Abdullâh ibn Umar ibn Al-Chattâb, der zum Gebet in der Nacht aufzustehen pflegte

Abdullâh ibn Umar ibn Al-Chattâb, der zum Gebet in der Nacht aufzustehen pflegte
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Es handelt sich um den ehrwürdigen Prophetengefährten Abdullâh ibn Umar ibn Al-Chattâb  möge Allah mit ihm zufrieden sein. Er wurde drei Jahre nach der ehrwürdigen Entsendung des Propheten geboren. Als er [nach Madîna] auswanderte, war er elf Jahre alt. Beim Uhud-Feldzug wollte er zum Kampf ausziehen. So ging er zum Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken , der ihm dies jedoch verweigerte, weil er damals noch jung war. In der Graben-Schlacht bedrängte er den Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken , bis der Prophet seinem Auszug zustimmte. Er war damals 15 Jahre alt. Ab dieser Zeit setzte sich sein Kampfeinsatz fort und beteiligte er sich an allen Feldzügen und Schlachten.

 

Er  möge Allah mit ihm zufrieden sein pflegte den Spuren des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken zu folgen und diesen als Vorbild bei all seinen Angelegenheiten zu nehmen, sodass er sich bemühte, das rituelle Gebet an jedem Ort zu verrichten, an dem der Prophet gebetet hatte, und jeden Weg einzuschlagen, den der Prophet eingeschlagen hatte, und zwar in der Hoffnung darauf, dass sein Gebet genau an dem Ort stattfindet, an dem der Gesandte  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken gebetet hatte, oder seine Schritte die Fußstapfen des Propheten treffen. Er wusste, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken im Schatten eines Baumes lag. So pflegte Abdullâh diesem Baum Wasser zu geben, damit dieser nicht vertrockne. (Ibn Sa‘d).

 

Abdullâh überlieferte: „Es war zu Lebzeiten des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken üblich, dass der Mann, der einen Traum sah, diesen dem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken erzählte. Ich wünschte mir, dass ich auch im Traum etwas sähe, von dem ich dem Propheten berichten dürfte. Ich war noch ein junger Mann und pflegte zur Zeit des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken in der Moschee zu schlafen. Es träumte mir dann, dass mich zwei Engel nähmen und zum Höllenfeuer führten, das so zusammengerollt war wie ein Brunnen und zwei Hörner besaß, und in dem ich Menschen sah, die ich kannte. Da fing ich an, Folgendes zu sagen: »Ich nehme meine Zuflucht bei Allâh vor dem Höllenfeuer!« Danach traf uns ein anderer Engel, der mich fragte: »Warum fürchtest du dich?« Diesen Traum erzählte ich Hafsa [also der Schwester von Abdullâh und der Ehefrau des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken ], und Hafsa erzählte ihn dem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken weiter, woraufhin dieser sagte: »Der Mann ist ein guter Mann. Es fehlt ihm nur, dass er in der Nacht für das rituelle Gebet aufsteht.« Der Hadîth-Überlieferer Sâlim sagte: «Danach schlief Abdullâh des Nachts nur wenig.»“ (Überliefert von Al-Buchârî und Muslim). Wenn er das Nachtgebet in Gemeinschaft versäumte, betete er den übrigen Teil der Nacht. (Abû Nu‘aim). Abdullâh hatte einen Mörser, in den das Wasser für die Gebetswaschung gefüllt wurde. Er pflegte nach seinem Vermögen das [freiwillige] rituelle Gebet [in der Nacht] zu verrichten, und dann ins Bett zu gehen und für einige Zeit zu schlafen und dann aufzustehen, um wieder die Gebetswaschung zu vollziehen und das Gebet zu verrichten. Er pflegte dies vier- oder fünfmal in der Nacht zu tun. (Ibn Al-Mubârak).

 

Abdullâh gehörte zu den in Ehrfurcht gegenüber Allâh Demütigen sowie zu den Leuten der Frömmigkeit und des Wissens. Obwohl er großes Wissen besaß, bemühte er sich um Genauigkeit beim Erteilen von Fatwâs und fürchtete sich, eine Fatwâ ohne Wissen zu erteilen. Eines Tages kam ein Mann zu ihm, um sich bei ihm nach etwas zu erkundigen, worauf er diesen um Nachsicht bat und sagte: „Ich weiß das nicht, wonach du fragst.“ Dann freute er sich und sagte über sich selbst: „Ibn Umar wurde nach dem gefragt, was er nicht weiß, und sagte »Ich weiß es nicht.«“ Maimûn ibn Mihrân sagte über ihn: „Ich habe keinen Mann gesehen, der mehr als Ibn Umar demütig in Ehrfurcht gegenüber Allâh ist.“

 

