Vögel im Qurān – Der Wiedehopf

Vögel im Qurān – Der Wiedehopf
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Das Wort „Vogel" wird im glorreichen Qurân fünfmal erwähnt und das Wort „Vögel" kommt im edlen Qurân dreizehnmal vor. Unter den Vögeln wird der Wiedehopf (auf Arabisch Hud-Hud) in Sûra 27 (An-Naml) zweimal in folgender Weise speziell erwähnt:

 
„Und er inspizierte die Vögel. Da sagte er: »Was ist mir, dass ich den Wiedehopf nicht sehe? Befindet er sich etwa unter den Abwesenden?«" (Sûra 27:20).
 
„Doch verweilte er nicht lange. Er sagte: »Ich habe etwas in Erfahrung gebracht, was du nicht in Erfahrung gebracht hast. Und ich bringe dir aus Saba sichere Kunde.«" (Sûra 27:22).
 
Der Wiedehopf: Ein eleganter Vogel
 
Der Wiedehopf ist ein eleganter Vogel, der mit dem Nashornvogel verwandt ist. Er hat seinen ungewöhnlichen Namen (Englisch: Hoopoe) von seinen schrillen „Huups"-Rufen, die klar klingen, weit zu hören sind und zwei- oder dreimal wiederholt werden. Oft wird der Ruf sehr abrupt abgebrochen. Dies kommt möglicherweise davon, dass der Schnabel des Vogels am Ende des Tons kräftig auf den Boden gestoßen wird. Er ist ein altertümlicher Nicht-Sperlingsvogel. Sein wissenschaftlicher Name lautet „Upupa epops" (von der Familie der Upupidae, von der Gattung der Blauracken, Coraciforme). Königsfischer, Bienenesser, Racken, Wiedehopfe und Nashornvögel werden alle zusammen als Racken bezeichnet. Es gibt ungefähr sieben Arten von Wiedehopfen. Er ist auf den Britischen Inseln, in Europa, Asien und Nordafrika weitverbreitet. Er lebt in gemäßigten und tropischen Regionen der Alten Welt. Er ist ein kleiner Vogel mit einer Länge von ungefähr 30 cm und der Größe einer großen Drossel oder eines großen Hirtenstars. Er hat kurze Beine mit mächtigen Füßen und starken Krallen. Er besitzt eine schöne, aufgerichtete, halbkreisförmige Haube (eine große schwarzbedeckte Federkrone auf dem Kopf, die sich ständig öffnet und schließt). Diese Krone schwarzbedeckter Federn auf dem Kopf ist die auffallendste Eigenschaft des Wiedehopfes. Er ist beige und zimtbraun gefärbt mit schwarzen und weißen Streifen auf Rücken, Flügeln und Schweif. Er ist lang und fächerförmig mit Federn, die von vorne nach hinten an Länge gewinnen. Bei der Nahrungsaufnahme wird die Krone geschlossen. Wenn er beunruhigt oder aufgeregt ist, dann wird die Krone ausgebreitet und wie ein Fächer geöffnet.
 
Der Oberkörper ist blassbraun mit schwarzweiß gestreiften Flügeln. Der untere Bereich ist gelbbraun-schwarz gestreift. Der schwarze Schweif hat einen breiten weißen Streifen. Diesen Streifen sieht man deutlich, wenn der Vogel fliegt. Seine kurzen Beine sind zum Laufen gut geeignet. Der Schweif ist nicht sehr lang und schwarz mit einem weißen Strich in der Mitte. Der Schnabel ist lang, schmal und leicht nach unten gebogen. Der Ruf des Wiedehopfes ist weich und melodisch und wird alle zwei Sekunden wiederholt. Auf Grund des Tons, den der Vogel von sich gibt, hat er in vielen Sprachen seinen Namen. Im Englischen heißt er beispielsweise „Hoopoe", im Persischen und in Urdu „Hud".
 
Wiedehopfe werden in der Regel in freiem Gelände, weitab von Vegetations- und  Wohnflächen gefunden. Sie werden meistens einzeln gesehen, sind jedoch manchmal auch in Paaren aufzufinden. Der Wiedehopf läuft und rennt mit Leichtigkeit, da er sich fast ausschließlich am Boden ernährt. Er läuft mit schnellen Schritten, wippt beim Laufen taktmäßig mit dem Kopf und pausiert, um mit seinem langen Schnabel auf der Suche nach großen Gliederfüßern und kleinen Wirbeltieren, am Boden und in Spalten zu stöbern. Sein Flug ist stramm und gerade. Wenn er landet, lässt er seine lange Haube kurz aufblitzen. Rasenflächen, Wege und Düngerhaufen sind seine Lieblingsplätze, da sie diesem Vogel reichlich Nahrung bieten. Er ernährt sich hauptsächlich von Insekten und anderen kleinen wirbellosen Tieren, die in verfallendem organischem Material auffindbar sind. Er ernährt sich auch von Insektenlarven, Spinnen, Tausendfüßlern und Regenwürmern. Der lang gespitzte Schnabel verhält sich wie eine Zange, die Beute aus Ritzen und Spalten fischt. Wenn er vorbeiflitzt, rafft er in seinem langen Schnabel Insekten und Würmer zusammen. Bevor das Insekt gefressen wird, wird es auf den Boden geschlagen, um die harte Schale und Anhängsel, wie Beine und Flügel, zu entfernen. Der Vogel wirft daraufhin seine Beute hoch und fängt sie geschickt mit seinem offenen Schnabel.
 
