Stellung des Haddsch im Islâm

Stellung des Haddsch im Islâm
  • Veröffentlicht:10.10.2013
  • Kategorie:Wahrzeichen
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Der Haddsch ist die fünfte Elementarpflicht des Islâm. Allâh der Segensreiche und Erhabene hat ihn der richtigen Meinung der Gelehrten nach im neunten Jahr des islâmischen Mondkalenders vorgeschrieben. Allâh der Erhabene sagt: „... Und der Menschen Pflicht gegenüber Allâh ist der Haddsch zum Hause, wer den Weg dorthin ermöglichen kann. Und wer Islâm-Leugner ist, so ist Allâh wahrhaftig der Welten unbedürftig!“ (Sûra 3:97). Allâh der Segensreiche und Erhabene macht den Haddsch für einen fähigen erwachsenen im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte befindlichen Muslim nur einmal im Leben zur Pflicht. Er gehört zu den besten Taten, durch die sich der Muslim Allâh dem Allmächtigen und Majestätischen annähert. Über die Vorzüge des Haddsch wurden viele Hadîthe vom Propheten möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken überliefert, von denen wir im Folgenden einige erwähnen: Dazu gehört ein von Al-Buchârî und Muslim in deren jeweiligen Sammlungen authentischer Hadîthe nach einer Aussage von Abû Huraira  möge Allah mit ihm zufrieden sein überlieferter Hadîth, in dem man den Gesandten Allâhs möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken fragte: „Welche Tat ist am besten?“ Er antwortete: „Der Glaube an Allâh und an Seinen Gesandten.“ Darauf fragte man weiter: „Welche dann außer dieser?“ Er antwortete: „Der Kampf um Allâhs willen.“ Man fragte weiter: „Welche dann außer dieser?“ Er antwortete: „Ein fromm verrichteter Haddsch.“

 

Al-Buchârî und Muslim überlieferten, dass Âischa  möge Allah mit ihr zufrieden sein sagte: „O Gesandter Allâhs! Wir sehen, dass der Kampf um Allâhs willen die beste Tat ist. Sollen wir nicht kämpfen?“ Der Prophet antwortete: „Der beste Kampf um Allâhs willen ist jedoch der fromm verrichtete Haddsch.“ Ebenso überlieferten Al-Buchârî und Muslim in ihren jeweiligen Sammlungen authentischer Hadîthe nach einer Aussage von Abû Huraira  möge Allah mit ihm zufrieden sein: „Der Gesandte Allâhs möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Die Zeit von einer Umra (Pilgerfahrt mit geringeren Riten als Haddsch) bis zur nächsten ist eine Sühne für die Zeit, die zwischen beiden liegt. Und für den fromm verrichteten Haddsch gibt es keine andere Belohnung außer das Paradies!“ Ein fromm verrichteter Haddsch ist der Haddsch, bei dem man keine Sünde begeht. In beiden Sammlungen authentischer Hadithe von Al-Buchârî und Muslim berichtete ferner Abû Huraira  möge Allah mit ihm zufrieden sein!: „Der Gesandte Allâhs möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: »Wer den Haddsch unternimmt und während diesem keinen Beischlaf und keine Missetat begeht, der ist von seinen Sünden entfernt wie am Tag, an dem seine Mutter ihn zur Welt brachte.«“ Nach dem Wissen um diese großartige Belohnung des Haddsch, ganz abgesehen davon, dass er eine der Elementarpflichten des Islâm darstellt, wäre es angemessener für einen Muslim, dass er den Haddsch nie vernachlässigt oder bei dessen Verrichten, sogleich er dies vermag, nachlässig ist. Denn man weiß nicht, vielleicht stirbt man im nächsten Moment. So soll der Mensch sein Leben vor seinem Tod nutzen. Und Allâh ist Derjenige, bei Dem Hilfe zu suchen ist.

