Verhaltenskodex für öffentliche Wege

Verhaltenskodex für öffentliche Wege
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Eines Tages sagte der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken zu seinen Gefährten: "Hütet euch vor dem Sitzen auf den Wegen!" Sie entgegneten: "Darauf können wir nicht verzichten, es sind unsere Zusammenkünfte, wo wir uns doch unterhalten!" Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: "Wenn ihr unbedingt sitzen wollt, dann gebt dem Weg sein Recht!" Sie fragten: "Und was ist das Recht des Weges?" Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken erwiderte: "Das Senken des Blickes, Beseitigen von Unrat, das Erwidern des Friedensgrußes und das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verbieten." Von Al-Buchârî und Muslim überliefert.

 
Die Wege sind gemeinnützige öffentliche Einrichtungen und Besitz aller Menschen. Wenn jeder Mensch den Weg als einen Teil seines eigenen Hauses betrachtet, werden wir die Wege schützen.
 
Zu den Anstandsregeln des Weges, die jeder Muslim einhalten soll, gehört Folgendes:
 
- Das Senken des Blickes: Der Muslim hält seinen Blick von den verbotenen Dingen fern, als Gehorsam gegenüber der Anweisung Allâhs des Erhabenen: "Sag zu den Männern, die den Glauben verinnerlichen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Keuschheit wahren! Das ist lauterer für sie. Allâh ist wahrhaftig kundig dessen, was sie bewerkstelligen! Und sag zu den Frauen, die den Glauben verinnerlichen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Keuschheit wahren ..." (Sûra 24:30-31).
 
- Das Beseitigen von Unrat: Der Muslim entfernt den Unrat oder Müll wie Steine, Drahtreste, Glasscherben und Ähnliches vom Weg. Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: "… und das Entfernen von Unrat aus dem Weg ist eine Spende." Von Al-Buchârî und Muslim überliefert.
 
Er soll es vermeiden, seine Notdurft auf dem Weg zu verrichten, damit er dadurch niemandem Schaden zufügt. Er soll Spielen und albernen Spaß vermeiden. Er darf den Passanten weder verhöhnen noch über ihn spotten. Der Muslim soll die Passanten auch nicht bedrängen, sondern Platz machen. Falls er einen Stock, einen Sonnenschirm oder etwas Ähnliches bei sich hat, das andere Muslime belästigen könnte, soll er damit vorsichtig umgehen, damit er sie nicht belästigt. Beim Gehen auf vollen Plätzen soll er seine Hände nicht so heftig bewegen und beispielsweise bei Brücken oder Tunneln nicht drängeln.
 
- Die Verkehrsregeln einhalten: Der Autofahrer soll die Verkehrsregeln einhalten, den Verkehrspolizisten respektieren, die Verkehrsampeln beachten, nicht allzu viel hupen, damit er Kranke nicht stört, und die festgelegte Geschwindigkeit einhalten.
 
- Das Erwidern des Friedensgrußes: Unterwegs soll der Muslim diejenigen begrüßen, denen er begegnet, und er soll den Gruß mit einem besseren erwidern.
 
- Das Rechte gebieten und das Schlechte verbieten: Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: "Wer von euch etwas Verwerfliches sieht, soll es mit eigenen Händen ändern, wenn er es aber nicht kann, dann mit Worten, und wenn er auch das nicht kann, dann muss er es aus tiefstem Herzen verabscheuen; das ist das Mindeste an Glauben." Von Al-Buchârî und Muslim überliefert. Der Muslim soll ferner demjenigen beim Straßenüberqueren helfen, der dies nicht allein kann. Falls er ein Auto oder ein anderes Verkehrsmittel hat, dann kann er Andere mitnehmen. Er führt diejenigen, die den Weg nicht kennen, und falls er kann, beendet er Streitigkeiten und versöhnt Streitpartner.
 
- Gemäßigtheit und Bescheidenheit beim Gehen: Der Muslim geht gemäßigt, nicht zu schnell und nicht zu langsam, ohne Hochmut und Überheblichkeit. Allâh der Erhabene sagt: "Und halte ein mittleres Maß bei deinem Gehen!" (Sûra 31:19). Er sagt ferner: "Und geh nicht ausgelassen auf Erden einher! Du wirst die Erde wahrhaftig niemals durchqueren und du wirst niemals die Berge an Höhe erreichen!" (Sûra 17:37).
 
- Am Straßenrand gehen: Wenn der Muslim zu Fuß geht, dann soll er am Wegrand (auf dem Bürgersteig) gehen, damit er nicht durch Auto- oder Fahrradunfälle verletzt wird; beim Straßenüberqueren soll er vorsichtig sein und sich versichern, dass keine Fahrzeuge kommen.
 
- Die Straßen sauber halten und keinen Müll auf sie werfen; schön wäre es auch, wenn alle zusammenarbeiten, um sie sauber zu machen.
 
- Das gute Benehmen beim Begleiten der Älteren: Man soll nicht vor ihnen gehen, ihnen zuhören, wenn sie reden, und an ihrer linken Seite gehen, damit sie beim Hinein- und Herausgehen und Ähnlichem den Vorrang haben.
 
- Unterwegs nicht essen, denn dies steht nicht mit gutem Benehmen in Einklang.
 
- Die Stimme unterwegs nicht erheben, damit man die Passanten nicht stört und nicht Geheimnisse verrät; ferner soll man albernen Spaß mit den Kollegen unterwegs vermeiden.

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