Allâhs Schwert, das sich ständig gegen die Feinde erhebt: Châlid ibn Al-Walîd

Allâhs Schwert, das sich ständig gegen die Feinde erhebt: Châlid ibn Al-Walîd
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Es handelt sich um Châlid ibn Al-Walîd  möge Allah mit ihm zufrieden sein, den genialen Führer, über dessen militärische Pläne in dessen Schlachten der Osten und der Westen sich immer noch wundern. Bevor Châlid Muslim wurde, kämpfte er gegen den Islâm und die Muslime. Er führte das Heer der Polytheisten am Tage von Uhud und konnte den Sieg der Muslime in eine Niederlage wandeln, nachdem er diese von hinten angegriffen hatte, und zwar als die Bogenschützen ihre Positionen verlassen hatten. Châlid blieb Polytheist bis zum Jahre von Al-Hudaibîya. Sein Bruder Al-Walîd ibn Al-Walîd sandte ihm eine Botschaft, in der stand: „Im Namen Allâhs des Allerbarmers des Allbarmherzigen, und nun zum Thema: Ich wundere mich über keine andere Angelegenheit mehr als über dein Abwenden vom Islâm, obwohl du einen scharfen Verstand besitzt und niemand eine derartige Religion des Islâm ignorieren sollte. Der Gesandte Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken fragte mich nach dir und sagte: »Wo ist Châlid?« Ich erwiderte: »Möge Allâh ihn rechtleiten!« Da entgegnete der Gesandte Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken : »Ein derartiger Mann ignoriert den Islâm! Hätte er seine Schädigung und Ernsthaftigkeit zu Gunsten der Muslime durchgeführt, wäre das besser für ihn gewesen!« Hol, mein Bruder, das nach, was du versäumt hast! Du hast nämlich gute Angelegenheiten versäumt!“ 

 

Als Châlid die Botschaft seines Bruders las, öffnete sich seine Brust für den Islâm. Er verließ sein Haus, begegnete Uthmân ibn Talha und sagte ihm, dass er sich nach Madîna begeben wolle. Uthmân ermutigte ihn dazu und sie brachen zusammen auf. Amr ibn Al-Âs begegnete ihnen und sie erfuhren von ihm, dass er sich ebenfalls zum Islâm bekennen wolle. Sie legten dann alle zusammen den Weg nach Madîna zurück. Dies fand am Ende des siebten Jahres nach der Hidschra statt. Als sie zum Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken kamen, hieß er sie willkommen und sie verkündeten ihr Bekenntnis zum Islâm. Da sagte der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken zu Châlid: »Ich hoffte, dass dich deine Vernunft nur zum Guten führt.« Châlid erwiderte: »Bitte Allâh um Vergebung für alles, was ich vom Weg Allâhs abgehalten habe!« Da sagte der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken : »Im Islâm werden alle vor diesem begangenen Sünden vergeben. O Allâh, vergib Châlid ibn Al-Walîd das, was er von Deinem Weg abhielt!«“ (Dies steht im Werk At-Tabakâtu-l-Kubra von Ibn Sa‘d.) Ab diesem Tag verteidigte Châlid die Fahne Allâhs und bemühte sich überall um Allâhs willen und ob der Erhöhung des Wortes der Wahrheit. Er zog mit dem Heer der Muslime aus, das nach Mu‘ta unter der Führung von Zaid ibn Hâritha aufbrach. Der Gesandte  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken riet ihnen und sagte: „Wenn Zaid getötet wird, dann führt Dscha‘far die Leute an; und wenn Dschafar getötet wird, dann führt Abdullâh ibn Rawâha die Leute an.“ (Al-Buchârî). Als die drei getötet worden waren und das Heer ohne Führung war, machten die Muslime Châlid zu ihrem Heerführer. Châlid konnte das Heer der Muslime zurückziehen und es retten.

 

Bei der Eroberung Makkas schickte ihn der Gesandte Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken zum Al-Uzza-Haus, das für die Quraisch und andere Stämme von großer Bedeutung war. Châlid zerstörte dieses Haus, indem er sagte:

 

„O Izz, ich verleugne dich und lobpreise dich nicht, denn ich sehe Allâh dich der Schmach aussetzen!“

 

Am Tag der Schlacht von Hunain kämpfte Châlid an der vordersten Front des Heers der Muslime und er wurde in dieser Schlacht verletzt. Der Gesandte Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken kam zu ihm, damit er zur Ruhe komme, und besuchte ihn. Man sagte: „Der Prophet spuckte auf die Wunde und dann wurde diese mit Allâhs Erlaubnis geheilt.“ Nach dem Ableben des Gesandten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken bemühte Châlid sich weiter um Allâhs willen und führte das Heer der Muslime. Er bekämpfte also die Abtrünnigen, und zwar diejenigen, die das Entrichten der Zakâ verweigerten, und diejenigen, die behaupteten, sie seien Propheten. Er hob die Fahne des Islâm und eroberte damit den Irak und Syrien. Er verbrachte sein ganzes Leben im Einsatz um Allâhs willen. Er sagte einmal: „Keine Nacht, in der mir jemand eine beliebige Braut schenkt, ist mir lieber, als dass ich in einer sehr kalten Nacht mit viel Schnee bei einer Kampftruppe übernachte, mit der ich den Feind am nächsten Morgen bekämpfe.“ (In der Hadîth-Sammlung von Abû Ya‘la.)

