Die Rechtschaffenen und das Wasser von Zamzam- Teil 2

5 0

Fazit: Im Sahîh Muslim wird von der Annahme des Islâm durch Abû Dharr folgendermaßen berichtet: Der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) fragte Abû Dharr: „Wie lange hältst du dich bereits hier auf?“ Dieser antwortete: ‚Seit dreißig Tagen und Nächten bin ich hier.‘ Der Prophet fragte weiter: „Wovon hast du dich ernährt?“ Abû Dharr erwiderte: „Ich habe nichts anderes zu mir genommen als Zamzam-Wasser. Dabei habe ich so sehr zugenommen, dass sich mein Bauch in Falten legte und ich keinerlei Hunger verspüre.“ Der Prophet bemerkte daraufhin: „Wahrlich, es ist gesegnet. Es ist eine nahrhafte Speise.“

Abû Bakr ibn Al-Arabî sagte: „Abû Dharr ernährte sich davon während der Nächte, die er in Mekka verbrachte, um den Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) zu treffen und von ihm zu hören. Er sagte: ‚Dabei habe ich so sehr zugenommen, dass sich mein Bauch in Falten legte.‘ Er wagte es nicht zu fragen und konnte sich weder zeigen noch offenbaren. Da versorgte ihn Allâh mit dem Zamzam-Wasser anstelle von Nahrung. Der Prophet teilte ihm mit, dass dies (dieser Segen, AdÜ) bis zu jenem Tag so geblieben sei und so bis zum Tag der Auferstehung für den sein werde, dessen Absicht rein und dessen Herz aufrichtig ist, der es nicht leugnet und es nicht aus reiner Neugier trinkt, denn Allâh ist mit denen, die sich auf Ihn verlassen, und Er entlarvt jene, die es nur ausprobieren wollen.“

Ibn Al-Qayyim sagte: „Das Zamzam-Wasser ist das beste Wasser, das edelste und wertvollste, das beliebteste und teuerste bei den Menschen. Es ist die Quelle, die Dschibrîl (Gabriel) freilegte, und Allâh gab es Ismâ‘îl zu trinken. Dschâbir ibn Abdullâh überlieferte vom Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), dass er sagte: ‚Das Zamzam-Wasser ist für das, wofür es getrunken wird‘ (Ibn Mâdscha). Dieser Hadîth wurde von einigen Gelehrten aufgrund von Abdullâh ibn Al-Mu‘ammal – dem Überlieferer von Muhammad ibn Al-Munkadir – für schwach befunden. Wir überliefern jedoch von Abdullâh ibn Al-Mubârak, dass er bei seiner Pilgerfahrt zum Zamzam-Brunnen kam und sprach: ‚O Allâh, Ibn Abû Al-Mawâlî überlieferte uns von Muhammad ibn Al-Munkadir, und der von Dschâbir, dass der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: Das Zamzam-Wasser ist für das, wofür es getrunken wird. Ich trinke es, um am Tag der Auferstehung nicht zu durstig zu sein.‘ Ibn Abû Al-Mawâlî ist vertrauenswürdig, daher ist der Hadîth hasan (gut). Einige Gelehrte haben ihn sogar für sahîh befunden, andere wiederum als maudû (erfunden). Beide Meinungen sind übertrieben. Ich selbst und andere haben das Zamzam-Wasser zur Heilung bei verschiedenen Krankheiten ausprobiert und erstaunliche Ergebnisse erlebt. Ich habe es zur Heilung mehrerer Krankheiten verwendet und bin mit Allâhs Erlaubnis gesund geworden. Ich habe auch Menschen beobachtet, die sich mehrere Tage, fast bis zu einem halben Monat oder länger, nur vom Zamzam-Wasser ernährt haben, ohne Hunger zu verspüren. Sie haben mit den Menschen zusammen den Tawâf durchgeführt wie jeder andere auch. Einer von ihnen berichtete mir, dass er manchmal bis zu vierzig Tage nur von Zamzam gelebt habe und dabei genug Kraft hatte, um mit seiner Frau Beischlaf zu üben, zu fasten und mehrfach den Tawâf durchzuführen.“

