Der Kalif des Gesandten Allâhs: Abű Bakr As-Siddiq - Teil 1

Der Kalif des Gesandten Allâhs: Abű Bakr As-Siddiq - Teil 1
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Er ist As-Siddîq - der Wahrhaftige - Abû Bakr  möge Allah mit ihm zufrieden sein. In der vorislâmischen Zeit hieß er Abdulka’ba ibn Uthmân ibn Âmir. Allâhs Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken nannte ihn Abdullâh. So hieß er nun Abdullah ibn Abû Quhâfa, seine Mutter ist Umm Al-Chair bint Sachr.

 
Er wurde zweieinhalb Jahre nach der Geburt des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken in Makka geboren. Er war ein Mann edler Abstammung und kannte die Genealogie des Stammes Quraisch gut. Er war Händler und pflegte mit den Leuten auf gütige Weise umzugehen. Abû Bakr war ein enger Freund des Gesandten Allâhs. Als Allâhs Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken ihn zum Islâm aufrief, nahm er diesen alsbald an, weil er wusste, wie ehrlich und vertrauenswürdig der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken war. Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: "Jeder, den ich zum Islâm aufrief, strauchelte, zögerte und dachte lange nach, außer Abû Bakr, er zögerte nicht, als ich mit ihm darüber sprach, und hierin gibt es kein Zögern." (Ibn Hischâm).
 
Abû Bakr kämpfte mit dem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken , sodass er würdig war vom Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken gelobt zu werden, als dieser sagte: "Wenn ich einen besten Freund nehmen würde, würde ich Abû Bakr nehmen. Jedoch ist er mein Bruder und Begleiter." (Al-Buchârî).
 
Seitdem Abû Bakr sich öffentlich zum Islâm bekannt hatte, bemühte er sich um die Verbreitung des Islâm, sodass durch ihn fünf der zehn Gefährten, denen das Paradies verheißen wurde, den Islâm annahmen: Uthmân ibn Affân, Az-Zubair ibn Al-Awwâm, Talha ibn Ubaidullah, Sa’d ibn Abû Waqqâs und Abdurrahmân ibn Auf  möge Allah mit ihnen zufrieden sein.
 
Zu Beginn wurde heimlich zum Islâm aufgerufen. Abû Bakr wollte, dass die ganze Welt mit dem neuen Licht erfüllt wird und dass der Gesandte Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken die Allgemeinheit der Quraisch darüber in Kenntnis setzte. So bestand Abû Bakr darauf, zur Ka'ba zu gehen und den Stamm Quraisch anzusprechen, doch der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken mahnte ihn zur Geduld. Als Abû Bakr jedoch darauf bestand, stimmte ihm der Prophet zu. Also ging Abû Bakr zur Ka'ba und hielt eine Rede, wobei er die Polytheisten dazu aufrief, dem Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken zuzuhören. So war er der erste Aufrufende, der zu Allâh öffentlich einladend aufrief. Sobald er begonnen hatte zu sprechen, griffen ihn die Polytheisten von allen Seiten an und schlugen ihn so heftig, dass sie ihn beinahe töteten. Als er  möge Allah mit ihm zufrieden sein wieder zu sich kam, fragte er nach dem Befinden des Gesandten Allâhs und man  teilte ihm mit, dass es Allâhs Gesandtem – Allâh sei Dank – gut ging. Er freute sich darüber sehr.
 
Abû Bakr verteidigte Allâhs Gesandten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken , soweit er konnte. Als Abû Bakr eines Tages zu Hause war, eilte zu ihm ein Mann, der ihm sagte: "Rette deinen Freund!" Daraufhin beeilte er sich  möge Allah mit ihm zufrieden sein, um den Gesandten Allâhs zu retten. Er fand diesen in der Ka’ba beten, und Uqba ibn Abû Ma’ît hatte sich auf ihn gestürzt und um seinen Hals ein Kleidungsstück geschlungen und war dabei ihn zu erdrosseln. Da beeilte sich Abû Bakr  möge Allah mit ihm zufrieden sein und brachte Uqba vom Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken ab, während er sagte: "Wollt ihr denn einen Mann töten, weil er sagt »Mein Herr ist Allâh«?" Da kamen die Polytheisten um ihn und schlugen ihn, bis er in Ohnmacht fiel. Nachdem er aus seiner Ohnmacht wieder erwacht war, fragte er als Erstes: "Wie geht es dem Gesandten Allâhs?"
 
