Wie man freiwillige Nachtgebete verrichtet - Teil 1

Wie man freiwillige Nachtgebete verrichtet - Teil 1
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Allâh der Allmächtige lobt die Gläubigen, die freiwillige Gebete in der Nacht verrichten und die Nacht als Reittier zum Paradies betrachten. Allâh der Allmächtige sagt: „Ihre Seiten weichen vor den Schlafstätten zurück; sie rufen ihren Herrn in Furcht und Begehren an und geben von dem, womit Wir sie versorgt haben, aus“ (Sûra 32:16). 

Es gibt viele Dinge, die man tun kann, um sich selbst zu helfen, freiwillige Gebete in der Nacht zu verrichten. Scheich Muhammad Al-Munaddschid, erklärt sie wie folgt:

Anbetungshandlungen mit voller Aufrichtigkeit gegenüber Allâh dem Allmächtigen verrichten, so wie Er uns anweist, all unsere Taten Ihm allein zu widmen.

Allâh der Allmächtige sagt: „Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als nur Allâh zu dienen und Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion zu sein“ (Sûra 98:5). Umso aufrichtiger jemand Allâh dem Allmächtigen gegenüber ist, umso mehr wird er rechtgeleitet und ihm geholfen Ihm zu gehorchen und näherzukommen. Nach einer Aussage von Ubai ibn Ka´b  möge Allah mit ihm zufrieden sein ist überliefert, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Verheiße dieser Umma, dass sie Pracht, Religion, hohen Rang, Sieg und Etablierung auf Erden erreichen wird! Wer immer die Taten des Jenseits verrichtet, um weltlichen Nutzen zu erlangen, wird keinen Anteil am Jenseits haben“ (Ahmad).

Mutarrif ibn Abdullâh ibn As-Schichchîr ( Allah   erbarme sich seiner ) sagte: „Die Aufrichtigkeit einer Tat hängt von der Aufrichtigkeit des Herzens ab, und die Aufrichtigkeit des Herzens hängt von der Aufrichtigkeit der Absicht ab.“ Ibn Al-Qayyim ( Allah   erbarme sich seiner ) sagte: „Das Ausmaß, in dem jemandem von Allâh geholfen und jemand unterstützt wird, hängt vom Ausmaß seiner Absicht, Motivierung, Hoffnung auf Allâh und Furcht vor Ihm ab; und das Scheitern darin kommt im Verhältnis zu diesen gleichen Dingen.“ Daher waren die rechtschaffenen Vorfahren sehr darauf erpicht ihre Anbetungshandlungen, wie das Verrichten von freiwilligen rituellen Gebeten in der Nacht, zu verbergen.

Ein Mann fragte Tamîm ibn Aus Ad-Dârî  möge Allah mit ihm zufrieden sein: „Wie betest du in der Nacht?“ Er wurde sehr wütend und sagte: „Bei Allâh, eine Rak´a (Gebetseinheit), die ich im Geheimen in den wenigen Stunden der Nacht bete, ist mir lieber als die ganze Nacht lang zu beten und den Leuten darüber zu erzählen.“ Ayyûb As-Sichtiyânî pflegte die ganze Nacht im rituellen Gebet zu verbringen, und wenn die Morgendämmerung sich näherte, ging er zurück in sein Bett und legte sich hin, und wenn die Morgendämmerung anbrach, erhob er seine Stimme, als würde er gerade erst aufstehen.

Jemand, der freiwillige Gebete in der Nacht verrichten will, sollte erkennen, dass Allâh der Allmächtige ihn zu dieser Tat einlädt. Wenn der anbetend Dienende die Erkenntnis erlangt hat, dass sein Herr, Der der Anbetung der Leute nicht bedarf, ihn einlädt dies zu tun, wird er sicherlich reagieren. Allâh der Allmächtige sagt: „O du Eingehüllter, steh (zum Gebet) die (ganze) Nacht auf – bis auf einen kleinen Teil, ihre Hälfte, oder verringere sie um einen kleinen Teil, oder füge etwas hinzu. Und trage den Qurân wohlgeordnet vor!“ (Sûra 73:1-4).

Sa´d ibn Hischâm ibn Âmir sagte zu Âischa  möge Allah mit ihr zufrieden sein: „Sag mir, wie der Gesandte Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken die freiwilligen Gebete in der Nacht verrichtete!“ Sie fragte: „Hast du nicht gelesen: „O du Eingehüllter“?´ Er entgegnete: „Natürlich!“ Sie sagte: „Allâh der Allmächtige erklärte das freiwillige Nachtgebet am Anfang dieser Sûra zur Pflicht, daher beteten der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken und seine Gefährten die freiwilligen Nachtgebete ein  Jahr lang und Allâh hielt das Ende dieser Sûra zwölf Monate zurück, bis Er am Ende dieser Sûra die Erleichterung offenbarte; so wurden die zuvor verpflichtenden Nachtgebete zur freiwilligen Handlung“ (Muslim).