 

Ruf der Haddschis:

„Labbaika Allâhumma Labbaik, Labbaika lâ Scharîka laka Labbaik, Inna-l-Hamda wa-n-Ni‘mata laka wa-l-Mulk, lâ Scharîka Lak (Ich stehe zu Deinen Diensten, o Allâh, ich stehe zu Deinen Diensten! Ich stehe zu Deinen Diensten! Keinen Teilhaber hast Du, ich stehe zu Deinen Diensten! Wahrhaftig! Der Lobpreis und die Gnadenbezeigung und die Herrschaft sind Dein. Du hast keinen Teilhaber.).“ Der Wahrhafte, Segensreiche und Erhabene sagt: „Und rufe unter den Menschen zum Haddsch auf, dass sie zu dir kommen zu Fuß ...“ (Sûra 22:27). Die Qurân-Exegeten sagten: „Als Abraham  Frieden sei auf ihm die Errichtung der Ka‘ba beendet hatte, wies ihn Allâh der Allmächtige und Majestätische an, unter den Menschen zum Haddsch aufzurufen. Abraham fragte: »O mein Herr! Meine Stimme kann doch nicht die Horizonte erreichen?« Da sagte Allâh der Erhabenen: »Rufe auf und Ich übernehme die Übermittlung!« Daraufhin stieg Abraham auf den Berg Abû Qubais in Makka und sagte: »O ihr Menschen! Wahrhaftig, euer Herr hat ein Haus errichtet! Verrichtet also den Haddsch bei ihm!« Dann ließ Allâh die Lenden der Männer und die Gebärmutter der Frauen durch das urewige Wissen Allâhs hören, dass sie den Haddsch verrichten. Da befolgten sie den Aufruf und sagten: »Labbaika Allâhumma Labbaik!«“

 

Abraham und Ismail verrichteten den Haddsch zu Fuß. Ebenso verrichtete Al-Hasan ibn Alî  möge Allah mit ihm zufrieden sein den Haddsch 25 Mal zu Fuß, obwohl er Reittiere bei sich hatte. Ferner verrichtete Ahmad ibn Hanbal  Allah   erbarme sich seiner den Haddsch zweimal zu Fuß.

 

Situation und Lehre:

 

Abdullâh ibn Al-Dschalâ sagte: „Ich war beim Miqât-Ort Dhû Al-Hulaifa. Ein junger Mann wollte in den Ihrâm (Weihezustand des Haddschi) eintreten. Da sagte er: „O mein Herr! Ich will »Labbaika Allâhumma Labbaik (Ich stehe zu Deinen Diensten, o Allâh, ich stehe zu Deinen Diensten!)« sprechen und fürchte, dass Du mir Folgendes antwortest: »Ich folge nicht deinem Ruf und stehe nicht freudig zu deinen Diensten!«“ Er wiederholte dies weinend mehrmals, dann sagte er: »Allâhumma Labbaik!«“ Er sprach dies laut und verstarb dann  Allah   erbarme sich seiner .

 

Al-Fudail ibn Iyâd verweilte in der Arafa-Ebene, während die Leute Bittgebete sprachen. Er weinte so heftig wie eine Mutter, die ihren Sohn verloren hat. Als der Sonnenuntergang herannahte, fasste er seinen Bart, hob seinen Kopf gen Himmel und sagte: „Wie schlimm bin ich doch, selbst wenn Du mir vergäbest!“

 

Geschichte der Gründung der Ka‘ba:

 