Abû Bakr  möge Allah mit ihm zufrieden sein kämpfte weiterhin mit dem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken und ertrug die Pein, der sie bei der Verbreitung des Islâm ausgesetzt waren, bis Allâhs Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken seinen Gefährten erlaubte, nach Abessinien auszuwandern. Als Abû Bakr einen Ort erreicht hatte, der fünf Nachtmärsche von Makka entfernt war, traf ihn Ibn Ad-Daghinnah, einer der Einflussreichen Makkas, der ihn fragte: "Wohin willst du, Abû Bakr?" Abû Bakr antwortete: "Mein Volk vertrieb mich und ich will im Land umherziehen, um meinen Herrn anzubeten." Daraufhin sagte Ibn Ad-Daghinnah: "Jemand wie du, o Abû Bakr, geht nicht und wird nicht vertrieben! Ich schütze dich! Kehre zurück und bete deinen Herrn in deinem Heimatland an!" Da kehrte Abû Bakr  möge Allah mit ihm zufrieden sein mit Ibn Ibn Ad-Daghinnah zurück. Ibn Ad-Daghinnah sagte zu Quraisch: "Es ist nicht recht, dass jemand wie Abû Bakr vertrieben wird oder Makka verlässt." Sie erwiderten ihm: "Ordne ihm dann an, seinen Herrn zu Hause anzubeten, uns dadurch nicht zu schädigen und das nicht offen zu sagen! Denn wir fürchten, dass er unsere Frauen und Kinder verführt." Danach betete Abû Bakr seinen Herrn zu Hause an."
 
Abû Bakr dachte daran, eine Moschee im Hof seines Hauses zu bauen, um darin zu beten und den Qurân zu rezitieren. Als er das machte, begannen die Frauen und Kinder der Polytheisten sich zu ihm zu begeben, ihm zuzuhören und sich darüber zu wundern, was er rezitierte. Abû Bakr war empfindsam und weinte immer, wenn er den Qurân rezitierte. Die Bewohner Makkas hatten Angst davor und verlangten deswegen nach Ibn Ad-Daghinnah. Als er zu ihnen gekommen war, sagten sie: "Wir ließen Abû Bakr wegen deines Schutzes in Ruhe, unter der Bedingung, dass er seinen Herrn in seinem Haus anbetet. Doch er hat sich nicht daran gehalten, er hat eine Moschee im Hof seines Hauses gebaut, in der er laut betet und den Qurân rezitiert. Wir befürchten, dass er unsere Frauen und Kinder verführt. Er muss dir gehorchen oder auf deinen Schutz verzichten!"
 
Da ging Ibn Ad-Daghinnah zu Abû Bakr und sagte: "Entweder erfüllst du die Bitte der Quraisch oder du verzichtest auf meinen Schutz! Ich will nicht, dass die Araber davon hören, dass ich einem Mann Schutz gewähre und dies nicht einhalte." Abû Bakr sagte ihm daraufhin in Vertrauen und Überzeugung: "So verzichte ich auf deinen Schutz und bin mit dem Schutz Allâhs des Hocherhabenen zufrieden."
 
Abû Bakr war oft der Unterdrückung und Pein der Polytheisten ausgesetzt, doch hielt er standhaft an seinem Glauben fest und unterstützte die Religion mit seinem Vermögen und Besitztum. Er gab den Großteil seines Vermögens aus, so dass man sagte: "Er besaß vierzigtausend Dirham, die er alle um Allâhs willen ausgab." Er  möge Allah mit ihm zufrieden sein pflegte die unterdrückten muslimischen Sklaven aufzukaufen und dann zu befreien.
 
Im Feldzug Tabûk bat der Prophet um die Entrichtung von religiösen sozialen Abgaben. Da brachte Abû Bakr sein ganzes Vermögen und gab es dem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken . Da fragte ihn Allâhs Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken : "Hast du deiner Familie etwas übrig gelassen?" Abû Bakr antwortete: "Ich habe ihr Allâh und Seinen Gesandten übrig gelassen." Dann brachte Umar  möge Allah mit ihm zufrieden sein die Hälfte seines Vermögens. Daraufhin fragte ihn Allâhs Gesandter: "Hast du deiner Familie etwas übrig gelassen?" Umar antwortete: "Ja, ich habe ihr die Hälfte meines Vermögens übrig gelassen." Als Umar erfuhr, was Abû Bakr gemacht hatte, sagte er: "Bei Allâh, ich komme ihm in nichts zuvor!" (At-Tirmidhî).
 
Zwischen Abû Bakr  möge Allah mit ihm zufrieden sein und dem Gesandten Allâhs bestand eine sehr enge Freundschaft. Eines Tages wurde der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken gefragt: „Wen liebst du am meisten?“ Er antwortete: „Âischa!“ Man fragte: „Wen unter den Männern?“ Er erwiderte: „Ihren Vater!" (Al-Buchârî).
 

 

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