Er hasste die diesseitigen Ämter und fürchtete sich vor dem Schultern deren Schwierigkeiten. Uthmân ibn Affân  möge Allah mit ihm zufrieden sein ließ ihn holen und schlug ihn für das Amt der Gerichtsbarkeit vor; Ibn Umar weigerte sich jedoch. Abdullâh liebte die Wahrheit und hasste die Heuchelei. Urwa ibn Az-Zubair ibn Al-Awwâm kam zu ihm und sagte: „O Abû Abdurrahmân! Wir sitzen bei diesen unseren Imâmen und sie sprechen Worte aus, bei denen wir wissen, dass sie der Wahrheit nicht entsprechen. Trotzdem glauben wir ihnen. Sie fällen Urteile unter den Menschen nicht gemäß der Wahrheit, wobei wir sie stärken und diese für sie gut machen. Was meinst du darüber?“ Ibn Umar sagte zu Urwa: „O Sohn meines Glaubensbruders! Wir betrachteten dies zur Zeit des Gesandten Allâhs als Heuchelei. Nun weiß ich nicht, wofür ihr dies haltet!“

 

Eines Tages sah Ibn Umar einen Mann einen anderen Mann loben. Da nahm er Staub und warf ihn auf dessen Gesicht und sagte: „Der Gesandte Allâhs sagte: „Wenn ihr Menschen einander loben seht, werft Staub auf ihre Gesichter.“ (Überliefert von Muslim).

 

Er war gutherzig und von guter Veranlagung. Er hörte nicht den Namen des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken , ohne dass er weinte. Er kam nicht an der Moschee des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken und dessen Grab vorbei, ohne dass er aus Liebe zu diesem weinte.

 

Er hatte gute Charaktereigenschaften, und weder verfluchte er seinen Diener noch schimpfte er zu seinen Lebzeiten über jemanden. Eines Tages beging sein Diener einen Fehler. Da wollte Ibn Umar mit ihm zu schimpfen anfangen. Aber seine Zunge war ihm nicht willig und bereute das, was er vorhatte. Und so ließ er diesen Diener um Allâhs willen frei. Er pflegte den Qurân zu rezitieren und in Ehrfurcht gegenüber Allâh demütig zu sein. Jedesmal, wenn er einen Qurân-Vers rezitierte oder hörte, in dem der Auferstehungstag erwähnt wird, weinte er, bis sein Bart ob der vielen Tränen nass wurde. Nâfi überlieferte: „Immer wenn Ibn Umar den Qurân-Vers »Ist es denn nicht Zeit für diejenigen, die den Glauben verinnerlicht haben, dass ihre Herzen in Ehrfurcht gegenüber der Ermahnung Allâhs demütig sind?« rezitierte, weinte er, bis das Weinen ihn überwältigte.“ (Abû Nu‘aim).

 

Er schätzte die Gefährten des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken hoch und kannte ihre Stellung. Er pflegte auf den Markt zu gehen, nur um den Muslimen den Friedensgruß zu entbieten. Er gab häufig Almosen, war freigebig und großzügig und wandte um Allâhs willen viel Geld auf. Wenn er etwas liebte oder etwas ihm gefiel, gab er es um Allâhs willen aus. Er gehörte zu den Leuten, die sich der Wonne des Diesseits am meisten enthielten, und zu den besten Leuten, die das Verrichten des Guten liebten. Es ist überliefert, dass er krank war und zu seinen Familienangehörigen sagte, dass er sich wünsche Fisch zu essen. Die Leute suchten nach Fisch für ihn und fanden nach großer Mühe nur einen einzigen Fisch, den seine Ehefrau Safiya bint Abû Ubaida vorbereitete und ihn ihm dann vorsetzte. Da klopfte ein Bedürftiger an die Tür. Ibn Umar sagte zu ihm: „Nimm diesen Fisch!“ Da meinten seine Familienangehörigen: „Der Lobpreis ob der Erhabenheit über jeden Mangel ist Allâhs! Wir bemühten uns darum diesen Fisch zu finden. Nun willst du ihn dem Bedürftigen geben. Iss den Fisch und wir geben ihm einen Dirham, der ihm nützlicher ist und mit dem er das kauft, was er will!“ Ibn Umar entgegnete: „Ich möchte nicht meinen Wunsch befriedigen. Ich wünschte mir diesen Fisch und gebe ihn nun dem Bedürftigen zwecks des Ausgebens dessen, was ich liebe, und zwar um Allâhs willen.“ (Ibn Sa‘d, Abû Nu‘aim und Al-Haithamî).

 

Während Abdullâh  möge Allah mit ihm zufrieden sein die Pflicht zum Haddsch durchführte, wurde er in Mina von einer Speerspitze getroffen, die bei einem Mann war, und verletzt. Diese Verletzung führte zu seinem Ableben und er wurde in Makka im Jahre 73 nach der Hidschra begraben. Er überlieferte vom Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken viele Hadîthe, deren Anzahl sich auf 2.630 beläuft.

 

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