Abraham  Frieden sei auf ihm kam mit seiner Ehefrau Hâdschar und deren Säugling Ismail, bis er beide bei der Ka‘ba oberhalb Zamzams und der (heutigen) Harâm-Moschee ließ. Zu jenen Tagen war Makka unbewohnt und es gab dort keine Wasserquelle. Abraham ließ Hâdschar und Ismail mit einer Tasche zurück, in der sich einige Datteln und ein mit Wasser gefüllter Wasserschlauch befanden. Als Abraham aufbrach, ging ihm Ismails Mutter nach und fragte: »O Abraham! Wem überlässt du uns diesem dürren Tal, das nicht bewohnt ist?« Sie wiederholte die Frage mehrere Male, doch Abraham antwortete nicht. Sie fragte »Hat Allâh dich angewiesen dies zu tun?« Er antwortete: »Ja!« Daraufhin sagte sie: »Dann wird Er uns nicht im Stich lassen.« Dann kehrte sie zurück. Abraham ging weiter und als er weit genug entfernt war, so dass sie ihn nicht mehr sehen konnten, richtete er sein Angesicht zum Harâm-Haus, hob seine Hände und sprach folgendes Bittgebet: »Unser Herr, ich habe wahrhaftig einige aus meiner Nachkommenschaft in einem Tal ohne Pflanzungen bei Deinem sakrosankten Haus angesiedelt, unser Herr, damit sie das rituelle Pflichtgebet verrichten! So lass die Herzen einiger Menschen sie lieb gewinnen und versorge sie mit Früchten; vielleicht sind sie ja dankbar!« (Sûra 14:37). Ismails Mutter begann Ismail zu stillen und von dem sich bei ihr befindlichen Wasser zu trinken. Nachdem sie das Wasser aufgebraucht hatte, waren sie und ihr Säugling durstig. Sie sah ihn an, wie er unter dem Durst litt. Da ging sie, damit sie ihn in diesem Zustand nicht sah. Sie bestieg den ihr nächstgelegenen Hügel As-Safâ in der Hoffnung jemanden zu sehen, doch sie blickte vergebens. Als sie ins Tal zurückgekommen war, hob sie den Zipfel ihres Gewandes und rannte wie eine müde, besorgte Person, bis sie das Tal durchquert hatte. Dann kam sie zum Hügel Al-Marwa, bestieg ihn, und hielt Ausschau, um jemanden zu finden, der ihr dabei hilft, doch sie sah niemanden. Sie tat dies siebenmal. Ibn Abbâs sagte: „Der Prophet möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: »Dies stellt den Sa‘î der Menschen zwischen den beiden Hügeln As-Safâ und Al-Marwa dar.«“ Als sie Al-Marwa erreichte, hörte sie eine Stimme und sagte zu sich: »Horch!« Sie wartete, um die Stimme nochmals zu hören. Sie sah einen Engel (Gabriel) mit dessen Ferse (oder Flügel) graben, wo jetzt Zamzam ist, und das Wasser strömte hervor. Sie begann aus ihren Händen das Wasser zu trinken und ihren Säugling zu stillen. Der Engel sagte zu ihr: »Fürchtet euch nicht vor dem Zugrundegehen! Hier wird ein Haus für Allâh gebaut, von diesem Jungen und dessen Vater. Und Allâh lässt wahrhaftig Seine geliebten Menschen nicht verlorengehen!«“ (Überliefert von Al-Buchârî in dessen Sammlung authentischer Hadîthe, Kapitel Al-Anbiyâ`.)

 

Wie großartig ist das Vertrauen auf Allâh und wie schön ist der Gehorsam gegenüber der Anweisung des Segensreichen und Erhabenen! Hâdschar  Frieden sei auf ihr setzte sich einer schwierigen Situation aus. Ihr Glaube an Allâh wurde jedoch nicht erschüttert, bis die Leidlosigkeit von Allâh kam und das Zamzam-Wasser hervorströmte. Hâdschar wurde mit ihrem Sohn Ismail und dessen Nachkommen eine große Gemeinschaft, wobei von dessen ehrwürdigen Nachkommen das Siegel der Propheten und Gesandten möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken stammte. Diese gesegnete kleine Familie wurde der Kern des Lebens und der Grundsatz der Bevölkerung an diesem Ort. Die Tage vergingen, bis Allâh der Erhabene Abraham  Frieden sei auf ihm zum Errichten des altehrwürdigen Hauses anwies. Allâh der Erhabene erhörte das Bittgebet Abrahams  Frieden sei auf ihm , dann neigten sich die Herzen diesem Haus zu und Er versorgte sie mit Früchten. Der Schutz Allâhs umfasste noch das altehrwürdige Haus im Verlauf der Zeiten, wobei dessen Sakrosanktheit bewahrt und von Ehrung, Hochschätzung und Hochachten im Verlauf der Zeiten und der Generationen umfasst ist.

 

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