 

Châlid war ein aufrichtiger Kämpfer. Im byzantinischen Krieg hielt er eine Rede vor seinen Soldaten und sagte, nachdem er Allâh gelobpreist hatte: „Dies ist einer von Allâhs Tagen, an dem man weder prahlen noch Unrecht tun soll. Bemüht euch aufrichtig um Allâhs willen!“ Châlid ibn Al-Walîd strebte immer danach, dass diejenigen, die ihn bekämpften, sich zum Islâm bekennen. Er pflegte sie zuerst zum Islâm aufzurufen, denn er liebte es, dass die Menschen den Glauben annehmen, und war nicht damit zufrieden, dass sie das Höllenfeuer betreten. Weigerten sie sich jedoch, den Islâm anzunehmen, mussten sie die Dschizya (Schutzsteuer der freien Nicht-Muslime unter muslimischer Herrschaft) entrichten; wenn sie sich indes auch weigerten, die Dschizya zu bezahlen, führte er gegen sie Krieg.

 

Der Name von Châlid ging diesem bei jeder Konfrontation zwischen ihm und den Feinden des Islâm voran. Alle bewunderten seine Genialität und seine Tapferkeit im Krieg. In der Yarmûk-Schlacht verließ Dschurdscha, einer der byzantinschen Führer, die Reihen seiner Soldaten, weil er mit Châlid sprechen wollte. Châlid ging zu ihm. Dann sagte Dschurdscha: »Informiere mich und sag mir die Wahrheit und lüg nicht, denn ein freier Mann lügt nicht und betrügt mich nicht, und ein edler Mann betrügt nicht! Hat Allâh auf euren Propheten ein Schwert vom Himmel herabgesandt und der Prophet es dir gegeben, damit du es dann gegen niemanden erhebst, ohne dass du ihn besiegst?« Châlid entgegnete: »Nein!« Dschurdscha fragte ihn: »Warum wurde dir der Name ΄das Schwert Allâhs΄ gegeben?« Châlid erwiderte ihm: »Allâh hat zu uns Seinen Propheten Muhammad  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken geschickt. Er hat uns zum Islâm aufgerufen und wir verleugneten seinen einladenden Aufruf, folterten ihn und bekämpften ihn. Dann hat Allâh uns rechtgeleitet und wir bekannten uns zum Islâm. Da sagte der Gesandte  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken : ΄Du bist Allâhs Schwert, das Allâh gegen die Polytheisten erhebt.΄ Und er sprach Bittgebete für mich aus, dass Allâh mir den Sieg verleiht. Auf diese Weise wurde mir der Name ΄das Schwert Allâhs΄ gegeben. Ich gehöre also zu den Muslimen, die gegenüber den Polytheisten am stärksten sind.« Dann erkundigte sich Dschurdscha bei ihm nach dessen einladenden Aufruf und dem Vorzug dessen, der sich zum Islâm bekennt. Nach langem Gespräch unter beiden öffnete Allâh die Brust Dschurdschas für den Islâm. Er bekannte sich zum Islâm, verrichtete die Gebetswaschung und mit Châlid ibn Al-Walîd zwei Rak‘as (Gebetseinheiten). Er kämpfte in den Reihen des Glaubens und Allâh erwies ihm die Gunst, dass er um des Hochmajestätischen willen als Märtyrer starb.

 

Als Umar die Herrschaft übernahm, entband er Châlid von der Heeresführung und übergab Ubaida ibn Al-Dscharrâh das Kommando über das Heer. Châlid kämpfte unter der Fahne der Wahrheit als aufrichtiger Soldat, der seinem Kommandanten Gehorsam leistet. Er scheute weder Mühe noch Meinung zu Gunsten der Religion und des Sieges der Wahrheit. So war er ein guter Kommandant und ein guter Soldat.

 

Châlid kämpfte solange um Allâhs willen, bis er unter einer Krankheit litt, derentwegen er verstarb. Er weinte auf dem Sterbebett und sagte: „Ich beteiligte mich an zahllosen Schlachten, und es gibt an meinem Körper keine Handbreit, die nicht vernarbt ist von einem Schwerthieb oder von einem Dolchstoß. Und siehe da, heute sterbe ich auf meinem Bett wie ein Kamel! Möge Allâh den Augen der Feiglinge keinen Trost schenken!“ Er  möge Allah mit ihm zufrieden sein starb in Homs in Syrien im Jahre 21 nach der Hidschra.

 

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