Der Vogel kann sehr hoch fliegen, um Beutevögeln zu entkommen. Doch im Großen und Ganzen zieht er es vor, lediglich über dem Boden zu fliegen. Der Wiedehopf zieht den Boden dem Himmel vor und baut sein Nest nicht auf Bäumen. Er verwendet hingegen dunkle Löcher in Bäumen oder Aushöhlungen in Mauern, Dächern, Böschungen oder Klippen als Nester. Eine ungeordnete Ansammlung von Gras, Stroh, Haaren und Blättern, die am Boden der Löcher abgelagert wird, bildet das Nest. Die meisten Nester sind im April und im Mai in Asien aufzufinden. Sechs bis neun Eier werden vom Weibchen auf die Ablagerung gelegt und von ihm allein 16-19 Tage lang bebrütet. In dieser Zeit verlässt es das Nest nicht und wird vom Männchen gefüttert. Nach der Jungvogelbrut hält die Mutter sie für weitere acht Tage warm. Die Nestlinge verweilen 2-26 Tage im Nest.
 
Wenn der Wiedehopf von einem Beutevogel bedroht wird, dann macht er sich auf dem Boden flach und spreizt seinen Schweif und seine Flügel. Der Kopf wird zurückgeworfen und der Schnabel zeigt gerade nach oben. Was immer dies bedeuten mag - es scheint mögliche Feinde zu entmutigen.
 
Wiedehopfe werden in fast allen Teilen Asiens gefunden, sogar in Städten und Gemeinden, in denen es wenig freie Flächen gibt.
 
Boten von Propheten
 
Der Prophet Salomon war König und Herrscher von Syrien und Palästina. Seine Armeen bestanden aus Truppen von Menschen, Dschinn und Vögeln. Wahrscheinlich waren die Vögel zum Übermitteln von Botschaften, zum Jagen und für andere geeignete Dienste angestellt.
 
Im Qurân (Sûra 27:20) lesen wir, dass der Prophet Salomon seine Vögel inspizierte und entdeckte, dass der Wiedehopf fehlte. Seine beweglichste Waffe waren die Vögel, die mit Leichtigkeit hinausflogen und alles wie tüchtige Kundschafter beobachteten. Der Prophet Salomon brachte seinen Ärger zum Ausdruck und seinen Wunsch, den Wiedehopf hart zu bestrafen, wenn er sich ihm nicht mit einer vernünftigen Entschuldigung präsentiert. Nach kurzer Zeit kam der Wiedehopf zurück und sagte:
 
„Ich habe Wissen über Dinge erlangt, von denen du kein Wissen hast. Ich habe sichere Information über Saba (Saba war ein bekanntes reiches Volk aus Südarabien, dem heutigen Jemen. Dessen Hauptstadt war Ma‘rib, die ungefähr 85 km nordöstlich von Sana, der heutigen Hauptstadt des Jemen lag). Dort habe ich eine Frau über ihr Volk herrschen sehen: Ihr wurde allerlei Versorgung gegeben und sie besitzt einen prächtigen Thron. Ich sah, dass sie und ihr Volk sich vor der Sonne anstatt vor Allâh niederwerfen!"
 
Der Prophet Salomon sagte: „...»Wir werden sehen, ob du die Wahrheit sagst oder ob du zu den Lügnern gehörst. Mach dich mit diesem meinem Schreiben auf den Weg, überbringe es ihnen und zieh dich hierauf von ihnen zurück! Dann sieh, wie sie reagieren!«" (Sûra 27:27-28).
 
Hier endet die Rolle des Wiedehopfes. Einige Leute interpretierten, dass Wiedehopf der Name eines Mannes war und kein Vogel, da ein Vogel unmöglich mit derartigem Beobachtungs-, Unterscheidungs- und Ausdrucksvermögen ausgestattet sein kann, um ein Land zu überfliegen und herauszufinden, dass es das Land der Saba ist, das und das Regierungssystem hat, von einer bestimmten Frau (Bilqies) regiert wird, deren Religion die Sonnenanbetung ist, dass es den Einen Gott hätte anbeten sollen, anstatt abzuirren, und dann auf seiner Rückkehr zum Propheten Salomon einen so deutlichen Bericht all seiner Beobachtungen vor ihm abzuliefern. Das Gegenargument ist, dass der Mensch trotz großer Fortschritte in der Wissenschaft und Technologie, nicht mit absoluter Sicherheit sagen kann, welche Kräfte und Fähigkeiten die verschiedenen Tierarten und deren verschiedene Einzelexemplare besitzen. Der Mensch war bis jetzt noch nicht in der Lage, durch sichere Methoden zu erfahren, was verschiedene Tiere wissen und was sie sehen und hören, was sie fühlen, denken und verstehen oder wie die einzelnen Gehirne funktionieren. Dennoch, wie gering die Beobachtungen über das Leben der verschiedenen Tierarten auch waren, so haben sie einige ihrer wundervollen Eigenschaften offenbart. Wenn nun Allâh, der Schöpfer dieser Tiere, uns sagt, dass Er einen Seiner Propheten die Sprache der Vögel gelehrt und ihn mit der Fähigkeit gesegnet hat, mit ihnen zu sprechen, und die Zähmung und Schulung durch den Propheten einem Wiedehopf so ermöglicht hat, bestimmte Beobachtungen über fremde Länder anzustellen und sie dem Propheten zu berichten, dann sollten die oben genannten Interpreten bereit sein, ihr geringes Wissen über die Tiere im Lichte der Äußerung Allâhs zu revidieren. Bücher wie „Wenn Elefanten weinen" und andere Bücher über Hunde, Katzen und Ameisen tragen zur Aufklärung der Intelligenz, des Denkens und des Verhaltens von Tieren bei.

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