Ibn Qayyim sagte auch: „Während meines Aufenthalts in Mekka wurde ich von mehreren Krankheiten geplagt. Da es dort weder Ärzte noch Medikamente gab, wie ich sie aus anderen Städten kannte, behandelte ich mich mit Honig und Zamzam-Wasser. Erstaunlicherweise führte diese Behandlung zu einer vollständigen Genesung.“

Ibn Hadschar sagte zu Al-Buchârîs Überschrift „Kapitel: Was über Zamzam überliefert wurde“: „Seine Worte ‚Kapitel: Was über Zamzam überliefert wurde‘ scheint er andeuten zu wollen, dass ihm kein Hadîth über die Vorzüge von Zamzam vorlag, der seinen strengen Kriterien vollständig entsprach. In Muslim wird jedoch im Hadîth von Abû Dharr erwähnt, dass Zamzam als nahrhaftes Essen dient. At-Tayâlisî fügt in seiner Überlieferung, die Muslim ebenfalls verzeichnet hat, hinzu: ‚Und Heilung für Krankheiten.‘ In Al-Mustadrak wird von Ibn Abbâs ein marfû-Hadîth (Kette bis zum Propheten) überliefert: ‚Das Zamzam-Wasser ist für das, wofür es getrunken wird.‘ Die Überlieferer sind vertrauenswürdig, aber Uneinigkeit gibt es in der mursal- und mausûl-Form des Hadîth, wobei die mursal-Form authentischer ist. Es gibt einen unterstützenden Hadîth von Dschâbir, der bekannter ist. Dieser wurde von As-Schâfiî und Ibn Mâdscha verzeichnet. Mit Ausnahme von Abdullâh ibn Al-Mu‘ammal Al-Makkî sind die Überlieferer vertrauenswürdig. Al-Uqailî erwähnte, dass er der einzige Überlieferer dieses Hadîth ist. Aber er wurde auch von anderen überliefert: bei Al-Baihaqî von Ibrâhîm ibn Tahmân und von Hamza Az-Zayyât, beide von Abû Az-Zubair und dieser von Dschâbir. In den Fawâ‘id von Ibn Al-Muqrî wird er von Suwaid ibn Sa‘îd, von Ibn Al-Mubârak, von Ibn Abû Al-Mawâlî, von Ibn Al-Munkadir, von Dschâbir überliefert. Ad-Dimyâtî behauptete, dass er den Bedingungen eines Sahîh entspricht, was in Bezug auf die Überlieferer auch stimmt. Doch Suwaid – obwohl Imâm Muslim Hadîthe von ihm überlieferte – vermischte Hadîthe und wurde kritisiert. Mit ihm im Isnâd ist die Überlieferung schâdh. Die von Ibn Al-Mubârak überlieferte Version von Ibn Al-Mu‘ammal ist die zuverlässigere. Ich habe darüber eine eigene Abhandlung geschrieben. Allâh weiß es am besten.“

Der Hadîth von Dschâbir ibn Abdullâh ist der längste Hadîth über die Beschreibung des Haddsch des Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und zugleich eine Grundlage in diesem Kapitel. Darin heißt es: „Dann ritt der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und eilte zum Haus (Ka’ba). Er betete das Mittagsgebet in Mekka und ging dann zu den Banû Abdulmuttalib, die Wasser von Zamzam schöpften. Er sagte: ‚Macht Platz, Banû Abdulmuttalib! Wenn die Menschen euch nicht das Wasserschöpfen streitig machen würden, würde ich mit euch schöpfen.‘ Sie reichten ihm einen Eimer, und er trank daraus.“

