Der erste Sich-Aufopfernde: Alī ibn Abū Tālib - Teil 2

Der erste Sich-Aufopfernde: Alī ibn Abū Tālib - Teil 2
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Alî nahm mit dem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken an allen Feldzügen teil und war durch seinen Mut und seine Tapferkeit bekannt. Am Tage der Schlacht von Chaibar sagte der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken : „Ich werde morgen die Fahne einem Mann übergeben, den Allâh und Sein Gesandter liebt (oder er sagte: der Allâh und Seinen Gesandten liebt). Allâh wird durch ihn den Sieg verleihen. Die Prophetengefährten verbrachten die Nacht, wobei jeder von ihnen wünschte, dass ihm die Fahne gegeben wird. Am nächsten Morgen fragte der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken nach Alî, worauf man ihm entgegnete:Er hat Augenschmerzen, o Gesandter Allâhs!“ Darauf sagte er: „Schickt nach ihm und bringt ihn zu mir!“ Als er gekommen war, spuckte der Prophet ihm in die Augen und sprach Bittgebete für ihn. Da wurde er geheilt, als hätte ihm nie etwas gefehlt! Anschließend übergab ihm der Prophet die Fahne. Da fragte Alî: „O Gesandter Allâhs! Soll ich gegen sie kämpfen, bis sie den Islâm annehmen?“ Der Prophet erwiderte: „Geh ihnen langsam entgegen, bis du ihr Gebiet erreichst! Dann rufe sie zum Islâm auf und teile ihnen mit, welche Pflichten ein Muslim gegenüber Allâh hat! Bei Allâh! Wenn Allâh durch dich auch nur einen einzigen Mann rechtleitet, ist das besser für dich als der Besitz von roten Kamelen! [Die Araber legten großen Wert auf den Besitz von roten Kamelen].“ (Al-Buchârî). Da verlieh ihm Allâh den Sieg.

 
Als die folgenden Worte Allâhs des Erhabenen herabgesandt wurden „Allâh will gewiss nur den Makel von euch entfernen, ihr Angehörigen des Hauses, und euch völlig rituell rein machen.“ (Sûra 33:33), rief der Gesandte  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken Fâtima, Alî, Al-Hasan und Al-Husain  möge Allah mit ihnen zufrieden sein in das Haus von Umm Salama und sagte: „O Allâh! Dies sind meine Familienangehörigen. So entferne den Makel von ihnen und mach sie völlig rituell rein!“ (Ibn Abdulbarr).
 
Alî  möge Allah mit ihm zufrieden sein war für sein umfangreiches Wissen bekannt. Wenn die Leute Âischa  möge Allah mit ihr zufrieden sein nach etwas fragten, sagte sie: „Fragt Alî!“ Umar verhielt sich auch so.
 
Alî pflegte zu den Prophetengefährten zu sagen: „Fragt mich! Denn bei Allâh! Fragt Ihr mich über etwas, werde ich euch gewiss darüber etwas berichten. Und fragt mich nach dem Offenbarungsbuch Allâhs! Denn bei Allâh! Es gibt keinen Qurân-Vers, über den ich nicht wüsste, ob er in der Nacht oder am Tag, in einer Ebene oder auf einem Berg geoffenbart worden ist.“
 
Abû Bakr und Umar erkannten zur Zeit ihres Kalifats nach dem Tod des Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken den Vorzug von Alî. Umar wählte ihn aus, damit er zu den sechs Konsultanten gehöre, von denen der Kalif gewählt wurde. Und als Uthmân  möge Allah mit ihm zufrieden sein als Märtyrer starb, wurde Alî zum Kalif nach ihm ernannt.
 
Als Alî das Kalifat übernahm, verlegte er seinen Sitz von Madîna in den Irak. Er  möge Allah mit ihm zufrieden sein pflegte sich um die Angelegenheiten seiner Umma zu sorgen, selbst auf den Märkten mit seinem Stock zu gehen, die Menschen zur demütigen Ehrfurcht gegenüber Allâh anzuweisen sowie die Wahrheit zu sprechen, Kauf und Verkauf in gütiger Weise abzuschließen und volles Maß und Gewicht zu geben.
 
Er pflegte alle Gelder, die zum Fiskus der Muslime gehören, an die Muslime zu verteilen. Vor seinem Tod wies er an, alle Gelder zu verteilen und danach den Ort des Fiskus zu kehren. Dann stand er auf und betete darin in der Hoffnung darauf, dass dieser Ort für ihn am Auferstehungstag Fürsprache einlegt.
 
Er  möge Allah mit ihm zufrieden sein pflegte viele Anbetungshandlungen durchzuführen, zum Gebet in der Nacht lange zu stehen und zu sagen: „Was soll ich mit dem Diesseits tun, o Diesseits, verführe einen Anderen!“
 
Eines Tages kamen zwei Frauen – eine Araberin und eine Nicht-Araberin – zu Alî und baten ihn um Hilfe. Er gab ihnen beiden jeweils etwas Essen und vierzig Dirham. Die Nicht-Araberin nahm dies und ging von dannen. Die Araberin sagte: „O Fürst der Gläubigen! Gibst du mir das Gleiche, wie du dieser gegeben hast, wo ich doch Araberin bin und sie keine Araberin ist?“ Da sagte Alî  möge Allah mit ihm zufrieden sein zu ihr: „Ich habe das Offenbarungsbuch Allâhs des Allmächtigen und Majestätischen betrachtet und nicht gefunden, dass die Kinder Ismails den Vorzug vor den Kindern Isaaks haben.“
 
Am Ende des Kalifats von Alî  möge Allah mit ihm zufrieden sein verstärkte sich der Aufruhr und es herrschte Chaos an vielen Orten des islâmischen Staates. Da kamen drei junge Charidschiten und drohten dem mit dem Tod, von dem sie glaubten, dass er der unmittelbare Grund für diesen Aufruhr sei, nämlich Alî, Mu‘âwiya und Amr ibn Al-Âs. Was Mu‘âwiya und Amr betrifft, so wurden beide gerettet. Was aber Alî anbelangt, so wartete der Frevler Abdurrahmân ibn Maldscham auf ihn, als dieser sich zum Morgengebet begab, und konnte ihm an dessen Kopf eine schwere Verletzung zufügen, die zu dessen Ableben führte. Dies war im Jahre 40 n. H., als  Alî 65 Jahre alt war.
 
Er wurde in Kûfa begraben, nachdem er vier Jahre und acht Monate der Kalif für die Muslime gewesen war. Er überlieferte vom Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken über 400 Hadithe. Möge Allâh mit ihm zufrieden sein!

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