Zusammenhang zwischen Katastrophen, Unheil und Sünden: Teil 2

Zusammenhang zwischen Katastrophen, Unheil und Sünden: Teil 2
4566 1168

Zusammenhang zwischen Katastrophen, Unheil und Sünden: Teil 2

Zu den wichtigen Angelegenheiten, die man diesbezüglich kennen sollte, gehören:

 

Zweitens: Das Unheil sucht Tugendhafte und die besten Geschöpfe heim. Allerdings unterscheidet es sich in seiner Wirkung und der damit verbundenen Weisheit. Ahmad überlieferte von Âischa  möge Allah mit ihr zufrieden sein, dass den Gesandten Allahs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) ein Schmerz plagte, weshalb er klagte und sich auf seinem Bett wälzte. Âischa sagte: „Wenn jemand von uns dies getan hätte, dann hättest du ihn getadelt!“ Daraufhin sagte der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): „Den Tugendhaften wird es gewiss schwerer gemacht! Und einen Gläubigen trifft kein Leid durch einen Dorn oder etwas darüber hinaus, ohne dass Allâh ihm dadurch einen Fehler löscht und ihn um eine Rangstufe erhöht!“

 

Allâh der Hocherhabene sagt zu den Gefährten Seines Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): „Und Wir werden euch ganz gewiss mit ein wenig Furcht und Hunger und Mangel an Besitz, Seelen und Früchten prüfen. Doch verkünde frohe Botschaft den Standhaften, die, wenn sie ein Unglück trifft, sagen: »Wir gehören Allâh, und zu Ihm kehren wir zurück.« Sie sind es, denen Segnungen von ihrem Herrn und Erbarmen zuteilwerden, und sie sind die Rechtgeleiteten. (Sûra 2:155-157).

 

Abd ibn Humaid und Ibn Dscharîr überlieferten, dass Atâ sagte: „Es sind die Gefährten Muhammads (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken).“

Zusammenhang zwischen Katastrophen, Unheil und Sünden: Teil 1 

Darin liegen eine Ermahnung und eine Lehre für die Muslime, dass die vollkommene Gunst und angesehene Stellung bei Allâh keine Schutzmauer zwischen ihnen und dem Unheil des Diesseits sind und dass sie sich sicher sein sollen, dass die Belohnung für den Gehorsam nicht Wohlergehen auf Erden, sondern Wohlergehen im Jenseits ist. Wenn das diesseitige Wohlergehen dem Gehorsam entspräche, dann wäre derjenige, der mit seinem Besitz und Leben auf dem Wege Allâhs kämpft, am weitesten vom Töten und Geldverlust entfernt.

 

Doch die diesseitigen Auswirkungen des Unheils sind für die Seele des tugendhaften Menschen geringer. Daher sagt Allâh der Hocherhabene im oben genannten Vers: „Und Wir werden euch ganz gewiss mit ein wenig … prüfen…“, wodurch Er die Auswirkungen des Unheils herabmindert, deren Bedeutung mildert und zwischen diesen und der Art sowie dem Ausmaß des gleichen Unheils unterscheidet, das den Gläubigen und den Tyrannen trifft. Im oben genannten Vers erwähnt Er die Prüfung des Gläubigen durch Hunger und Furcht. Mit dem gleichen Unheil wird auch der Islâm-Leugner bestraft, allerdings mit anderen Folgen. So sagt Allâh der Hocherhabene über ihr Unheil: „… So ließ sie Allâh das Kleid des Hungers und der Angst kosten für das, was sie machten.“ (Sûra 16:112). Doch die Auswirkungen für sie sind andere. Deshalb erwähnt Er, dass das Unheil der Islâm-Leugner ein Kleid ist, sprich die Auswirkungen sie völlig bedecken, so wie das Gewand den Körper bedeckt.

 

Es kann vorkommen, dass einen Menschen ein Unheil trifft und ein anderer, der mehr sündigt, unversehrt bleibt oder ihn ein geringeres Unheil heimsucht. Dies geschieht auf Grund verschiedener Weisheiten Allahs und auf Grund des Ausmaßes an Sanftmütigkeit und Strenge. Und möglicherweise widerfährt einer Person beides.

 

Diese Weisheiten sind nicht alle auf einer Ebene, sondern vielmehr auf verschiedenen Ebenen, die zwar sehr subtil sind, jedoch eine so große Bedeutung haben, dass wir sie nicht begreifen können, da sie dem Wissen, der Weisheit und der Sanftmütigkeit Allâhs entsprechen. So kann es sein, dass für jemanden keine Sühne für all seine Sünden gewollt ist. Deshalb trifft ihn ein milderes Unheil, obwohl er viele Sünden hat. Für einen anderen ist dagegen eine Sühnung für all seine Sünden vorgesehen. So trifft ihn großes Unheil, obwohl er nicht so viele und so große Sünden wie der Erste hat. Daher ist er Allâh sowohl vor dem Unheil als auch danach lieber und näher.

 

Es kommt auch vor, dass ein Unheil einen Menschen heimsucht und größer wird und ihm dann die vollständige Belohnung auf Grund seiner Unzufriedenheit und Ungeduld verwehrt wird. So wird das Unheil speziell für ihn größer, damit ihm ein Anteil der Folgewirkungen verbleibt, mit dem ein Teil seiner Sünden verbüßt wird, auch wenn dieser kleiner geworden ist. Denn die Ungeduld und das Verbüßen konkurrieren miteinander und der Gewinn entspricht dem Stand des Menschen bei seinem Herrn und dessen Nähe zu Seiner Barmherzigkeit.

 

Deshalb sind die (positiven) Auswirkungen für den Geduldigen größer als die Auswirkungen für den Unzufriedenen oder Wütenden, auch wenn ihr Unheil gleich groß ist. Und möglicherweise sogar bei einem kleineren Unheil für den Geduldigen gegenüber dem Unzufriedenen.

 

Es gibt auch Menschen, die aus Barmherzigkeit ein Unheil trifft, damit sie zu ihrem Herrn zurückkehren. Ibn Dscharîr überlieferte, dass Ibn Abbâs bezüglich der Aussage Allâhs des Hocherhabenen: „Wir werden sie ganz gewiss etwas von der diesseitigen Strafe vor der größeren Strafe kosten lassen, auf dass sie umkehren mögen. (Sûra 32:21) sagte: „Es handelt sich um das Unheil.“

 

Ferner sagt Allâh der Hocherhabene: „Wir haben ja schon zu Gemeinschaften vor dir (Gesandte) gesandt und über sie Not und Leid kommen lassen, auf dass sie unterwürfig flehen mögen. (Sûra 6:42).

 

Zu den Ursachen für das Heimsuchen mit Prüfungen gehören die Offenbarung der Schwäche des Diesseits, dessen Wertlosigkeit und schnelles Vergehen sowie das Drosseln von Gier, Habsucht und das Jagen nach dem Diesseits. Wenn wir sehen, dass ein Teil des Diesseits in Form von Geld, Seelen und Ackerland verschwindet, so verschwindet es auch als Ganzes. Denn das Diesseits besteht aus Teilen und Teilstücken. Wenn es also möglich ist, das seine Teilstücke vergehen, dann ist es auch möglich, dass es insgesamt vergeht. „Damit ihr nicht betrübt seid über das, was euch entgangen ist, und euch nicht (zu sehr) freut über das, was Er euch gegeben hat. Und Allâh liebt niemanden, der eingebildet und prahlerisch ist.“ (Sûra 57:23).

 

 

 

 

Verwandte Artikel