schule des Haddsch, die gewaltige Kunde und die laute Bekenntnis zum Eins-Sein Allâhs des Herrn der Welten. Es ist die Verkündung der Einheitslehre vom ersten Augenblick, zu dem der Hâddschi seine Reise plant, und bis zum letzten Moment, wenn er fertig wird: Seine Talbiya (beim Haddsch oft zu wiederholende Worte) ist ein Bekenntnis zur Einheitslehre, sein Tawâf (Umschreiten der Ka'ba), Sa'î (Lauf zwischen Safâ und Marwa), sein Verweilen in der Arafat-Ebene, das Übernachten an der sakrosankten Stätte, das Werfen der Kieselsteine, das Rasieren, das Schlachten der Opfertiere, Ifâdha- und Abschieds-Tawâf, das alles ist ein Bekenntnis zur Einheitslehre: „Sprich: »Wahrhaftig, mein rituelles Gebet und mein Opfern und mein Leben und mein Sterben sind für Allâh den Herrn der Welten!«. Er hat keinen Partner, und jenes wurde mir geboten, und ich bin der Erste der Ergebenen.“ (Sûra 6:162-163). Im Diesseits gibt es nichts Gutes ohne die Bekenntnis zum Eins-Sein Allâhs, im Jenseits gibt es keinen Erfolg ohne das Bekenntnis zum Eins-Sein Allâhs. Auf diese Lehre sind die Religion gegründet und die Gebetsrichtung vorgeschrieben und auf ihr sind die Himmel und Erde sowie alle Menschen, Dschinn und Engel erschaffen.

 

Der Bekenner des Eins-Seins Allâhs ist jener anbetend Dienende, der Allâh die absolute Herrschaft, die alleinige Anbetungswürdigkeit und die schönen Namen und die erhabenen Eigenschaften zugesteht, denn Er wird mit aller Schönheit und Vollkommenheit beschrieben. Der anbetend Dienende, der sich zum Eins-Sein Allâhs bekennt, gibt in aller Stärke, Mannhaftigkeit und allem Mut bekannt, dass er nur Allâh anbetet, sich nur Ihm ergibt, nur für Ihn betet, nur für Ihn schlachtet, nur bei Ihm schwört, sich nur auf Ihn verlässt, nur Ihn fürchtet, dass die Schlüssel der Himmel und Erde in Seiner Hand liegen und dass die Schlüssel des Verborgenen, die Erhabenheit und Allmacht Ihm gehören. Die Herrschaft gehört Ihm, Ihm gehören die Anordnung und die Religion. Er ist der Würdigste, den man anbetet, der Beste, Dessen man gedenkt, der Großzügigste, den man fragt, und der Freigebigste, der gibt. Falls dieses Gefühl ins Bewusstsein und Gewissen des Muslims eindringt, werden ihm die Wegweiser und Wege des Lebens klar, er wird dann wissen, wer er ist, wohin er am Ende geht und was für ein Schicksal auf ihn wartet; er wird wissen, wem er sich ergeben und unterwerfen soll und wem seine Treue gilt, er wird wissen, wer ihn unterstützt und ihm hilft, für wen er streitet und wessen Urteil er sucht. Der anbetend Dienende, der seinen Herrn lobpreist, wird, falls er klug und scharfsinnig ist, dies leicht bemerken.

 

Wer die vielen Haddsch-Handlungen, deren Verbindung, deren Zeiten sowie deren Art und Weise betrachtet, wird feststellen, dass es nur einen Urheber dieser Pflichten gibt, nämlich Allâh den Hocherhabenen, Der den absoluten und wirksamen Willen besitzt, Der das vorschreibt und auferlegt, was Er will. Dann ergibt sich der Muslim Seiner Religion und fügt sich Seinem Urteil und wird sich dessen sicher, dass jedes Gesetz, das Allâhs Gesetzen widerspricht, ungültig ist, und dass jede Sache, die der Sunna Seines Propheten widerspricht, zurückgewiesen wird. Allâh der Erhabene sagt: „Oder haben sie etwa Teilhaber, die ihnen als Religion gesetzlich festlegen, was Allâh nicht erlaubt? ...“ (Sûra 42:21). Er sagt ferner: „Nein, bei deinem Herrn, sie verinnerlichen den Glauben nicht, bis sie dich zum Schiedsmann wählen über das, was zwischen ihnen umstritten ist! Alsdann finden sie in ihrem Inneren kein Bedrücken hinsichtlich dessen, was du entschieden hast, und ergeben sich billigend.“ (Sûra 4:65).

 

Schule des Haddsch - Teil 2

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