Die Vorteile der freiwilligen Nachtgebete erkennen:

Wer auch immer die Vorteile dieser Anbetungshandlung kennt, wird eifrig darauf bedacht sein, mit Allâh dem Allmächtigen im Privaten zu reden und in dieser Zeit vor Ihm zu stehen. Zu den Berichten, die die Vorteile dieser Anbetungshandlung beschreiben, zählt der Hadîth von Abû Huraira,  möge Allah mit ihm zufrieden sein, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Das beste Gebet nach den vorgeschriebenen Gebeten ist ein Gebet in der Tiefe der Nacht, und das beste Fasten nach dem Monat Ramadân, ist das Fasten in Allâhs Monat, das heißt im Monat Muharram“ (Muslim).

Von Abdullâh ibn Amr  möge Allah mit ihm zufrieden sein ist überliefert, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Das Allâh liebste Gebet ist das Gebet des Propheten Dâwûd und die Allâh liebste Art des Fastens ist das Fasten Dâwûds. Er pflegte die Hälfte der Nacht zu schlafen, dann stand er auf und betete ein Drittel der Nacht, dann schlief er ein Sechstel der Nacht; und er pflegte an jedem zweiten Tag zu fasten“ (Al-Buchâri und Muslim).

Von Amr ibn Abasch  möge Allah mit ihm zufrieden sein ist überliefert, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Am nächsten kommt der Herr zu Seinem anbetend Dienenden im letzten Teil der Nacht; wenn du also von denen sein kannst, die Allâhs zu dieser Zeit gedenken, dann tu dies!“ (At-Tirmidhi und An-Nasâî). Nach einer Aussage von Ibn Mas´ûd  möge Allah mit ihm zufrieden sein ist überliefert, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Unser Herr bewundert zwei Männer: Einen Mann, der seine Matratze und seine Decke verlässt und sich von seiner Frau und seiner Lust wegschleicht und beten geht. Allâh sagt: »O meine Engel! Schaut auf Meinen anbetend Dienenden! Er verließ seine Matratze und seine Decke und schlich von seiner Lust und seiner Frau weg, um aus Hoffnung für das zu beten, was bei Mir ist, und aus Furcht vor dem, was mit Mir ist.«“ (Überliefert von Ahmad, hasan.)

Das Verrichten freiwilliger Gebete in der Nacht vertreibt die Gleichgültigkeit aus dem Herzen, wie es im Hadîth von Abdullâh ibn Amr ibn Al-Âs  möge Allah mit ihm zufrieden sein überliefert ist, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Wer auch immer zehn Verse des Qurân rezitiert, während er freiwillig in der Nacht betet, wird nicht zu den Nachlässigen gehören. Wer auch immer hundert Verse rezitiert, während er freiwillig in der Nacht betet, wird als einer den frommen Gehorsamen gegenüber Allâh angesehen, und wer auch immer tausend Verse rezitiert, während er freiwillig in der Nacht betet, wird als einer derjenigen angesehen, die gute Taten sammeln“ (Abû Dâwûd und Ibn Hibbân, hasan.)

Yahyâ ibn Mu´âdh sagte: „Die Medizin des Herzens sind fünf Dinge: Das Rezitieren des Qurân und das Nachdenken über dessen Bedeutung; einen leeren Magen zu haben, freiwillige Gebete in der Nacht zu verrichten; Allâh am frühen Morgengrauen anzuflehen; und die Gesellschaft von rechtschaffenen Leuten zu haben.“

Das Studieren der Art, wie die frühen Gelehrten und frommen Leute freiwillige Gebete in der Nacht beteten und sich daran hielten:

Die rechtschaffenen Vorfahren pflegten das Verrichten der freiwilligen Gebete in der Nacht zu genießen und freuten sich sehr dies zu tun. Abdullâh ibn Wahb sagte: „Jede Art von Genuss wird nur einmal genossen, außer die Anbetungshandlungen, die drei Mal genossen werden: Wenn du sie verrichtest, wenn du dich an sie erinnerst und wenn dir die Belohnung dafür gegeben wird.“ Muhammad ibn Al-Munkadir ( Allah   erbarme sich seiner ) sagte: „Es ist nichts an Freuden dieses Leben übrig, außer drei Dinge: Das Verrichten der freiwilligen Gebete in der Nacht, das Treffen des Glaubensbruders und das Beten in der Gemeinschaft.“

Thâbit Al-Bunâni ( Allah   erbarme sich seiner ) sagte: „Es gibt nichts, was ich mehr genieße als das Verrichten von freiwilligen Gebeten in der Nacht.“ Yazîd Ar-Raqqâschi ( Allah   erbarme sich seiner ) sagte: „Viele freiwillige Gebete in der Nacht bringen den anbetend Dienenden Vergnügen, und viel Durst  bringt Freude, wenn sie Allâh begegnen.“ Machlad ibn Husain sagte: „Wenn auch immer ich in der Nacht aufwachte, sah ich Ibrâhîm ibn Adham Allâhs gedenken und rituelle Gebete verrichten, und dies machte mich depressiv (weil ich selbst nicht so war), aber ich tröstete mich mit dem Vers, in dem Allâh der Allmächtige sagt: „Das ist Allâhs Huld, die Er gewährt, wem Er will. Und Allâh besitzt große Huld!“ (Sûra 62:4).

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