Maryam widmete sich dem einladenden Aufruf zum Islâm – Teil 4

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Als Maryam (Friede sei mit ihr) Mutter wurde, war sie allein, erschöpft und ohne Hilfe. Allâh der Hocherhabene sagt:

„Und schüttle zu dir den Palmenstamm, so lässt er frische, reife Datteln auf dich herabfallen“ (Sûra 19:25). Für jemanden, der Herausforderungen erlebt, reicht es nicht aus, lediglich Vertrauen in Allâh zu besitzen. Dieser Vers zeigt uns, dass Allâh der Hocherhabene zudem von uns verlangt, unser Bestes zu geben. Die Exegese-Gelehrten erwähnten: Wie könnte sich jemand vorstellen, an einen Baumstamm und obendrein an einer Dattelpalme zu rütteln? Da jedoch Allâh der Hocherhabene Macht über alle Dinge besitzt, sind jegliche Anstrengungen unsererseits dementsprechend symbolische Beweise, dass wir aktiv versuchen unser Bestes zu geben, um unsere Verpflichtungen zu erfüllen. Und obwohl unsere menschlichen Anstrengungen Mängel aufweisen, die wir bewusst erkennen, wie beispielsweise eine menschliche Hand, die versucht am Stamm einer Palme zu rütteln, ist Allâh der Hocherhabene Derjenige, Der den Erfolg bringt und uns mit Reichtum an Früchten segnet. Eltern, Lehrer und für den Islâm Wirkende sollten sich an diese Regel erinnern, wenn sie sich überwältigt fühlen! Allâh der Hocherhabene verlangt lediglich von uns, unser Bestes zu geben. Die erfolgreichsten Menschen, selbst im Diesseits, sind diejenigen, die das Meiste aus dem machen, was sie besitzen und wissen. Wir vertreten auch die Auffassung, dass man, um als Erziehungsberechtigter seinem Kind zu helfen, sich zuerst selbst helfen sollte. Persönliches Erhalten auf grundsätzlichen Ebenen ist eine notwendige Voraussetzung, um jemand anderen zu erhalten. Und letztendlich fühlt man sich manchmal, als wäre man „hintenan“ oder „zurückgelassen“, wie sich Maryam (Friede sei mit ihr) gefühlt haben könnte. Doch solange man es versucht, ist man noch da und drängt nach vorn und hat nicht versagt.

Als sie sich körperlich erholt hatte, musste sie ihren Ängsten still entgegensehen! Allâh der Hocherhabene erwähnt:

So iss und trink und sei frohen Mutes! Und wenn du nun jemanden von den Menschen sehen solltest, dann sag: Ich habe dem Allerbarmer Fasten gelobt, so werde ich heute mit keinem Menschenwesen sprechen.« Dann kam sie mit ihm zu ihrem Volk, ihn (mit sich) tragend. Sie sagten: »O Maryam, du hast da ja etwas Unerhörtes begangen. O Schwester Hârûns, dein Vater war doch kein sündiger Mann, noch war deine Mutter eine Hure.« Da zeigte sie auf ihn. Sie sagten: »Wie können wir mit jemandem sprechen, der noch ein Kind in der Wiege ist?«" (Sûra 19:26-29).

Erstaunlich an diesen Versen ist, dass Maryam (Friede sei mit ihr) Jesus tatsächlich zu den Leuten brachte. Sie initiierte das gefürchtete Treffen. Sie musste dies tun, da dies der Weg war, die Leute mit dem Zeichen Allâhs des Hocherhabenen vertraut zu machen. Von ihrem Handeln lernen wir, mehr Mut als Angst zu besitzen, wenn wir für die Wahrheit einstehen, indem wir unser Selbstvertrauen aus unserer Beziehung mit Allâh dem Hocherhabenen schöpfen.

Maryams (Friede sei mit ihr) Gehorsam gegenüber Allâh verdrängte ihren natürlichen Mutterinstinkt. Da Allâh der Hocherhabene sie dazu anwies schweigsam zu bleiben, widerstand sie der Versuchung, sich und ihren Sohn zu verteidigen, als die Leute sie nach Jesus (Friede sei mit ihm) fragten. Es gibt Zeiten, in denen der schützende Mutterinstinkt und die Gesetze des Islâm gleichauf liegen. Die erfolgreiche Mutter liebt Allâh den Hocherhabenen mehr als sich und ihre Familie. Derart, dass sie ihrer Ergebenheit gegenüber Allâh erlaubt, ihre Mutterschaft zu führen, anstatt ihrer Mutterschaft zu erlauben, ihre Ergebenheit zu begrenzen. Wenn wir schließlich in unserer Vergangenheit und Zukunft über die Funktion Jesu (Friede sei mit ihm) nachdenken, können wir nicht anders als die Funktion Maryams (Friede sei mit ihr) bei der Erziehung dieser historischen Persönlichkeit ebenfalls zu würdigen. Denke daran, dass Maryam (Friede sei mit ihr) die Mutter desjenigen ist, der sagte:

Er sagte: »Ich bin wahrlich Allâhs Diener; Er hat mir die Schrift gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. Und gesegnet hat Er mich gemacht, wo immer ich bin, und angeordnet hat Er mir, das Gebet (zu verrichten) und die Abgabe (zu entrichten), solange ich lebe, und gütig gegen meine Mutter zu sein. Und Er hat mich weder gewalttätig noch unglücklich gemacht. Und der Friede sei auf mir am Tag, da ich geboren wurde, und am Tag, da ich sterbe, und am Tag da ich wieder zum Leben auferweckt werde‘ (Sûra 19:30-33).

Von Maryam (Friede sei mit ihr) lernen wir, was es tatsächlich bedeutet, eine Mutter um Allâhs des Hocherhabenen willen zu sein. 

Fazit:

Es gibt zahlreiche Lehren beim einladenden Aufruf zum Islâm, die wir aus der Geschichte Maryams (Friede sei mit ihr) ziehen können. Dieser Artikel berührt lediglich die Oberfläche. Als Ruferin zu Gottesfurcht und Hoffnung auf die Barmherzigkeit Allâhs des Hocherhabenen war ihr Hauptanliegen die Stellung des Islâm, der Zustand ihres Volkes und dessen Rechtleitung. Ihr Leben in Sittlichkeit und Aufopferung und ihre mutige Mutterschaft bieten uns Edelsteine, nach denen wir leben können. Möge Allâh der Hocherhabene uns dazu verhelfen, diesen wichtigen Lehren, die wir von unserer geliebten Maryam (Friede sei mit ihr) ziehen, nachzueifern!

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