Qais ibn Sa'd - Der GroßzŁgige, Sohn des GroßzŁgigen

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Qais ibn Sa'd ibn Ubâda  möge Allah mit ihm zufrieden sein, der in einem großzügigen und rechtschaffenen Haus aufwuchs, das zu den großzügigsten und in der Abstammung edelsten arabischen Häusern zählte, denn sein Vater war der Gefährte Sa'd ibn Ubâda, der Anführer des Stammes Al-Chazradsch. Qais wurde schon von seiner Kindheit an zu Tapferkeit und Großzügigkeit erzogen, bis er darin vorbildhaft war.

Einmal kam eine alte Frau zu Qais, um sich bei ihm über ihre Armut zu beklagen, da sagte er zu seinen Dienern: "Füllt ihr Haus mit Brot, Butter und Datteln!" (Ibn Asâkir). Bei seinen Reisen mit dem Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) pflegte Qais die Leute zu speisen, und falls er nichts mehr hatte, pflegte er auszuleihen und jeden Tag zu rufen: "Kommt zum Fleisch und Tharîd (einem Gericht aus eingeweichtem Brot, Fleisch und Brühe)!" (Ibn Asâkir).

Er führte einmal einen Handel im Wert von neunzigtausend durch, dann ließ er in Madîna rufen: "Wer ein Darlehen aufnehmen will, der soll zu mir kommen!" Es kamen zu ihm viele Menschen, denen er insgesamt vierzigtausend lieh und den Rest gab er als Almosen. Eines Tages wurde er krank und es kamen nur wenige Besucher zu ihm, da fragte er seine Frau: "Warum sind meine Besucher so wenig?" Sie antwortete: "Sie schämen sich vor dir wegen ihrer Schulden." Da ließ er jemanden ausrufen: "Wer bei mir Schulden hat, dem erlasse ich sie!" Da kamen viele Leute ihn besuchen, sodass die Treppe zusammenbrach, auf der die Leute zu ihm gelangten.

Qais  möge Allah mit ihm zufrieden sein pflegte zu sagen: "O mein Herr, gewähre mir viel Geld und Großzügigkeit, denn nur mit Geld nutzt die Großzügigkeit!" (Ibn Asâkir).

Kathîr ibn As-Salt bat ihn eines Tages um ein Darlehen im Wert von dreißigtausend, das er ihm gewährte. Als er dann das Darlehen zurückgeben wollte, lehnte Qais ab und sagte: "Wir nehmen unsere Gaben nicht zurück!" 

Qais beteiligte sich mit dreihundert weiteren Gefährten unter Führung von Abû Ubaida ibn Al-Dscharrah am Kriegszug Saif Al-Bahr. Sie litten an starkem Hunger und ihre Vorräte waren zu Ende, da schlachtete Qais drei seiner Kamele.  Nach einer Weile schlachtete er wieder drei, dann weitere drei, bis Ubaida ihn davon abhielt, da Allâh ihnen einen riesigen Walfisch gewährte, von dem sie achtzehn Tage lang aßen. Als sie zum Propheten zurückkamen und ihm davon erzählten, sagte er über Qais: "Er stammt doch aus einem Haus der Großzügigkeit." (Ibn Asâkir).

Abû Bakr und Umar (möge Allah mit ihnen beiden zufrieden sein) sprachen eines Tages über die Großzügigkeit und Freigebigkeit von Qais und sagten: "Wenn wir diesen Burschen seiner Freigebigkeit überlassen, wird er das Vermögen seines Vaters vergeuden." Als Sa'd (der Vater von Qais) davon hörte, sagte er beim Propheten: "Wer hilft mir gegen Abû Quhafâ (Abû Bakr) und Ibn Al-Chattâb? Sie ermutigen meinen Sohn, ein Geizhals zu werden." Denn Qais war sehr klug, besonnen und vernünftig.

Qais war ständig in der Nähe des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), sodass Anas von ihm sagte: "Qais ibn Sa'd ibn Ubâda war für den Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) wie ein Offizier gegenüber seinem Kommandanten." Überliefert von Al-Buchârî und At-Tirmidhî.

Er war für seine Tapferkeit, seinen Mut und seine Kühnheit bekannt, daher war er der Bannerträger der Helfer beim Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und beteiligte sich an den Feldzügen mit ihm. Bei der Einnahme von Makka nahm der Prophet das Banner von seinem Vater Sa'd und gab es an Qais, da er ein starker Held, ein kühner Reiter und ein großartiger Kämpfer war.

Qais beteiligte sich am bewaffneten Kampf mit den rechtgeleiteten Kalifen und unterstützte Ali bei den Schlachten von Siffîn, Al-Dschamal und An-Nahrawân, da er meinte, dass er im Recht war. Ali machte ihn zum Gouverneur von Ägypten, dann ließ er ihn zu sich kommen und machte ihn zum Befehlshaber seiner Armee. Als Ali den Märtyrertod erlitten hatte, leistete Qais dessen Sohn Al-Hasan  möge Allah mit ihm zufrieden sein den Treuschwur und führte fünftausend Mann, um gegen Mu'âwiya zu kämpfen. Al-Hasan hielt es aber für besser, das Leben der Muslime zu schonen, und so führte er Verhandlungen mit Mu'âwiya und leistete ihm den Treuschwur als dem Kalifen und trat selbst zurück. Und so kehrte Qais nach Madîna zurück, ließ seine Anhänger sammeln und sprach Folgendes zu ihnen: "Wenn es euer Wunsch ist zu kämpfen, werden wir bis zum Ende kämpfen. Und wenn ihr wollt, dann bitte ich um eure Sicherheit." Seine Anhänger entschieden sich für die Sicherheit, und so bat er Mu'âwiya um Sicherheit für sie. (Ibn Asâkir).

Qais ibn Sa'd  möge Allah mit ihm zufrieden sein war für seine Klugheit und Intelligenz bekannt, und er pflegte von sich selbst zu sagen: "Wenn ich den Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) nicht hätte sagen hören: »List und Betrug befinden sich im Höllenfeuer«,  dann wäre ich der listigste Mann der Gemeinschaft." 

Qais überlieferte viele Hadithe des Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), und von ihm berichteten viele Gefährten und Nachfolger der Gefährten. Qais  möge Allah mit ihm zufrieden sein lebte in Madîna, bis er gegen Ende der Regierungszeit von Mu'âwiya verstarb.

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