Der Segen des Zamzam-Wassers beschränkt sich nicht auf das Trinken, sondern umfasst auch das Waschen damit zur Heilung. In einem Hadîth von Al-Buchârî heißt es, dass Abû Dschamra Ad-Dabî sagte: „Ich saß mit Ibn Abbâs in Mekka zusammen und bekam Fieber. Ibn Abbâs sagte: ‚Ich werde das Fieber mit dem Zamzam-Wasser abkühlen, denn der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: Das Fieber ist ein Hauch der Hölle. So kühlt es mit Wasser. Oder er sagte: Mit Zamzam-Wasser. Hammâm war sich nicht sicher.“

Abdullâh ibn Ahmad ibn Hanbal sagte: „Ich sah ihn (seinen Vater Ahmad ibn Hanbal) mehrmals vom Zamzam-Wasser trinken, um sich damit zu heilen, und er wusch sich damit die Hände und das Gesicht. Er beschränkte sich dabei auf das, was vom Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und den rechtschaffenen Salaf überliefert wurde.“

Hierzu eine Anekdote: Al-Humaîdî berichtete: „Wir saßen bei Sufyân ibn Uyaina, während er uns den Hadîth ‚Das Zamzam-Wasser ist für das, wofür es getrunken wird‘ erzählte. Ein Mann stand vom Sitzkreis auf, kam zurück und fragte: ‚O Abû Muhammad, ist der Hadîth, den du uns über Zamzam erzählt hast, authentisch?‘ Sufyân erwiderte: ‚Ja.‘ Der Mann sagte: ‚Ich habe gerade einen Eimer voll Zamzam getrunken, damit du mir hundert Hadîthe erzählst!‘ Sufyân sagte: ‚Setz dich.‘ Der Mann setzte sich und Sufyân erzählte ihm hundert Hadîthe.“

Manche behaupten, die segensreiche Wirkung des Zamzam-Wassers sei auf seinen Ursprungsort beschränkt und verändere sich beim Transport. Diese Annahme ist jedoch unbegründet. Zahlreiche Überlieferungen von rechtschaffenen Vorfahren belegen den Transport von Zamzam-Wasser. Was die marfû-Hadîthe betrifft, so gilt keiner davon als authentisch. Schaich Al-Islâm Ibn Taimiyya sagte: „Wer etwas vom Zamzam-Wasser transportiert, dem ist dies erlaubt. Die Salaf pflegten es zu transportieren.“

Zum Abschluss noch eine nützliche Information: Folgender Hadîth ist nicht authentisch:

Ibn Mâdscha (Nr. 2061), Abdurrazzâq (Nr. 9111), At-Tabarânî in „Al-Kabîr“ (Nr. 11246) und Ad-Dâraqutnî (Nr. 2736, mit einem Tahqîq von At-Turkî) und andere überlieferten von Muhammad ibn Abdurrahmân ibn Abû Bakr, dass er sagte: „Ich saß bei Ibn Abbâs. Ein Mann kam zu ihm und Ibn Abbâs fragte: ‚Woher kommst du?‘ Der Mann antwortete: ‚Von Zamzam.‘ Ibn Abbâs fragte: ‚Hast du davon getrunken, wie es sich gehört?‘ Der Mann fragte: ‚Wie?‘ Er entgegnete: ‚Wenn du davon trinkst, so wende dich der Ka’ba zu, erwähne den Namen Allâhs, atme dreimal tief ein und trinke dich satt. Sobald du fertig bist, preise Allâh den Erhabenen. Denn der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: Ein Zeichen, das zwischen uns und den Heuchlern unterscheidet, ist, dass sie sich nicht an Zamzam satt trinken.‘“

Dieser Hadîth ist nicht authentisch, da er Widersprüche und Unstimmigkeiten enthält. Wer ihn für authentisch befunden hat, irrt sich leider. Allâh weiß es am besten.

Verwandte Artikel